Recken müssen gegen starken Aufsteiger bestehen

Fabian Böhm von der TSV Hannover-Burgdorf kämpft sich zwischen zwei Gegenspieler hindurch zum Torwurf. (Foto: st)

Auftakt in das Punktspieljahr für die TSV Hannover-Burgdorf

BURGDORF (st). Den Start in das Handballjahr 2017 hätte sich die TSV Hannover-Burgdorf auch leichter vorstellen können. Mit den Begegnungen beim HC Erlangen, gegen die Rhein-Neckar Löwen und bei der SG Flensburg-Handewitt kommt ein heftiges Anfangsprogramm auf die Recken zu. Die Auswärtspartie am Sonnabend, 11. Februar, in Erlangen wird gleich eine echte Standortbestimmung. Der Aufsteiger hat bisher eine gute Saison gespielt und steht mit einem ausgeglichenen Punktekonto im gesicherten Mittelfeld der DKB Handball-Bundesliga.
Nicht nur eine weite Anfahrt, sondern auch eine ganz schwere Aufgabe steht der TSV um ihren Trainer Jens Bürkle am Sonnabend bevor. Ab 19 Uhr gastiert Hannover-Burgdorf in der Arena Nürnberg und trifft auf den letztjährigen Aufsteiger HC Erlangen. Der Gastgeber hat in der bisherigen Serie 2016/2017 auf sich aufmerksam machen können. Nach den letzten beiden Siegen gegen SC DHfK Leipzig mit 31:22-Toren und beim VfL Gummersbach mit 21:19 steht das Team um Coach Robert Andersson auf einem beeindruckenden 9.Platz mit 18:18-Punkten.
In ihren acht Heimspielen haben die Oberfranken sechsmal den Hallenboden als Sieger verlassen. Die Recken haben die Entwicklung aufmerksam verfolgt und werden nicht blauäugig nach Nürnberg fahren, obwohl sie im Hinspiel in Hannover einen doch sicheren 30:25-Erfolg verbuchen konnten. Die Halle in Nürnberg hat ein Fassungsvermögen von 8300 Zuschauer und die Stimmung ist klasse. Für die TSV also ein weiterer Grund, um auswärts mit vollem Engagement und voller Konzentration zu agieren.
Im Hinspiel Mitte November konnten sich Torge Johannsen, der Sonnabend verletzungsbedingt pausieren wir, und seine Mitspieler erst nach dem 17:16-Pausenstand besser in Szene setzen. Über 20:17 blieb es aber bis zur 48. Spielminute und dem 23:22 spannend. Erst dann gelang mit einem 6:1-Lauf die Entscheidung und letztlich ein sicherer 30:25-Sieg. Ein Ruhekissen ist dieser Erfolg aber keineswegs und Erik Schmidt und Co werden beim HC noch mehr leisten müssen, um erfolgreich zu sein.
Der Gastgeber hat sich intensiv auf das erste Spiel des Jahres vorbereiten können, da die Vorbereitung durch die WM-Teilnahme von Spielern nicht gestört wurde.
Die Recken dagegen mussten doch viel improvisieren und bis Ende Januar auf Spieler verzichten.
Seit einer Woche ist die Mannschaft aber wieder komplett und neben Johannsen muss nur der Langzeitverletzte Csaba Szücs noch ersetzt werden. Bürkle hat in der Anfangsphase der Vorbereitung viel Wert auf die körperliche Verfassung seiner Akteure gelegt und dann auch taktisch einige Veränderungen vorgenommen. Die könnten in Nürnberg vielleicht schon zur Anwendung kommen. Ein Sieg in Oberfranken wäre eine Klasseleistung, aber wird nur mit einer über 60 Minuten tadellosen Vorstellung möglich sein.
Die TSV wird besonders auf Rechtsaußen Ole Rahmel achten müssen. Der beste Torschütze der Erlanger hat bereits 110 Treffer für sein Team geworfen und ist nur schwer auszuschalten. Aber auch auf die Rückraumspieler Michael Haaß, Isaias Guardiola und Pavel Horak sollte die Defensive eingestellt sein. Kreisläufer Uros Bundalo ist mit seinen 108 kg ebenfalls schwer zu verteidigen und Linksaußen Martin Stranovsky mit pfeilschnellen Kontern erfolgreich.
Auf Erlanger Seite steht mit Nikolas Katsigiannis ein ehemaliger TSVer im Tor, der sicherlich darauf brennt, die Bälle von Sven-Sören Christophersen und seinen Mitspielern zu entschärfen. Also auch hier muss mit gezielten Würfen versucht werden, die Torquote hochzuhalten. Gelingt es, ein Abwehrbollwerk zu schaffen und im Angriff nahezu fehlerfrei zu bleiben, dann könnte ein ganz wichtiger Sieg geschafft und der 5.Tabellenplatz verteidigt werden.