Recken wollen selbstbewusst auftreten

Sven-Sören Christophersen ist nach seiner Daumenverletzung zu Saisonbeginn jetzt wieder in Topform. (Foto: st)

HBW Balingen-Weilstetten darf nicht unterschätzt werden

BURGDORF (st). Am Sonnabend, 4. März, ab 19 Uhr, gibt es für die TSV Hannover-Burgdorf keine Ausreden mehr. Ein Erfolg im Heimspiel der DKB Handball-Bundesliga ist eine Pflichtaufgabe. Der erwartet schwere Start in das Jahr 2017 mit den Pflichtspielen bei HC Erlangen, gegen die Rhein-Neckar Löwen und bei der SG Flensburg-Handewitt war nicht von Erfolg gekrönt. Alle drei Spiele gingen verloren. Jetzt muss sich die Mannschaft um Trainer Jens Bürkle aus der Niederlagenserie befreien und mit Engagement und einer niedrigen Fehlerquote einen Heimsieg schaffen.
Der Gegner in der Swiss Life Hall wird aber nicht in Hannover anreisen, um die Punkte freiwillig abzugeben. HBW Balingen-Weilstetten steckt mitten im Abstiegskampf und benötigt dringend Punktgewinne, um nicht noch tiefer in den Abstiegstrubel gezogen zu werden. Was wäre hilfreicher, als Bonuspunkte in Auswärtsspielen bei einem vermeintlichen Favoriten. Deshalb werden die Gäste der Recken mit viel Power in Hannover auftreten.
Für die Balinger ist jedes Auswärtsspiel eine Chance, auch wenn sie gering erscheint, wollen sie diese nutzen. Bewiesen haben die HBW-Akteure das bereits im Hinspiel in eigener Halle. Casper Mortensen und Co mussten nach einer schwachen Leistung mit 27:30-Toren die weite Heimreise antreten. Das war kein einfacher Rückweg aus dem Schwabenland und das werden die Spieler um Trainer Jens Bürkle noch in den Köpfen haben. Von Wiedergutmachung darf nicht gesprochen werden, aber der Einsatz der Spieler um Timo Kastening wird angepasst sein.
In Balingen übernahm HBW nach dem 16:15-Zwischenstand zur Pause immer mehr das Geschehen und setzte sich bis zur 50. Spielminute vorentscheidend mit 27:23-Toren ab. Die Recken konnten der Heimmannschaft an diesem Tag nur wenig entgegensetzen und mussten sich letztlich geschlagen geben. Das soll am heutigen Tag nicht passieren. Die Rückraumspieler um Lars Friedrich, der im Hinspiel acht blitzsaubere Feldtore warf und Martin Strobel, der sechsmal einnetzte, müssen in ihren Wurfansätzen gestört werden.
Neben den weiteren Rückraumakteuren Markus Stegefelt und Davor Dominikovic, sollten zudem Linksaußen Yves Kunkel und Dennis Wilke von der rechten Außenposition, sowie Kreisläufer Christoph Foth abgeschottet werden. Balingens Trainer Runar Sigtrygsson wird seine Spieler intensiv auf die Verhältnisse in Hannover vorbereiten. Aufgrund der Situation haben die Balinger in Hannover keinen Druck und müssen nicht zwingend zwei Punkte einspielen. Die wichtigen Punkte gegen den Abstieg müssen sie in den Heimspielen sichern.
Das darf die Recken aber nicht zu Überheblichkeit veranlassen. Der HBW ist zu jeder Zeit gefährlich, kann sich in einen Rausch spielen und damit jeden Gegner in der Eliteliga des Handballs zu Fall bringen. Das haben sie bereits mehrfach bewiesen und Teams wie beispielsweise MT Melsungen (29:25) bezwungen. Wenn die TSV-Torwarte Martin Ziemer und Malte Semisch aber eine gute Tagesform zeigen und die Defensive stabil steht, dann sollte das Grundgerüst für einen hannoverschen Sieg aufgebaut sein. Die Leistung im Angriff muss aber über die gesamten 60 Minuten stimmen. Dann kann die Negativserie auch durchbrochen werden und die Recken können wieder zuversichtlich sein. Die nächste Begegnung bei der HSG Wetzlar und das darauffolgende Heimspiel gegen den THW Kiel werden dann wieder Partien sein, die ungleich schwerer erfolgreich gestalten werden können.