Recken dürfen Gast aus Thüringen nicht unterschätzen

Europameister Erik Schmidt will in den Reihen der Recken nach einer Verletzung wieder zu alter Form finden. (Foto: st)

Höchster Auswärtssieg der Vereinsgeschichte darf nicht blenden

BURGDORF (st). Die TSV Hannover-Burgdorf hat in der laufenden Spielzeit in der DKB Handball-Bundesliga bereits erstaunliche Leistungen gezeigt und sich vermehrt ins Gespräch gebracht. Gerade in Heimspielen sind die Recken bereits eine Macht und haben Begeisterung in Hannover und Umgebung entfacht. In der Partie am heutigen Mittwoch, 20. April, ab 19 Uhr wollen sie in der Swiss Life Hall einen doppelten Punktgewinn einspielen um weiter im Kampf um einen Tabellenplatz im oberen Tabellendrittel mitmischen zu können.
Es wird etwas anderes sein, ob die TSV um ihren jungen Trainer Jens Bürkle in der mit fast 10.000 Zuschauern ausverkauften TUI-Arena gegen den THW Kiel aufläuft oder gegen die abstiegsbedrohte Mannschaft des ThSV Eisenach spielt. Die Hannoveraner wollen aber auch in ihrer Recken-Festung Swiss Life Hall für Furore sorgen. Gegen Kiel konnte ein nicht für möglich gehaltenes 30:30-Unentschieden geschafft werden und das war ein Punktgewinn des Willens. Ohne vier wichtige Stammspieler sorgten die TSVer für ein Handballfest, das so mancher Anhänger nicht vergessen wird und das so manchen Besucher zu einem neuen Handballfan werden ließ. Nachdem Gastspiel beim TVB 1898 Stuttgart (23:21) mit dem ersten Sieg 2016 am vergangenen Wochenende müssen sich Joakim Hykkerud und seine Mitspieler aber schnell wieder in den Alltag begeben und den keinesfalls schlechten Eisenacher voll konzentriert begegnen.
Besonders der höchste Auswärtssieg der Vereinsgeschichte beim 36:24-Erfolg in Thüringen im Dezember 2015 darf die TSV am heutigen Tag nicht veranlassen, den Gegner zu unterschätzen. Die 60 Minuten werden harte Arbeit sein, das weiß Trainer Jens Bürkle, das weiß aber auch die Mannschaft, denn gegen jeden Bundesligisten, ob Abstiegskandidat oder Champions-League-Teilnehmer reichen nur Topleistungen zu doppelten Punktgewinnen. Das Team um Csaba Szücs ist bereit dazu und will den ThSV mit konstruktivem Spielaufbau und kompakter Defensivarbeit nicht ins Spiel kommen lassen.
Die Eisenacher Tugenden sind Kampfbereitschaft und Teamgeist. Diese Attribute hat auch schon der ehemalige Coach Velimir Petkovic gefördert und es so geschafft, dass der Traditionsclub den Aufstieg in die Eliteliga schaffte. Nach nur acht Punkten in der ersten Spielhälfte gelang dem ThSV zu Anfang des Jahres keine Verbesserung und bittere Heimniederlagen gegen Mitkonkurrenten bedeuteten den Fall bis auf einen Abstiegsplatz. Die Thüringer waren deshalb der Ansicht, die Klasse mit Trainer Petkovic nicht mehr halten zu können und zogen nach der 24:35-Niederlage gegen Mitaufsteiger SC DHfK Leipzig als Notbremse den Trainerwechsel.
Mit Gennadij Chalepo wurde ein ehemaliger weißrussischer Nationalspieler auf die Position berufen und er soll jetzt für den Klassenerhalt sorgen. Selbst Chalepo bezifferte aufgrund des schweren Restprogramms die Chancen aber nur auf 20 bis 30 Prozent, war aber gleich gegen den mitgefährdeten TuS Nettelstedt-Lübbecke mit 24:22-Toren erfolgreich. Er hofft, dass zwölf oder vierzehn Punkte für den Verbleib in der 1.Liga reichen und wird seinem Team auch heute wieder sagen, dass sie durch Selbstvertrauen Berge versetzen können und jeder Punktgewinn zählt.
Die Wartburger werden also voll auf Angriff setzen und in Hannover keinen Ball verloren geben. Für die Recken sind Morten Olsen und Erik Schmidt nach ihren Verletzungen wieder im Kader. Leider wird Kai Häfner mit Mittelhandbruch noch fehlen. Die TSV hat aber genug Alternativen, das hat sie nicht nur gegen die Spitzenteams SG Flensburg-Handewitt und THW Kiel gezeigt, sondern auch im Dezember mit einer tollen Erfolgsserie bestätigt. Der erste Sieg in eigener Halle im Jahr 2016 wäre aber ein wichtiger Schritt zu einem guten Abschneiden in der Spielzeit 2015/2016. Noch sind sechs Spiele zu absolvieren und damit 12 Punkte zu vergeben. Können Casper Mortensen und seine Mitspieler die Fehlerquote in der heutigen Partie minimieren, den Eisenachern mit guter Defensivarbeit den Schneid abkaufen und ihre Chancen in Torerfolge umsetzen, dann sollte ein Heimsieg realisierbar sein.