TSV Burgdorf II konnte den Klassenerhalt sichern

Trotz einiger Verletzungspausen war Jonathan Semisch für den Perspektivkader der TSV Burgdorf ein wichtiger Torschütze aus dem Rückraum. (Foto: st)

Verletzungen machten Kampf gegen Abstieg bis zuletzt spannend

BURGDORF (st). Das war keine Saison in der 3. Handballliga nach dem Geschmack der TSV Burgdorf II. Erst in einem fulminanten Endspurt konnte der Klassenerhalt sichergestellt werden und der Perspektivkader des Handballbundesligisten wird auch in der Saison 2014/2015 Drittklassig bleiben. Viele Verletzungen, die Unterstützung des Bundesligakaders und dadurch eine gefühlt nicht endende Niederlagenserie brachte die Mannschaft um Trainer Sven Lakenmacher in Schwierigkeiten.
Die Reserve der TSV Burgdorf hatte sich nach dem souveränen Aufstieg aus der Oberliga in die 3.Liga 2012 als Newcomer bereits in der ersten Saison viel Respekt verschafft. Das Team trat in der dritthöchsten Spielklasse an, um als Ausbildungsmannschaft jungen Akteuren den Weg zu höheren Aufgaben zu ebnen und sie näher an die DKB Handball-Bundesliga heranzuführen. Mit einer tollen Serie und dem 4.Platz war die Auftaktsaison mehr als erfolgreich.
In der gerade abgelaufenen zweiten Saison in dieser Liga tat sich das Team jetzt aber ungemein schwer. Schon zum Start gab es spielerische Defizite und verletzungsbedingte Ausfälle, obwohl mit Maurice und Yannick Dräger und Jannis Finke hoffnungsvolle Talente ins Team integriert wurden. Zudem sollte Torwart Istvan Kallai die Lücke von Malte Semisch, der zum TuS Nettelstedt-Lübbecke wechselte, stopfen. 4:12-Punkte aus den ersten acht Begegnungen, 6:16-Punkte nach elf Spieltagen waren aber nicht das erhoffte Ziel. Die Lakenmacher-Schützlinge waren als Tabellendreizehnter bereits Anfang November 2013 stark abstiegsbedroht.
Dann folgte eine gute Phase der Zweiten aus Burgdorf und 11:1-Punkte in Folge. Starke Auftritte wie beim 31:27-Erfolg beim THW Kiel II oder dem 33:25-Sieg bei HF Springe brachten die Spieler um Jonathan Semisch wieder in sichere Mittelfeldregionen mit 17:17-Punkten. Nach der 27:29-Niederlage in eigener Halle gegen die Füchse Berlin II lief dann aber zunächst nichts mehr, wie es sein sollte. Trainer Lakenmacher konnte kaum noch mit einem vollen Kader trainieren, viele Spieler mussten in der auch verletzungsbedingt arg gebeutelten Erstligamannschaft aushelfen und Spiel um Spiel wurde verloren.
Krankheiten und Verletzungen eigener Spieler, wie bei Frederic Repke, Hendrik Pollex, Johannes Marx, Jonathan Semisch oder Sebastian Beyer, kamen hinzu. A-Jugendspieler, wie Lars Hoffmann, halfen aus, aber eine schlagkräftige Truppe konnte in dieser spielstarken Liga 3 kaum mehr auf die Beine gestellt werden.
Ab dem 18. Januar wurden neun Begegnungen in Folge ohne Punktgewinn abgeschlossen. Dabei waren auch unglückliche Niederlagen, wie beim 24:25 beim Oranienburger HC. Mit 17:35-Punkten schwebte die TSV in akuter Abstiegsgefahr. Im Schlussspurt konnten sich nur noch der VfL Fredenbeck oder die Burgdorfer für die nächste Spielzeit in der 3. Liga qualifizieren. Jetzt erwachte bei der TSV nicht nur das Kämpferherz, sondern einige verletzte Spieler kehrten wieder ins Team zurück und sorgten für Stabilität.
Dem 31:28-Erfolg gegen MTV Altlandsberg folgte ein starker Auftritt beim 24:24-Remis bei GWD Minden II und ein 32:25-Sieg gegen den THW Kiel II. Zum Abschluss der Serie dann eine 31:38-Pleite beim SV Beckdorf, die aber nicht weh tat, denn der Klassenerhalt war gerade noch realisiert.
Insgesamt haben sich die Spieler in dieser Saison sicher weiterentwickelt und letztlich Moral gezeigt. Die junge Garde hat sich nicht aufgegeben und verdient den Klassenerhalt für die TSV geschafft. Das ist ein beeindruckendes Fazit für den Perspektivkader. Den Druck wollen die Jungs aber in der kommenden Saison nicht wieder verspüren. So eine Verletztenmisere wird es aber hoffentlich auch nicht mehr geben.
Trainer Sven Lakenmacher wird die TSV II nach eigenem Wunsch verlassen und nimmt den Platz von Holger Schneider auf der Bank des Ligakonkurrenten HF Springe ein. Sein Amt wird der Jugendkoordinator der TSV Burgdorf, Heidmar Felixson, übernehmen. Er freut sich schon auf die Aufgabe mit den jungen Talenten, wird einige seiner Spieler aus der A-Jugend in den Kader einbauen und das Ziel der Ausbildungsmannschaft fortführen, die Talente weiter zu entwickeln und an höhere Aufgaben heran zu führen.