TS Großburgwedel arbeitete sich bis auf Platz 3 vor

Lennart Koch taucht frei vor dem Torwart auf und kann einen Treffer für die TS Großburgwedel erzielen. (Foto: st)

Nach guter Hinrunde kann die Turnerschaft jetzt optimistisch sein

BURGWEDEL (st). „Wir befinden uns aktuell in Tabellenregionen, die wir vor Saisonbeginn nicht auf dem Plan hatten. Meine Mannschaft hat ihre Ziele für die Hinserie schon lange erreicht“ sagte der Trainer der Turnerschaft Großburgwedel, Jürgen Bätjer, bereits Ende November zu seinem Team. Schon dies spiegelt die Situation der Drittligamannschaft in der Saison 2015/2016, im Gegensatz zur vergangenen Spielzeit und nach einem Umbruch vor der Serie wieder. Die TSG hat sich nach einer kleinen Schwächephase zum Saisonstart gefunden und will den jetzt erreichten 5.Tabellenplatz verteidigen oder sogar noch verbessern.
Nicht wenige Handballexperten stempelten die Turnerschaft nach dem Umbruch und dem Weggang von fünf wichtigen Stammspielern, sowie den Zugängen von sechs doch recht unbekannten Akteuren, als Mannschaft ab, die eher in die untere Tabellenhälfte einzuschätzen ist. In den ersten vier Begegnungen, der hohen 17:26-Niederlage beim SV Mecklenburg-Schwerin, dem 27:25-Erfolg gegen TSV Burgdorf II, dem 27:28 gegen DHK Flensborg und dem 29:29-Remis gegen Eintracht Hildesheim, wurden auch nur drei Pluspunkte eingespielt und der 11. Platz gab den Experten Recht. Dann aber zeigten Kay Behnke und seine jungen Mitspieler Ehrgeiz und Leidenschaft und kamen immer besser in Schwung. Zwar gab es auch kleine Rückschritte, wie bei der 18:19-Heimniederlage im Derby gegen den HSV Hannover, aber wichtige Aufgaben wurden mit Bravour gelöst und die Bätjer-Schützlinge kletterten in der Tabelle nach oben. Eine kleine Erfolgsserie vom 9. bis zum 11. Spieltag brachte sogar zwischenzeitlich den 3. Platz hinter den beiden Spitzenteams SC Magdeburg II und dem Dessau-Rosslauer HV. In dieser Phase bot die Mannschaft besonders in der Defensive starke Leistungen und war in der Offensive treffsicher. Der wichtigste Faktor war aber die mannschaftliche Geschlossenheit und die Bereitschaft zum Kampf in jeder Phase einer Begegnung. Das Team hatte sich gefunden, auch wenn Coach Bätjer bei Verletzungen, beruflichen Verpflichtungen oder Krankheit von Spielern immer wieder improvisieren musste. Die anderen Spieler glichen die Schwächungen durch vermehrten Einsatz wieder aus. Da fiel auch eine 26:35-Pleite beim TSV Altenholz nicht ins Gewicht und der positive Eindruck blieb. Nach dem hart, aber letztlich erfolglosen Kampf beim 26:29 gegen den VfL Potsdam landete die Turnerschaft zum Ende der Hinrunde auf dem 5.Platz. Im ersten Spiel der Rückrunde gegen Schwerin konnte die TSG sich revanchieren, sicherte sich beim 22:21-Sieg wichtige Punkte und hat jetzt zum Jahreswechsel 19:13-Punkte auf dem Konto.
„Wir wollen auf einem guten Tabellenplatz überwintern“, gab Bätjer im Dezember als Ziel aus und das hat die Mannschaft umgesetzt. „Unsere spielerische Leichtigkeit macht Spaß und auch in der Abwehr konnten wir wieder überzeugen. Tolle Leistung, Glückwunsch und Kompliment an mein Team“, waren weitere Äußerungen vom TSG-Coach zu seinem Team, die er mehrfach in den letzten Monaten anwenden konnte.
Besonders die Abwehrleistung der TSG bislang legte in vielen Spielen den Grundstein für den Erfolg. Mit nur 411 Gegentoren aus 16 Spielen (Schnitt 25,7) verfügt Großburgwedel nach Bernburg, Schwerin und Dessau-Rosslau über die viertbeste Abwehr der 3. Liga Nord. Das in der Offensive dabei bisher nur 417 Tore und damit ein Durchschnitt von 26 Treffern erzielt wurden, ist nicht so entscheidend. Am Ende zählen die Punktgewinne und da steht die TSG sehr viel besser da, als noch zum gleichen Zeitpunkt der vergangenen Saison.
Sören Kress und Co können völlig zu Recht für ihre tollen Leistungen gelobt werden, dürfen jetzt aber nicht nachlassen, sondern werden im neuen Jahr an diesen Leistungen gemessen und auch mal mit Kritik konfrontiert sein. Bisher fällt die Kritik aber eher bescheiden aus und die Mannschaftsleistung zeigt sich auch an den Torschützen. Kay Behnke als sicherer 7m-Werfer konnte die meisten Treffer erzielen. Danach hat die TSG aber mit Sören Kress, Chris Meiser, Erik Gülzow, Steffen Dunekacke, Lennart Koch viele torgefährliche Angreifer, die es dem Gegner schwer machen, sich auf einen oder wenige Spieler zu konzentrieren.
Spielen die Burgwedeler auch in den kommenden Wochen nach der ersten Partie 2016 am 15. Januar beim Derby ab 20 Uhr bei der TSV Burgdorf weiter erfrischenden Handball, dann werden sie in der 3. Liga noch viel Spaß haben und sich in den oberen Tabellenregionen festsetzen können. Mit dem vielleicht erwarteten Kampf um den Klassenerhalt wird dieses Team aber nichts zu tun haben.