Trainer Christopher Nordmeyer ist mit der fünften Bundesliga-Saison der TSV Hannover-Burgdorf zufrieden

Recken-Trainer Christopher Nordmeyer zeigte den Spielern der TSV, was sie machen sollten und das recht erfolgreich. (Foto: st)

Handball-Bundesliga-"Recken" überzeugten bei knappen Spielausgängen

BURGDORF (st). Am Ende reichte es in der fünften Saison in der DKB Handball-Bundesliga zum erhofften einstelligen Tabellenplatz. Der 8. Rang in der ersten Europapokalsaison der TSV Hannover-Burgdorf kann als respektabler Erfolg bezeichnet werden. Das meinte auch Trainer Christopher Nordmeyer, den der MARKTSPIEGEL kurz vor der Sommerpause interviewte. In den Statistiken der Bundesligasaison 2013/2014 schnitten die TSVer dagegen nicht so gut ab, was einige Zahlen verdeutlichen.
Während am Ende der Spielzeit der 8.Platz in der Abschlusstabelle erreicht wurde, zeigt bei der Auswärtstabelle ein anderes Bild ab. Hier ist das Team um Trainer Nordmeyer nur auf dem 14. Platz und in der Heimtabelle auf dem 8.Platz. In der Zuschauergunst steht der Verein mit durchschnittlich 3.598 Besuchern auf Platz 10. Dagegen ist der 12. Rang bei den meisten Zeitstrafen ansehnlich aber zweifelhaft. Die TSV bekam 224 Minuten aufgebrummt, das sind 6,6 Minuten pro Begegnung bei nur 2 Roten Karten. Bei den Zeitstrafen-Spielern landete kein Recke auf einem Platz unter den ersten 15 Akteuren.
Dafür konnten sich bei den Torwarten aber weder Nicolai Weber noch Martin Ziemer unter die ersten Keeper als Siebenmeter-Killer auszeichnen. Ziemer landete bei den meisten Torhüterparaden mit 263 Paraden lediglich auf dem 16. Platz, was aber auch andeutet, dass die TSV zwei durchaus gleichwertig gute Torhüter in ihrem Kader hat, die ähnlich lange Spielanteile vorweisen können.
Bei den besten Siebenmeterschützen landete Lars Lehnhoff mit 58 Treffern bei einer Quote von 73 % auf dem 9. Platz, aber gleichzeitig auf dem 7. Platz bei den Siebenmeter-Patzern mit 22 verworfenen Strafwürfen. Als Feldtorschütze konnte sich Mait Patrail mit 123 Toren nicht unter den ersten 20 Akteuren einordnen. Lehnhoff brachte es zusammen mit den 7m-Toren auf immerhin 173 Tore und damit auf Platz 9 der Liste der besten Torschützen.
Diese Statistiken werden für Trainer Nordmeyer aber eher nebensächlich sein, denn er beurteilt seine Mannschaft aus einem ganz anderen Blickwinkel und urteilt nicht nur nach geworfenen Toren oder gehaltenen Bällen. Deshalb sprach der MARKTSPIEGEL kurz nach der Saison mit dem Bundesligacoach.
MARKTSPIEGEL: „Hallo Herr Nordmeyer, wie zufrieden sind sie mit dem Abschneiden ihrer Mannschaft in der gerade abgelaufenen Saison 2013/2014?“
Christopher Nordmeyer: „Ich bin sehr zufrieden mit der abgelaufenen Saison. Dass wir am Ende einer kräftezehrenden Runde den 8. Platz erreichen, zeigt, wie stabil wir uns in DKB-Handball-Bundesliga etabliert haben. Die Qualifikation für die Gruppenphase des Europapokals gegen Schaffhausen war nicht selbstverständlich und auch die Konstanz in der Liga ist bei den vielen Verletzungen und Personalwechsel als ein großer Erfolg zu werten.“
MARKTSPIEGEL: „Welche Rückschlüsse aus der Erfahrung der vergangenen Saison lassen sich für ihr Team im Hinblick auf die nächste Spielzeit ziehen?“
Christopher Nordmeyer: „Viele Erfahrungen dieser Saison werden uns besser machen. Wir haben von unseren europäischen Gegnern viel gelernt und auch die schwierigen Situationen, die wir meistern mussten, bleiben als positive Entwicklung im kollektiven Gedächtnis der Mannschaft.“
MARKTSPIEGEL: „In der vergangenen Saison gab es bei den Recken viel Verletzungspech, was auch auf die hohen Belastungen der Spieler in vielen Begegnungen zurückzuführen ist. Können sie im und mit Training das Risiko einer Verletzung minimieren?“
Christopher Nordmeyer: „Wir untersuchen die Ursachen für Verletzungen immer sehr genau. Nach unserer Analyse waren es dieses Jahr weitgehend traumatische Verletzungen, die schwer zu verhindern sind und durch die daraus entstehende Überlastung der verbliebenen Spieler zu Folgeverletzungen führten. Wir werden aber weiterhin versuchen, den Bereich Belastungssteuerung zu optimieren“
MARKTSPIEGEL: „Wird es neben Kai Häfner, Sven-Sören Christophersen und Olafur Gudmundsson noch weitere Neuzugänge für ihre Mannschaft geben?“
Christopher Nordmeyer: „Mit den drei Neuzugängen und der Verlängerung von Jan Fiete Buschmann sind die Planungen derzeit abgeschlossen. Wir können mit dem Kader für die Saison 2014/2015 sehr zufrieden sein.“
MARKTSPIEGEL: „Wie ist das Programm für die nächsten Wochen und wann startet ihr Team in die Vorbereitung auf die neue Saison?“
Christopher Nordmeyer: „Die Spieler haben für die Übergangsphase individuelle Trainingspläne bekommen, die sie abhängig von der Teilnahme an Nationalmannschaftslehrgängen wahrnehmen. Zum Vorbereitungsstart am 14. Juli sind sie auf jeden Fall fit. Ich nutze die Zeit, um die Saison im Einzelnen zu reflektieren und die folgende Spielzeit zu planen.“
MARKTSPIEGEL: „Welche Ziele setzen Sie sich und ihrer Mannschaft für die neue Spielzeit 2014/2015 in der DKB Handball-Bundesliga?“
Christopher Nordmeyer: „Wir werden uns im Laufe der Vorbereitung als Team zusammensetzen und die Ziele festlegen, die wir in der kommenden Saison erreichen wollen. Die hängen von vielen Faktoren ab und sind nicht in Punkten und Plätzen zu messen.“