SC Magdeburg ist der Angstgegner der TSV Hannover-Burgdorf

Rückraumspieler Mait Patrail geht auch dahin, wo es wehtun kann und ist zum Stammspieler bei der TSV Hannover-Burgdorf herangewachsen. (Foto: Holger Staab)

Handball-Bundesligist kassierte zuletzt nur Niederlagen gegen den SCM

BURGDORF (hs). 26:41 und 22:29 hießen die beiden Ergebnisse der TSV Hannover-Burgdorf gegen den SC Magdeburg in der Saison 2011/2012. Ist der SCM so etwas wie ein Angstgegner der Mannschaft um Trainer Christopher Nordmeyer? Oder nehmen die TSVer sich gegen ihren Aufstiegstrainer Frank Carstens, der von Hannover nach Magdeburg wechselte, einfach zuviel vor und verkrampfen bei einer zu hohen Zielvorgabe? Die Antworten darauf wird das Spiel am kommenden Dienstag, 20. November, ab 19 Uhr geben.
Zunächst müssen Torwart Martin Ziemer und seine Mitspieler aber noch am morgigen Sonntag, 18. November, ab 17.30 Uhr im Heimspiel gegen den VfL Gummersbach (wir berichteten in unserer Mittwochausgabe) bestehen. Und auch das kann eine spannende Begegnung werden, die hoffentlich positiv für die RECKEN ausgeht. Bei einem Heimsieg gegen den VfL könnte die Mannschaft locker und optimistisch nach Magdeburg fahren.
Gut 48 Stunden nach der Partie gegen den VfL müssen die Spieler der TSV schon wieder auflaufen. Eine doch etwas unglückliche Terminplanung, denn so ist es schwer, die Vorbereitung auf den nächsten Gegner intensiv zu gestalten und die notwendige Erholungsphase nach einem schweren Spiel auszukosten. Aber die TSVer sind Profis und werden sich auch so verhalten, zumal der augenblicklich gute Tabellenplatz verteidigt werden soll und die RECKEN auch auswärts bisher nicht enttäuschten.
Nach den Auswärtserfolgen im Pokal (31:33) und in der Meisterschaft beim TBV Lemgo (30:32) ist das Punktekonto in fremden Hallen sogar besser als das in der AWD-Hall. Das liegt aber auch an den Topteams, die bisher in Hannover ihre Visitenkarten abgaben. In den bisherigen sechs Heimspielen gastierten gleich vier der fünf Mannschaften in Hannover, die in der vergangenen Serie die ersten fünf Plätze in der Liga einnahmen. Da waren Punktgewinne nicht unbedingt zu erwarten, allerdings war der 29:28-Sieg gegen die SG Flensburg/Handewitt überraschend. Umso besser, dass die Punkte in fremden Hallen eingespielt wurden und die TSV auf einem guten Mittelfeldplatz zu finden ist.
Kleine Erfolge, wie auch in den Begegnungen gegen die Spitzenteams, in denen Joakim Hykkerud und Co lange mithalten konnten, erst nach großer Gegenwehr unterlagen oder zuletzt sogar siegten, helfen am Dienstag in der GETEC-Arena allerdings nicht weiter. Der SC Magdeburg wird ein schwerer Gegner sein. Die Mannschaft um Coach Carstens will sich wieder in den Bereich der Europapokalplätze vorkämpfen und hofft, nach einem schwierigen Jahr mit vielen verletzten Akteuren und dennoch Platz sechs, auch in dieser Saison gut abschneiden zu können.
Mit Moritz Schäpsmeier und Stefan Kneer verpflichteten sie zwei starke deutsche Rückraumspieler und wollen damit weiter für Gefahr aus der Fernwurfzone sorgen. Der SCM will die verlorene Substanz aufbauen, Andreas Rojewski ist wieder voll einsatzfähig und die beiden Neuzugänge sollen integriert werden. Dann könnte die Mannschaft noch stärker sein und sich vielleicht in die Zone der Top-5-Clubs einreihen. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg, das haben die bisherigen Ergebnisse in dieser Saison gezeigt.
Die Magdeburger um ihren erstklassigen Torwart Gerrit Eijlers sind aber sehr heimstark und stecken in ihrer Arena kaum zurück, wenn die TSV anreist. Die Nordmeyer-Schützlinge werden es nicht nur mit einem wurfgewaltigen Rückraum zu tun bekommen, sondern auch mit einer kompromisslosen Defensive. Sie werden ihre Stärken dagegenstemmen müssen, wenn ein Punktgewinn gelingen soll.
Dazu gehört eine aggressive Abwehr mit einem zuletzt überzeugenden Martin Ziemer im Tor und ein konstruktiver Spielaufbau ohne leichtsinnige Fehler. Die würden vom Gastgeber gerne zu schnellen Gegenstößen durch Robert Weber und Yves Grafenhorst genutzt werden. Gelingt es, die Fehler zu minimieren und durch Mait Patrail und Morten Olsen, sowie Jan-Fiete Buschmann und Tamás Mocsai Treffer aus dem Rückraum zu setzen, dann könnte der Favorit aus Magdeburg in Schwierigkeiten kommen.