Recken erwarten einen Sieg gegen den Außenseiter

Mait Patrail versucht sich im Heimspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt gegen Johan Jakobsson durchzusetzen. (Foto: st)

Aufsteiger TSV GWD Minden darf nicht unterschätzt werden

BURGDORF (st). Was kann die TSV Hannover-Burgdorf ihren Fans am kommenden Wochenende bieten? Ein Sieg gegen den Aufsteiger und klaren Außenseiter TSV GWD Minden scheint eine Pflichtaufgabe zu sein. Die Gäste stehen, trotz des 24:23-Erfolges zuletzt gegen HC Erlangen, bisher mit fünf Pluspunkten nur im unteren Tabellendrittel und das Ziel für diese Saison kann nur Klassenerhalt heißen. Trainer Jens Bürkle warnt aber seine Spieler vor der Leistungsstärke des Gegners und besonders vor dem Spielmacher Dalibor Doder, der ein Spiel ganz allein entscheiden kann.
Das wird am Sonntag, 16. Oktober, ab 17.15 Uhr kein einfaches Spiel. Leichte Begegnungen gibt es in der DKB Handball-Bundesliga nicht mehr. Das haben die Ergebnisse in der Anfangsphase der Saison eindrucksvoll gezeigt. Aber gegen GWD Minden ist die TSV klar in der Favoritenrolle und muss diese Bürde tragen. Nach zwei Niederlagen in eigener Halle gegen die Topteams SG Flensburg-Handewitt und Füchse Berlin und dem Erfolg gegen die HSG Wetzlar wollen Fabian Böhm und seine Mitspieler aber gerade in Heimspielen wieder Erfolgserlebnisse. Und das möglichst kontinuierlich und damit eine kleine Serie starten.
Dabei dürfen sie die Qualität des Aufsteigers nicht vernachlässigen. Im Derby bei TBV Lemgo zeigte GWD beim 27:26-Erfolg seine kämpferischen Stärken und will das in Hannover bestätigen. Für Gästetrainer Frank Carstens, der seit 2015 auf der Bank der Westfalen sitzt, wird es eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. Er ist 2009 mit der TSV in die Bundesliga aufgestiegen und kennt die Swiss Life Hall und zudem einige Spieler der Recken gut.
Minden hat vor der Saison nur den Weggang von Torwart Nils Torbrügge zu verkraften gehabt und setzt im Team auf Eigengewächse. Mit Mats Korte, Marian Michalczik und Joel Birlehm aus der eigenen Jugend, sowie Tim Roman Wieling aus der 2. Mannschaft nahmen sie vier Akteure aus den eigenen Reihen im Kader auf, die keine Bundesligaerfahrung besaßen. Mit Rückraumspieler Helge Freimann von Eskilstuna Guif Handboll aus Schweden und Kreisläufer Magnus Gullerud aus dem dänischen Sonderjysk wurden zwei internationale Neuzugänge verpflichtet.
Erfahrene Spieler wie die Keeper Daniel Gerrit Eijlers und Kim Sonne Hansen oder aus dem linken Rückraum Nenad Bilbija, von rechts Moritz Schäpsmeier, Kreisläufer Magnus Jernemyr oder Rechtsaußen Aleksandar Svitlica bilden neben Doder das Gerüst der Mannschaft. Nach dem schwierigen Saisonauftakt kommt auf Minden langsam der Druck zu, Erfolge realisieren zu müssen. Die Mannschaft steckt mitten im Abstiegskampf.
Die Recken wollen dem Außenseiter keinerlei Chancen ermöglichen und von Beginn an konzentriert und dominant auftreten. Mit den eigenen Fans im Rücken sollte das trotz der immer noch schwierigen Personalsituation gelingen. Sven-Sören Christophersen und Csaba Szücs werden Trainer Jens Bürkle in jedem Fall noch fehlen. Ob Lars Lehnhoff und Casper Mortensen wieder einsatzfähig sein werden, bleibt abzuwarten. In jedem Fall wird in der Abwehr mehr Stabilität gefordert sein, als noch in den vergangenen Begegnungen.
Die Torwarte Martin Ziemer und Malte Semisch könnten die Defensive mit guten Reaktionen unterstützen und wenn dann im Angriff wenig technische Fehler erzeugt werden und die Tormöglichkeiten zum Einnetzen genutzt werden, dann ist ein doppelter Punktgewinn mehr als wahrscheinlich.