Trainer Christopher Nordmeyer kann zufrieden sein

Der neue Kreisläufer der RECKEN, Joakim Hykkerud, wird von drei Gegenspielern am Torwurf gehindert. (Foto: Holger Staab)

TSV Hannover-Burgdorf will in den nächsten Spielen weiter punkten

BURGDORF (hs). Eigentlich ist ein Trainer nie zufrieden, auch nicht, wenn die eigene Mannschaft in der Tabelle an der Spitze steht. Es gibt immer etwas zu verbessern, ein wenig Kritik zu üben oder Fehler abzustellen. Der Coach der TSV Hannover-Burgdorf, Christopher Nordmeyer, dürfte mit dem bisherigen Verlauf der noch jungen Saison 2012/2013 dennoch ein wenig zufrieden sein. Seine Mannschaft brachte bisher durchaus sehenswerte Leistungen und auch Punktgewinne, die nicht immer erwartet wurden und die in der jetzigen Phase für einen Mittelfeldplatz sorgen.
Mit sechs Neuzugängen startete Hannover-Burgdorf in die neue Spielzeit und das Anfangsprogramm ließ nichts Gutes erwarten, obwohl die Verpflichtungen zu Hoffnung Anlass gaben. Aber in den Heimspielen standen mit dem THW Kiel, HSV Hamburg und den Rhein-Neckar Löwen gleich drei Topteams der DKB Handball-Bundesliga dem Außenseiter TSV in der AWD-Hall gegenüber. Da musste in den verbliebenen Begegnungen in eigener Halle gegen HBW Balingen-Weilstetten und dem TV Großwallstadt in jedem Fall gepunktet oder eine Überraschung gegen die großen Drei erzielt werden. Auswärts ist es in der Bundesliga immer schwer, sogar gegen Aufsteiger, bestehen zu können und deshalb war die Hoffnung auf eine große Punkteausbeute bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht sehr ausgeprägt.
Das es etwas anders kam, ist ein Verdienst der ganzen Mannschaft und der neuen Stärke. Die neuen Spieler integrierten sich schnell und brachten sowohl in der Defensive, wie auch in der Offensive, mehr Schwung und Durchschlagskraft, bzw. Stabilität. Nur Tamás Mocsai, der neue ungarische Rückraumspieler, ist noch nicht ganz bei der TSV angekommen. Zwar lässt er in manchen Szenen seine Gefährlichkeit aufblitzen, nach der Olympiateilnahme und der nur kurzen Eingewöhnungszeit mit den anderen TSV-Akteuren in der letzten Vorbereitungsphase sind aber noch Rückstände sichtbar.
Die Mannschaft kann zwar noch nicht mit den Spitzenmannschaften mithalten, denn dazu wurden bisher noch zu viele klare Chancen vergeben und in den Spielen gegen den THW (30:36), gegen HSV Hamburg (26:30) und gegen Rhein-Neckar Löwen (26:32) fehlte die Cleverness in entscheidenden Situationen, die solche Spitzenmannschaften auszeichnen.
Dafür ließen die TSVer in den Pflichtspielen gegen Balingen (25:20) und gegen TV Großwallstadt (31:27) keine Schwächen erkennen. Eine neue Stärke zeigten die Nordmeyer-Schützlinge in Auswärtspartien. Zwar kassierten die TSVer zunächst beim TuS Nettelstedt-Lübbecke eine empfindliche 26:38-Niederlage, aber beim TV 1893 Neuhausen (32:31), bei MT Melsungen (26:26) und bei der HSG Wetzlar (32:27) gelangen Punktgewinne, die die TSV ins Mittelfeld der Liga brachten. Der Einzug in das Pokalachtelfinale durch einen 33:31-Erfolg beim TBV Lemgo war zudem eine tolle Leistung. Hier können die RECKEN durch einen weiteren Sieg bei der SG BBG Bietigheim am 12. Dezember sogar auf das Viertelfinale hoffen.
Ein wenig trügerisch ist die Im Mittelfeld allerdings, denn diese Zone der Liga ist breit und durch ein paar Punktgewinne können auch die abstiegsbedrohten Teams TuSEM Essen, TV Großwallstadt oder TV Neuhausen wieder in Reichweite kommen. Dazu müssten die TSV aber im Gegenzug auch Niederlagen einstecken und das wollen sie verhindern. Die Situation, die Tabelle zu kontrollieren und selbst, mit engagiertem Spiel und dem Willen zum Sieg, schnell mit einem Erfolg wieder in gesicherte Zonen vorzustoßen, ist sehr komfortabel und bisher in der Bundesligageschichte der TSV noch nicht dagewesen.
Die nächsten Aufgaben werden aber nicht leicht sein, denn kein Spiel in der stärksten Liga der Welt ist einfach. Jede Mannschaft kann über sich hinauswachsen und einen Favoriten straucheln lassen. Die nächste Partie ist ein Heimspiel und da gilt es einem Topteam gefährlich zu werden. Am Sonnabend, 10. November, ab 19 Uhr kommt die SG Flensburg/Handewitt in die AWD-Hall nach Hannover. Im sechsten Heimspiel die vierte Spitzenmannschaft und endlich wollen Lars Lehnhoff und Co einen Favoriten bezwingen. Eine Woche später dann gleich die nächste Heimpartie. Am 18. November kommt mit dem VfL Gummersbach ein Traditionsclub nach Hannover. Spätestens in diesem Spiel sollen die nächsten Pluspunkte für eine weiter sorgenfreie Saison eingespielt werden.
Für beide Heimspiele gibt es noch Karten in allen bekannten Vorverkaufsstellen und in der Geschäftsstelle des MARKTSPIEGEL-Verlages in Burgdorf.