Patrick Werner sieht trotz der Abgänge mit Zuversicht der Saison entgegen

Die Mannschaft der TSV Burgdorf stilgerecht unter der Tribüne. (Foto: Klaus Depenau)
 
Die Neuzugänge der TSV Burgdorf: stehend v.l. Eren Tastan, Emilio Ortega, Daniel Bothe, Martin Ritter; kniend v.l. Trainer Patrick Werner, Hassan Jaber, David Bruns, Tobias Schmitt, Maxime Menges. (Foto: Klaus Depenau)

Burgdorfs Trainer ist jetzt von der Disziplin seiner Mannschaft begeistert

BURGDORF (kd). Es klingt so wie das berühmte Pfeifen im Walde, wenn Burgdorfs Trainer Patrick Werner gebetsmühlenartig wiederholt. „Ich mache mir um meine Mannschaft keine Sorgen.“ Was sie kann, hat sie nach zwei Niederlagen beim PORTA Cup in Ramlingen gezeigt, wo sie in ihrem letzten Vorrundenspiel dem Oberligisten 1. FC Wunstorf ein Unentschieden abtrotzte.
„Ich gehöre nicht zu den Menschen, die gerne zurückblicken und großen Wert darauf legen, was in der Vergangenheit passiert ist“, sagte Trainer Patrick Werner, als er nach den Gründen gefragt wurde, die in der Rückrunde zum sportlichen Absturz seiner Mannschaft in der Fußball-Landesliga führten. Tatsächlich war es gravierend, mit welchen Formschwankungen die TSV Burgdorf in der Saison 2013/2014 in der Landesliga 2013/14 aufwartete, obwohl die Mannschaft die Saison als Tabellensiebter mit 43 Punkten und einem Torverhältnis von 55:46 beendete.
So zählten die Burgdorfer noch nach der Hinrunde als Tabellenfünfter mit 30 Punkten und einem Torverhältnis von 29:18 hinter dem souverän führenden Spitzenreiter Arminia Hannover (41 Zähler), zusammen mit dem Heesseler SV und dem SV Banstedt (beide 32 Punkte), zum erweiterten Kreis der Titelanwärter. „Langwierige verletzungsbedingte Ausfälle, wie die von Ertan Ametovski, Patrick Hiber oder Mateusz Wagner, haben zu dem Leistungsabfall geführt“, sagte der TSV-Coach, dessen Elf die Rückserie als Tabellendreizehnter mit nur 13 Punkten und einem Torverhältnis von 26:28 beendete.
„So etwas darf sich natürlich nicht wiederholen“, weiß Patrick Werner, der nach dem 12. Spieltag den damaligen Coach Volker Herfort abgelöst hatte, der berufliche Gründe für seinen vorzeitigen Ausstieg nannte, als er das Amt des Cheftrainers als Tabellendritter an Patrick Werner weitergab. Als dann neben der Verletzungsmisere auch noch der Weggang eines Quartetts von Spielern zum Nachbarn aus Ramlingen bekannt wurde, lief der sportliche Weg der TSV Burgdorf in die entgegensetzte Richtung. Vor allem zu Hause blieben die TSVer mit 23 Heimzählern nahezu alles schuldig und kassierten mehr Niederlagen, als ihrem Trainer lieb sein konnte. Insgesamt nur sieben Siege und zwei Unentschieden sprangen in 15 Heimpartien heraus, in denen die TSVer sechs Mal als Verlierer den eigenen Platz verlassen mussten. Auch auf fremden Plätzen kamen die Burgdorfer bei fünf Siegen, fünf Remis und fünf Niederlagen auf 20 Punkte. Mit zur negativen Bilanz trug auch das sportliche Auftreten der TSVer bei, die 78 Verwarnungen, fünf gelb-rote Karten sowie zwei rote Karten kassierten, womit die Mannschaft mit einem Quotienten von 3,43 in puncto Fairness die zweitschlechteste Bilanz aller 16 Mannschaften in der Landesliga aufwies.
„Zum Ende der vergangenen Saison habe ich mir geschworen, dass wir zuerst Disziplin in die Mannschaft bekommen müssen. Das haben wir bereits geschafft, wenn ich sehe, wie sich die Spieler gegenseitig anfeuern. Die Zeiten der Diskussionen sind vorbei“, ließ Patrick Werner wissen. „Das muss besser werden“, weiß auch Patrick Werner, der in der kommenden Saison auch auf Nachwuchsspieler wie Dogan Toprak oder Louis Mau zählt, der sich in der Rückserie bereits einen Stammplatz erkämpfen konnte. „Es wird bei der starken Konkurrenz der Landesligamannschaften ohnehin eine interessante Saison“, glaubt Burgdorfs Coach, dessen Mannschaft sich eines großen Umbruchs unterziehen musste. So erhält die Mannschaft in der kommenden Saison ein völlig anderes Gesicht. Mit Hüseyin Yüksel, Dennis Yeboah, Marvin Omelan und Patrik Ehlert zog es gleich vier Spieler zum Klassengefährten SV Ramlingen/Ehlershausen. Einen sportlichen Abstieg nehmen Mateusz und sein Bruder Michael Duraj in Kauf, die zum klassentieferen Bezirksligisten FC Lehrte wechseln. Beim Kreisligisten Borussia Hannover wird in Zukunft Jan Hendrik Kaffeya das Tor hüten. Mit Florian Jackowski wird ein weiterer Spieler der TSV Burgdorf nur noch bedingt zur Verfügung stehen, da der Abwehrspieler ab dem 1. September aus beruflichen Gründen in Berlin tätig ist.
„Den frei werdenden Platz von Florian Jackowski haben wir durch Benjamin Koukal ersetzt", sagte Patrick Werner, der sich sehr über die Rückkehr des langjährigen Stammspielers nach seinem einjährigen studienbedingten Aufenthalt in Hamburg freut. Mit Hassan Jaber kehrt ein weiterer Spieler vom Koldinger SV nach Burgdorf zurück, der die TSVer erst in der Winterpause in Richtung des Bezirksligisten verlassen hatte. „Dann rechne ich zu Beginn der Saison auch wieder mit der Rückkehr von Ertan Ametovski nach seinem Kreuzbandriss und von Mateusz Wagner nach seinem Schienbeinbruch. Ich bin der festen Meinung, dass wir nach den zahlreiche Abgängen jetzt mit unseren Neuzugängen und den verbliebenen Spielern eine Mischung gefunden haben, die in der Landesliga eine gute Rolle spielen wird", ist Patrick Werner überzeugt.
So sollen neben den Rückkehrern Hassan Jaber (Koldinger SV) und Benjamin Koukal (Hamburg) Neuzugänge wie Torhüter Eran Tastan (Damla Genc Hannover), Angreifer Tobias Schmitt, Abwehrspieler Daniel Bothe (OSV Hannover), Mittelfeldspieler Maxime Menges (Germania Grasdorf) und die Angreifer Martin Ritter (Adler Hämelerwald), David Bruns (MTV Ilten) und Emilio Ortega (OSV Hannover) die Lücken schließen, die durch die Abgänge entstanden sind. „Wir verfügen derzeit zwar nur über einen Kader von 19 Spielern. Ich will aber nicht ausschließen, dass wir kurzfristig unseren Kader noch durch einen oder zwei Spieler aufstocken werden. Doch habe ich grundsätzlich eine hohe Meinung von allen Neuzugängen. Ich denke, dass wir vor einer erfolgreichen Saison stehen.“
Den Beweis werden die TSVer beim MARKTSPIEGEL Cup in Hämelerwald antreten müssen, wo sie am Montag, 21. Juli, um 18.15 Uhr auf den SV Ramlingen/Ehlershausen II treffen. Am Donnerstag, 24. Juli, haben sie es dann von 18.15 Uhr mit dem Gastgeber Adler Hämelerwald zu tun, ehe am Montag, 28. Juli, von 19.45 Uhr das Spiel gegen den FC Lehrte ansteht.