Trotz vieler Verletzungen doch noch eine erfolgreiche Saison in der Handball-Bundesliga

Viele Arme und fast kein Durchkommen. Csaba Szücs war für die Recken in der abgelaufenen Saison ein wichtiger Stützpfeiler. (Foto: st)

TSV Hannover-Burgdorf kann mit Platz 13 letztlich zufrieden sein

BURGDORF (st). Für die TSV Hannover-Burgdorf ist mit dem Auswärtsspiel bei der MT Melsungen die DKB Handball-Bundesligasaison 2014/2015 zu Ende gegangen. Mit einem kleinen Rückblick möchten wir die turbulente Serie mit tollen Erfolgen, vielen Verletzungen von wichtigen Spielern, Abstiegsgefahr und letztlich einem versöhnlichen Fazit betrachten. Die Recken haben keineswegs enttäuscht, haben aber nach einer Spielzeit mit Europapokalteilnahme und einstelligem Tabellenplatz 2013/2014 erkennen müssen, dass nicht immer alles rund laufen kann.
Der Start in die Serie begann für die Mannschaft um Coach Christopher Nordmeyer nicht nach Wunsch. 3:7-Punkte aus den ersten fünf Begegnungen und nur ein Sieg mit 35:28-Toren gegen TuS Nettelstedt-Lübbecke waren zu wenig. Aber schon in dieser frühen Phase der Serie konnte die Mannschaft nicht mit komplettem Kader antreten, da Mait Patrail noch verletzt war und es sollten noch viele folgen. Bei den Füchsen Berlin ließ die Mannschaft um Spielmacher Csaba Szücs aber wieder aufhorchen, denn überraschend gelang ein 29:28-Sieg.
Trotz einer hohen Niederlage (20:32) bei den Rhein-Neckar Löwen hielt sich die TSV jetzt gut und sorgte mit dem 28:25-Erfolg gegen den HSV Hamburg auch im DHB-Pokal für eine gute Zeit.
Mit dem 8. Platz nach dem 14. Spieltag war das Team im Soll, obwohl in den kommenden Monaten die Verletztenmisere nie abriss. Kaum ein Spieler konnte alle 36 Spiele der Saison mitmachen und in einigen Partien stellte sich die Mannschaft aufgrund der Personalsituation selbst auf. Glücklicherweise konnte die TSV auf einen gut ausgebildeten Nachwuchs zurückgreifen und Timo Kastening, Hendrik Pollex, Yannick und Maurice Dräger, sowie Lars Hoffmann und Dominik Kalafut sprangen für die angeschlagenen Profis ein und ersetzten diese gut.
Die Planung, das Einstellen im Training und auch die Abstimmung in den Punktspielen waren aber verständlicherweise nicht optimal. Die Ergebnisse zeigten das, obwohl die Mannschaft vorbildlich eingestellt war und kämpferisch nie aufsteckte. Mit 17:19-Punkten wurde die Hinrunde abgeschlossen und zum Abschluss des Jahres 2014 konnten die Nordmeyer-Schützlinge noch ein Handball-Highlight genießen. Mit 27:19-Toren gelang gegen die TSG Friesenheim vor knapp 10.000 Zuschauern in der TUI-Arena ein beeindruckender Erfolg.
An der Personalsituation änderte sich leider auch nach der EM-Pause im Januar nichts und gleich in den ersten Begegnungen 2015 musste beispielsweise bei der HBW Balingen-Weilstetten (27:31) eine bittere Niederlage kassiert werden. In der Folge wechselten sich optimistische Spiele mit Punktgewinnen, wie beim Bergischen HC (31:31), mit schwachen Vorstellungen, wie bei GWD Minden (22:31) ab. Da die Teams aus dem Tabellenkeller langsam an die Recken heranrückten kam kurzfristig sogar die Sorge um den Klassenerhalt auf. Aber gerade in dieser Phase konnten Lars Lehnhoff und seine Mitspieler wieder starke kämpferische Leistungen abrufen. Das 25:25-Unentschieden in einem dramatischen Heimspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt oder der 28:26-Erfolg nach einem Rückstand von acht Treffern gegen die HSG Wetzlar waren sinnbildlich dafür.
Auch die beeindruckende Partie gegen den THW Kiel (26:28) macht Hoffnung auf die neue Spielzeit 2015/2016, die am 22./23. August starten wird. Zuletzt konnte bei MT Melsungen leider auch kein Sieg mehr gelingen. Mit letztlich 29 Pluspunkten und einen Torverhältnis von 981:1019 erreichte die TSV Hannover-Burgdorf nur den 13. Platz. Kein Grund jedoch, enttäuscht zu sein, denn die Verhältnisse im Verlauf der Spielzeit waren einfach nicht für eine bessere Platzierung geschaffen. Das soll in der nächsten Serie anders werden und mit dem neuen Trainer Jens Bürkle und den neuen Spielern Malte Semisch, Morton Olsen und Erik Schmidt könnten die Recken wieder in den einstelligen Tabellenbereich gelangen und dort gehören sie auch hin.