Recken wollen ersten Sieg gegen Weltklasseteam

Klare Anweisungen von Trainer Jens Bürkle an Dominik Kalafut von der TSV Hannover-Burgdorf. Rúnar Karason beobachtet derweil das Spiel seiner Teamkameraden. (Foto: st)

THW Kiel wird mit viel Respekt zur TUI-Arena in Hannover anreisen

BURGDORF (st). Was gibt es Schöneres, als Handball auf höchstem Niveau in einer tollen Arena vor voll besetzten Rängen? Am Sonntag, 26. März kommt mit dem THW Kiel eine Spitzenmannschaft in die TUI-Arena und die TSV Hannover-Burgdorf will in der DKB Handball-Bundesliga ab 15 Uhr mit viel Einsatz und Spielfreude agieren und den Favoriten zum Straucheln bringen. Die Multifunktionsarena wird wieder sehr gut besetzt sein und alle hannoverschen Fans freuen sich auf das Duell mit dem Club aus dem hohen Norden.
Vor fast genau einem Jahr, am 27. März 2016 konnten die TSV-Spieler um Trainer Jens Bürkle einen historischen Punktgewinn gegen den THW Kiel erobern. Mit 30:30-Toren sicherten sich Lars Lehnhoff und Co nach einer tollen Leistung einen Bonuspunkt in Hannover vor begeisterten Besuchern. Ein Zähler, der für die restlichen Begegnungen nochmal Auftrieb gegeben hat und wieder haben könnte.
Ein Gegner wie den THW Kiel dürfen die Recken aber in keiner Sekunde aus den Augen lassen. Ein Punktgewinn oder vielleicht sogar ein Sieg ist nur möglich, wenn Kai Häfner und seine Mitspieler eine Klasseleistung abrufen können und die Kieler aufgrund der großen Belastung mit Pokalspielen, Champions League und Punktspielen nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte sind.
Die Zebra-Herde wurde vor der Saison verjüngt. Top-Talente wie Nikola Bilyk oder Lukas Nilsson wurden verpflichtet und erfahrene Akteure wie Dominik Klein, Joan Canellas oder Igor Anic verließen den Club von der Ostseeküste. Der THW ist nicht mehr der Titelfavorit Nummer eins und die Chancen auf die 21. Deutsche Meisterschaft der Kieler abgeschwächt. Aber auch wenn die SG Flensburg-Handewitt und die Rhein-Neckar Löwen Nach Minuspunkten jetzt vor dem THW rangieren, die Mannschaft um Coach Alfred Gislason, der seit 2008 in Kiel auf der Trainerbank sitzt, gehört zum Spitzentrio und wird um den Titel mitspielen. Der heutige Gast der Recken hat sein Team breiter aufgestellt und aus dem Verletzungspech der vergangenen Jahre seine Schlüsse gezogen. Der Kader mit Top-Spielern wurde durch hoffnungsvolle Perspektivspieler ergänzt und so ist Kiel zwar an manchen Tagen verwundbar, aber immer noch eine Spitzenmannschaft. Nicht zuletzt mit der Verpflichtung von Nationaltorwart und Europameister Andreas Wolff ist Geschäftsführer Thorsten Storm eine Verstärkung seines Teams gelungen. Zusammen mit Niklas Landin spielt in Kiel das wohl beste Torhüterduo der Liga.
Die Keeper gilt es für TSV-Spieler erst einmal zu überwinden, damit eine Grundlage für eine gute Leistung möglich ist. Viel wird allerdings von der Defensive der Burgdorfer abhängen. Neben Torhüter Martin Ziemer müssen Mait Patrail, Erik Schmidt, Fabian Böhm und Sven-Sören Christophersen einen stabilen Abwehrblock bauen, an dem sich die Gästeangreifer die Zähne ausbeißen. Besonders der permanent gefährliche Domagoj Duvnjak darf seine Kracher auf das TSV-Tor nicht ansetzen. Darüber hinaus sind die überfallartigen Gegenstöße zu unterbinden. Gelingt es Casper Mortensen und seinen Mitspielern, im Angriff wenig Fehler zu produzieren, dann können die Kieler auch keine Gegenstöße laufen.
Nach dem Mammutprogramm mit 14 Spielen in der Champions League Gruppenphase und dem Achtelfinale am heutigen Mittwoch gegen die Rhein-Neckar Löwen, könnten die Kräfte der Kieler Akteure aber nachlassen. Ob die TSV das für sich nutzen kann, bleibt abzuwarten. Zusammen mit den hannoverschen Fans wollen Ziemer und Co aber alles versuchen, um den großen THW an den Rand einer Niederlage zu zwingen. Kocht die Stimmung in der TUI-Arena, wie vor einem Jahr, über und haben die TSVer die Chance auf einen Sieg, dann kann alles passieren. Sogar der erste Erfolg gegen die Kieler in der achtjährigen Geschichte der TSV in der Bundesliga ist dann durchaus möglich.