SuS Sehnde muss ohne zwei Torjäger den Klassenerhalt schaffen

Lorenzo Pombo-Wulfes und Ruslan Mechonzew stehen nicht mehr zur Verfügung

SEHNDE (kd). Eine ereignisreiche Hinrunde liegt hinter dem SuS Sehnde. Nach über drei Jahrzehnten war dem Verein aus dem Großen Freien im abgelaufenen Spieljahr in überzeugender Art und Weise als Meister der Kreisliga 1 die ersehnte Rückkehr in den Bezirk geglückt. Doch zogen schon bald dunkle Wolken am Horizont auf. Völlig überraschend stellte bereits gegen Ende der Hinrunde Erfolgstrainer Mirko Feuerhahn trotz des gerade geschafften Aufstiegs sein Amt als Coach zur Verfügung, obwohl seine Mannschaft keinen Abstiegsplatz in der Fußball-Bezirksliga 2 belegte. Für Mirko Feuerhahn, der persönliche Gründe für seinen Rückzug nannte, übernahm sein Assistent Michael Spiegel als Coach die Mannschaft.
Wechselhaft verlief auch der bisherige Saisonverlauf – mit Licht und Schatten. So mussten die Sehnder als Aufsteiger drei Spieltage lang auf den ersten Saisonsieg warten. Zwei Remis zum Saisonauftakt gegen den FC Can Mozaik (2:2) und TuS Altwarmbüchen (3:3) folgte im dritten Spiel eine 3:5-Heimniederlage gegen den Tabellenführer Niedersachsen Döhren, ehe im vierten Spiel endlich der berühmte Knoten platzte und SuS Sehnde beim Mitaufsteiger SV Iraklis Hellas mit dem 4:3- Sieg den ersten Dreier einfuhr.
Dieser Sieg war für die Mannschaft des damaligen Trainers Mirko Feuerhahn sogleich der Auftakt für eine großartige Erfolgsserie mit 16 Punkten in Serie. Dem 4:3-Erfolg beim SV Iraklis ließen die Sehnder Siege gegen TSV Bemerode (5:0), SV Ramlingen/Ehlershausen II (4:0) und TuS Davenstedt (7:0) folgen. Nach einem 1:1 gegen FC Lehrte und einem 3:2-Erfolg bei den Sportfreunden Ricklingen ging am 10. Spieltag die stolze Serie im Heimspiel gegen den Mühlenberger SV mit der 0:2- Niederlage zu Ende.
Die Niederlage hatte offenbar Signalwirkung. So brachte der Aufsteiger in den darauf folgenden fünf Spielen bis zum Beginn der Winterpause nichts Positives an Ergebnissen mehr zu Stande: TSV Stelingen (0:2), TSV Mühlenfeld (0:2), Fortuna Sachsenroß Hannover (1:3), Germania Grasdorf (2:2) und FC Can Mozaik (2:3). Mit nunmehr 19 Punkten belegt SuS Sehnde nach 15 Spielen den 7. Rang in der Tabelle der Bezirksliga. Eine Platzierung, die an und für sich zu keinerlei Sorgen Anlass geben sollte. Wenn da nur nicht das Problem wäre, dass die Sehnder trotz ihres 7. Tabellenplatzes nur zwei Punkte von dem auf einem Relegationsplatz platzierten TSV Stelingen trennen würde. Daher besteht für SuS Sehnde trotz 19 Punkten und einem Torverhältnis von 37:30 Treffern noch eine erhöhte Abstiegsgefahr. Erst recht, weil die Mannschaft von Trainer Michael Spiegel eine unerklärliche Heimschwäche aufweist. Mit nur einem Heimsieg beim 4:0- Erfolg gegen SV Ramlingen/Ehlershausen II und drei Remis (FC Can Mozaik, FC Lehrte und Germania Grasdorf) sowie gleich vier Heimniederlagen (Niedersachsen Döhren, Mühlenberger SV, Fortuna Sachsenroß und TSV Stelingen) sind die Sehnder mit nur sechs Heimpunkten zu Hause eine der schwächsten Mannschaften. Dagegen stellt SuS Sehnde auswärts eine Macht dar, wie 13 Zähler bei vier Siegen, einem Remis und zwei Niederlagen als zweitbeste Auswärtsmannschaft belegen.
Mit Lorenzo Pombo-Wulfes (10 Tore), Patrick Glage (8 Treffer), Vincent Janizki (5 Tore), Ugur Tomen (4 Treffer) und Ruslan Mechonzew (3 Tore) verfügte SuS Sehnde in der Hinserie über gleich fünf torgefährliche Angreifer.
Allerdings verletzte sich Ruslan Mechonzew beim Hallenturnier des FC Lehrte so schwer, dass er mit einem Kreuzbandriss und Meniskusschaden für die Rückserie nicht mehr zur Verfügung steht. Ebenso schmerzhaft ist für die Sehnder der Abgang von Lorenzo Pombo-Wulfes, der in der Winterpause zur TSV Burgdorf wechselte. „Wir haben alles versucht, um Lorenzo zum Bleiben zu bewegen. Leider vergebens", gestand Sehndes Manager Andreas Janizki ein, der den Abgang seines besten Torjägers ungemein bedauerte. „Lorenzo ist super ehrgeizig und verfügt über eine tolle Ballverarbeitung. Sein Abgang ist ein schwerer Verlust für unseren Verein. Wir hätten ihm die Freigabe verweigern können, doch wollten wir ihm als Studenten die sportliche Zukunft nicht verbauen“, sagte Andreas Janizki, dem sehr wohl bewusst ist, dass für seinen Trainer nun ohne zwei seiner bisherigen Torjäger die Aufgabe noch schwerer wird, die Klasse zu halten. „Dann müssen jetzt Spieler wie Patrick Glage, Ugur Tomen oder Julian Kaffka in die Bresche springen, wenn es ums Toreschießen geht“, gab sich Michael Spiegel bereits kämpferisch.