Rettung des TuS Celle FC erfolgte nach einem Aprilscherz in letzter Minute

Die neuformierte Mannschaft des TuS Celle FC. (Foto: Aleksejs Sorokins)

Weitere Eigenständigkeit des Traditionsvereins war das erklärte Ziel der Mitglieder

CELLE (kd). Es war ein hartes Stück Arbeit, die vor der Interessengemeinschaft des TuS Celle FC lag, als sie der Ruf ihrer Mitglieder ereilte, den Traditionsverein am Leben zu halten. Im Gegensatz zu den Vereinen der TSV Burgdorf und des Heesseler SV, die in sorgfältiger Vorarbeit die Fusion zwischen beiden Vereinen vorbereitet hatten, wurden die Mitglieder des TuS Celle FC quasi über Nacht auf einer extra einberufenen Versammlung in Wietzenbruch mit der Nachricht überrascht, dass der Spielbetrieb des TuS Celle FC eingestellt würde und ab der neuen Saison als MTV Eintracht Celle in der Landesliga Lüneburg im Günther-Volker-Stadion des TuS Celle weitergeführt würde.
Der Zorn der TuS-Mitglieder war so groß, dass die Versammlung abgebrochen wurde. Zumal auch Verfahrensfehler die Rechtmäßigkeit der Versammlung in Zweifel gezogen hätten, die ohnehin unter dubiosen Vorzeichen stand, da der geplante Zusammenschluss am 1. April das erste Mal als Aprilscherz in der Celleschen Zeitung der breiten Öffentlichkeit kundgetan wurde. Mit der geplatzten Fusion traten der 1. Vorsitzende Peter Hoop, sein Vize und bisheriger sportlicher Leiter Jörg Klindworth sowie Jugendwart Wolfgang Zeising und Schatzmeisterin Pia Ortmann zurück, so dass die sechs Personen umfassende Interessengemeinschaft des TuS Celle FC quasi vor dem Nichts stand. Zumal sich auch Trainer Hilger Wirtz mit den Spielern Tjark Klindworth, Trainersohn Hilger von Elmendorff und Torjäger Kirill Weber aufgrund des vorhandenen Vakuums anderweitig orientiert und sich dem Lokalrivalen MTV Eintracht Celle angeschlossen hatten, der in dieser Saison in die Landesliga aufgestiegen ist und damit künftiger Lokalrivale des TuS Celle FC in der Landesliga Lüneburg sein wird.
Mit Lennart Steinkuhl (SV Ramlingen/Ehlershausen) und Johann Ehrentraut, der zur TSV Burgdorf wechselte, hat der TuS Celle FC noch weitere Abgänge zu verzeichnen. Einen Wechsel zur TSV Burgdorf hatte auch Michael Kiefer vor, der sich nach intensiven Gesprächen mit dem neuen Trainer Uwe Ronge letztlich dazu entschloss, beim TuS Celle FC zu bleiben. Genau so wie der verblieben Stamm von 12 Spielern, zu denen nun noch die Neuzugänge Sascha Strohschneider (TuS Eversen/Sülze), Marvin Feldmann (FC Firat Bergen), Sören Radeke (TSV Etelsen), Kais Manai (1. FC Magdeburg), Antonios Agaoglou (Borussia Hannover) und Simmo Ismael (Arminia Hannover A-Junioren) hinzukommen, so dass Uwe Ronge mit 19 Spielern in die Saison startet, zu denen noch einige Spieler kommen könnten, die derzeit am Trainingsbetrieb teilnehmen.
Verständlich, dass bei einem so großen Tohuwabohu im Umfeld des TuS Celle FC das Interesse der Zuschauer am vergangenen Wochenende beim Celler Stadtpokal dem ersten Auftritt nach den gescheiterten Fusionsplänen und dem drohenden Aus des Traditionsvereins galt. Mit dem Gewinn des kleinen Finales im Spiel um Platz 3 gegen den Lokalrivalen MTV Eintracht Celle II mit 6:5 nach Elfmeterschießen nahm die neuformierte Mannschaft des TuS Celle FC zwar 200 Euro als Prämie mit nach Hause, doch konnte der Landesligist die hohen Erwartungen nicht ganz erfüllen, was angesichts der Kürze der Vorbereitungszeit mit der Zusammenstellung des Kaders auch nicht zu erwarten war.
„Wir haben nahezu jeden Tag trainiert. Bei einigen Spielern hat heute die körperliche Frische gefehlt. Zwar haben wir gegen den späteren Pokalsieger VfL Westercelle, der von meinem Trainerkollegen Holger Kaiser gecoacht wird, 0:0 gespielt, doch anschließend leider die Endspielteilnahme durch eine 3:5-Niederlage nach Elfmeterschießen im Halbfinale gegen den SV Altencelle verpasst“, bedauerte Trainer Uwe Ronge, der allerdings mit Michael Kiefer, Sye Tekeste und Neuzugang Sören Radeke auf einige Leistungsträger verzichten musste. Im zentralen Mittelfeld ordnete Heimkehrer Kais Manai wie gewohnt das Spiel. „Allerdings fehlt uns nach vorne noch die Durchschlagskraft“, musste Celles Trainer eingestehen. „Auf dieser Position besteht noch Handlungsbedarf“, räumte Uwe Ronge ein, der darauf hofft, dass sich seine Mannschaft in den Vorrundenspielen um den Marktspiegel-Cup in der Burgdorfer MARKTSPIEGEL-Arena in den Partien am Montag, 20. Juli, um 20 Uhr gegen den TuS Altwarmbüchen, am Donnerstag, 23. Juli, um 20 Uhr gegen den SV Ramlingen/Ehlershausen II und am Montag, 27. Juli, um 19.45 Uhr gegen die TSV Burgdorf im Angriff als durchschlagskräftiger erweist, um so als einer der beiden Gruppenersten in das Halbfinale einziehen zu können.
„Meine Spieler sind mit enormer Begeisterung und großem Eifer dabei. Ich bin zuversichtlich, dass wir spätestens bis zum Saisonstart so weit sind, um in der Landesliga Lüneburg eine gute Rolle zu spielen“, zeigt sich Uwe Ronge zuversichtlich, der mit folgender TuS-Mannschaft das Halbfinale im MARKTSPIEGEL-Cup erreichen will: Tor: Sascha Strohschneider, Eike Mach. Abwehr: Matthias Wörner, Sven Pohlmann, Yalzin Ozan, Marvin Feldmann, Nils Speckmann, Antonios Agaoglou. Mittelfeld: Nils Rogge, Michael Kiefer, Oguzhan Cay, Steven Neumann, Kodo Kadir, Kais Manai, Sören Radeke. Angriff: Kai Broschinski, Simmo Ismael, Sye Tekeste, Jiyan Alin. Trainer: Uwe Ronge.