Stark veränderter Kader birgt Risiken und Chancen

HHB-Coach Jürgen Bätjer zeigt, wo es für den Drittligisten in der Vorbereitung hin soll. Geradewegs nach vorn! (Foto: st)

Handball Hannover-Burgwedel kämpft in der Vorbereitung um die Form

BURGWEDEL (st). Da ist schon ein starker Umbruch passiert. Nicht nur, dass die HSG Burgwedel, wie aber schon vor einem Jahr angekündigt, nunmehr Handball Hannover-Burgwedel heißt, sondern auch im personellen Bereich hat sich ein Wechsel vollzogen. Der Kader um Trainer Jürgen Bätjer ist vollkommen umgekrempelt worden, sieben Abgängen stehen acht Neuzugänge gegenüber.
Für eine Mannschaft wie den HHB in der 3.Liga ist das schon ein großer Einschnitt.
Bei einem 15-köpfigem Kader machen die neuen Spieler die Hälfte aus und deshalb wird Bätjer eine Menge Arbeit haben, um aus der Gesamtzahl der Einzelspieler ein Team zu formen. Bereits Anfang Juli ist die Mannschaft deshalb in die Vorbereitung auf die neue Spielzeit 2017/2018 gestartet und wird zum Ende des Monats die 2. Vorbereitungsphase mit Testspielen und vielen Trainingseinheiten beginnen.
HHB musste personell auf die Abgänge von Akteuren reagieren und hat das gezielt gemacht. Wie schon in den Jahren zuvor wurden junge Spieler verpflichtet, die eine Perspektive haben und dem Verein helfen können, attraktiven Handball zu spielen und in der 3.Liga eine gute Rolle zu spielen. Ob das letztlich gelingt, bleibt aber zunächst abzuwarten, denn in sechs Wochen wird sich erst zeigen, welche Qualität das Team um Maurice Herbold wirklich hat. Die Burgwedeler Fans werden in jedem Fall neugierig in Richtung der Burgwedeler Halle schauen und sich auf das neue Team freuen.
Nachdem als Neuzugänge bereits Thomas Bergmann (Rechtsaußen) vom Lehrter SV, Steffen Fischer (Rückraum) von USV Halle, Florian Freitag (Rückraum) von TSV GWD Minden, Pascal Kinzel (Torwart) von Eintracht Hildesheim, Timo Paternoga (Linksaußen) von der TSV Burgdorf und Artjom Antonevich (Rechtsaußen) vom TV Emsdetten verpflichtet worden sind, kamen kürzlich noch zwei interessante Akteure zur HHB. Auf den Abgang von Lennart Carstens, den es kurzfristig beruflich nach Flensburg zog, mussten die Verantwortlichen reagieren. Sie verpflichteten den 23-jährigen Griechen Stefanos Michailidis, der von A.C.C Filippas Verias nach Burgwedel wechselte. Der Kreisläufer spielte in der 1. Liga in Griechenland und nahm auch an den Spielen des EHF-Cups teil. Trainer Bätjer möchte den jungen Spieler an die Bedingungen im Herrenbereich heranführen und langfristig zu einem gestandenen Drittligaspieler machen.
Der 201 Zentimeter große und 98 Kilogramm schwere Michailidis wird sich zusammen mit einem weiteren Neuzugang die Kreisläuferposition teilen. Marcel Otto wurde nur ein paar Tage vor dem Wechsel von Michailidis als siebter Neuzugang von der HHB bekanntgegeben. Der 20-jährige Otto kommt von LHC Cottbus und wird sich zusammen mit dem Griechen eine Wohnung in Burgwedel teilen. Otto lockten die Burgwedeler mit einem Ausbildungsplatz und so ist die Kaderplanung der HHB jetzt komplett.
Es ist schon erstaunlich, wie die Verantwortlichen um Handballchef Dr. Karsten Hoppenstedt und Vorstandsmitglied Markus Mücke auf die negativen Meldungen von Abgängen in den letzten Monaten reagiert haben und reagieren konnten. Ob die Mannschaft sich jetzt auch zusammenfinden wird, werden die Testspiele zeigen. Coach Bätjer hat aber bereits mehrfach bewiesen, dass er aus vielen individuellen Talenten eine schlagkräftige Truppe formen kann. Jetzt ist es an der Zeit, das wieder zu beweisen.
Schon in den ersten Testspielen am 29. Juli ab 18 Uhr gegen den Drittligisten 1.VfL Potsdam und eine Woche später gegen den Mitkonkurrenten HF Springe wird er erste Erkenntnisse über die Leistungsstärke seines Teams erkennen können.