Recken wollen auswärts endlich doppelt punkten

Wenn Recken-Coach Jens Bürkle mal mit den Entscheidungen der Unparteiischen nicht einverstanden ist, macht er das deutlich. (Foto: st)

HBW Balingen-Weilstetten gehört zu den lösbaren Aufgaben

BURGDORF (st). Gehört das DKB Handball-Bundesligaspiel der TSV Hannover-Burgdorf bei HBW Balingen-Weilstetten zu den lösbaren Aufgaben oder ist es eine Partie auf Augenhöhe? Spätestens am späten Sonnabendabend werden die Handballfans aus Burgdorf und Hannover das wissen. Die Recken gastieren im Schwabenland und sind nach den zuletzt gezeigten Leistungen nicht unbedingt favorisiert, sollten aber versuchen, einen doppelten Punktgewinn mit auf die Heimreise zu nehmen.
Nach den beiden Begegnungen beim HSV Handball (24:24) und gegen die MT Melsungen (24:24) konnten die Spieler um Trainer Jens Bürkle den starken Saisonstart bestätigen und haben jetzt 6:8-Punkte auf dem Konto. Durch die leistungsstarken Gegner in der ersten Phase der Spielzeit ist das sicherlich kein Beinbruch und die Mannschaft braucht sich noch keine Sorgen um den Klassenerhalt zu machen. Dazu haben Erik Schmidt und seine Mitspieler einfach zu viel Potenzial. Aber sie dürfen sich nicht ausruhen und kommen auch noch Verletzungen und damit eine Verminderung des Kaders dazu, könnte die Situation doch beunruhigend werden.
Davon ist bisher aber keine Rede und mit ein wenig Druck am Sonnabend, 3. Oktober, ab 19 Uhr in der Sparkasse-Arena in Balingen aufzulaufen, ist möglicherweise leistungssteigernd. Das Team der TSV muss sich jetzt auf seine Qualitäten stützen und diese nach einem Vorsprung dann in die Waagschale werfen. Das sind die stabile Abwehr, das starke Torwart-Duo und die Breite im Rückraum. Können die Akteure um Sven-Sören Christophersen hier an die Leistungen gegen Frisch Auf Göppingen oder den Bergischen HC anknüpfen, dann werden in Balingen auch die nächsten Pluspunkte eingespielt.
Dagegen wird sich die HBW aber mit allen Kräften wehren. Trainer Markus Gaugisch musste zum Start der Saison auf sechs Stammspieler der vergangenen Serie verzichten. Dabei waren mit Wolfgang Strobel, Dragan Tubic und Nandor Fazekas auch Stammspieler, die schon Lücken hinterließen. Mit Rückraumspieler Julian Krieg vom Schweizer Club Pfadi Winterthur und Linksaußen Yves Kunkel von GWD Minden wurden dagegen nur zwei neue Spieler verpflichtet.
Dennoch hat die Mannschaft genug individuelle Stärke, um den 11. Platz der vergangenen Spielzeit zu bestätigen. Bisher haben die Gallier von der Alb, wie sie auch genannt werden, noch nicht überzeugen können. Für den Gegner der TSV stehen erst zwei Pluspunkte auf dem Konto.
Die Recken-Defensive wird die wurfgewaltigen Rückraumspieler Fabian Böhm von der linken Angriffsseite und Alexandros Vasilakis von rechts früh angreifen müssen. Zudem ist Martin Strobel als Spielmacher immens torgefährlich und setzt seine Mitspieler gekonnt in Szene. Auch Kreisläufer Christoph Theuerkauf ist ein ständiger Unruheherd am Kreis und muss eng bewacht werden. Keine leichte Aufgabe für Morten Olsen und Co, aber sicherlich lösbarer als ein Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen.
Neben den eigenen Qualitäten wird die Mannschaft auch ein wenig vom Glück leben müssen, sich von Beginn an voll engagiert zeigen und das Spiel nicht aus der Hand geben dürfen. Nur dann wird ein Auswärtssieg gelingen. Seit Dezember 2014 hat die Mannschaft nunmehr auswärts keine zwei Punkte mehr erarbeiten können. Da wird es Zeit, die Serie zu durchbrechen und endlich mal wieder mit einem guten Gefühl die Heimfahrt anzutreten.