Recken reisen nach Gummersbach

Mit voller Kraft will sich in dieser Szene Fabian Böhm von der TSV Hannover-Burgdorf durchsetzen, um einen erfolgreichen Torwurf anzusetzen. (Foto: st)

Mit dem unbedingten Willen zum Sieg will die TSV erfolgreich sein

BURGDORF (st). In der DKB Handball-Bundesliga gibt es keine leichten Spiele. Diese Aussage trifft für die TSV Hannover-Burgdorf spätestens nach der langen Niederlagenserie in diesem Jahr zu. Aber die Mannschaft um Trainer Jens Bürkle will sich in den nächsten Spielen verbessert zeigen und das letzte Viertel der Spielzeit 2016/2017 mit Erfolgen abschließen. Den Anfang können sie bei einem Traditionsclub machen, denn am kommenden Wochenende gastieren die Recken beim VfL Gummersbach.
Aber auch im Spiel am Sonntag, 23. April, ab 17.15 Uhr in der Schwalbe-Arena in Gummersbach gilt die Anfangs erwähnte Aussage. Eine leichte Partie wird das am Sonntag nicht sein. Der Gastgeber hat vor vier Wochen einen Trainerwechsel vollzogen. Emir Kurtagic musste seinen Platz räumen und Sead Hasanefendic übernahm das Kommando, damit der VfL sich aus der Gefahrenzone lösen kann. Bisher ist das noch nicht nachhaltig gelungen, aber die Gummersbacher wollen sich gerade in Heimspielen in einer guten Form präsentieren. Das könnten die Recken um Kapitän Torge Johannsen zu spüren bekommen.
Anders als im Hinspiel, als die TSV die Begegnung über weite Strecken kontrollierte und letztlich verdient mit 29:26-Toren gewonnen, wird das Bürkle-Team in Gummersbach Mehrarbeit leisten müssen. Nicht nur der Trainerwechsel hat bei den Gummersbachern Kräfte freigesetzt. Der Kampf gegen den Abstieg ist ein Überlebenskampf und den wollen Torwart Carsten Lichtlein und seine Mitspieler gewinnen.
Mit Lichtlein steht ein starker Rückhalt im Kasten des VfL. Er allein kann mit seinen Paraden schon ein wichtiger Faktor für einen starken Gummersbacher Auftritt sein. Zudem werden die Zuschauer wie eine Wand hinter den Spielern um Julius Kühn stehen. Der Nationalspieler erzielte in Hannover acht Treffer und wird am Sonntag ein Gegner sein, den die TSVer nicht aus den Augen lassen dürfen. Mit Mark Bult, Florian von Gruchalla, Christoph Schindler, Simon Ernst und Alexander Becker stehen weitere torgefährliche Akteure in den Reihen des Serienmeisters vergangener Tage.
In Hannover konnte sich Recke Casper Mortensen mit zwölf Treffern, davon acht Siebenmeterwürfe ohne Fehlversuch, auszeichnen. Solche Treffsicherheit braucht die TSV in der Schwalbe-Arena um einen Auswärtssieg sicherzustellen. Die TSVer werden Kreisläufer Evgeni Pevnov erhöhte Aufmerksamkeit widmen. Der VfLer ist ebenfalls deutscher Nationalspieler und wird in der nächsten Saison in Hannover spielen. Mit einer guten Leistung will er sich schon einmal präsentieren und seine Stärken zeigen.
TSV-Spieler Runar Karason und seine Mitspieler hatten in den vergangenen Wochen nicht viel zu lachen. Auch im Heimspiel zuletzt gegen die wiedererstarkten Magdeburger mussten sie eine 23:28-Niederlage in der TUI-Arena einstecken. Jetzt drohen in den folgenden Auswärtsspielen beim VfL Gummersbach und bei den Füchsen Berlin zwei weitere Pleiten und die negative Serie von zehn Spielen ohne Sieg. Können die TSVer endlich wieder ein Spiel über 60 Minuten konstant gut spielen und ihre Abwehr stabilisieren, dann ist ein Erfolg gegen Gummersbach machbar und die Serie wäre durchbrochen. Dazu darf die Mannschaft aber nicht, wie zuletzt in vielen Partien, eine Schwächephase von zehn oder mehr Minuten haben, denn dann droht die nächste Pleite.
Nach der Begegnungen in Gummersbach und Berlin stehen dann Spiele gegen vermeintlich schwächere Gegner auf dem Programm, wo endlich wieder gepunktet werden kann. Aber wie anfangs gesagt, leichte Gegner gibt es in der Eliteliga des Handballs ja nicht!