Nur mit einem Sieg in Bremen darf 96 auf den Klassenerhalt hoffen

Das rettende Ufer rückt im Abstiegskampf immer weiter in die Ferne

HANNOVER (kd). Der 24. Spieltag in der Fußball-Bundesliga mit dem Niedersachsenderby am Dienstag zwischen Hannover 96 und dem VfL Wolfsburg vor 34.500 Zuschauern in der HDI-Arena wird den Hannoveranern aus zweierlei Sicht in keiner guten Erinnerung bleiben. Einerseits kassierten die 96er nach dem Überraschungssieg beim VfB Stuttgart trotz einer starken Anfangsviertelstunde gegen die „Wölfe“ eine empfindliche 0:4 (0:1)-Heimniederlage, wobei sich neben Julian Draxler (69.) auch Weltmeister Andrè Schürrle (36., 59. und 62. Minute) als dreifacher Torschütze feiern lassen konnte. Schwerer wiegt aber das neuerliche Fehlverhalten von Chaoten im Stadion, die noch vor dem Anpfiff zahlreiche bengalische Feuer im Gästeblock zündeten auch noch drei Leuchtraketen auf den Rasen warfen, von denen eine Rakete sogar in Richtung der 96-Bank flog.
Schiedsrichter Bastian Dankert sah sich darauf hin gezwungen, die Partie erst mit Verzögerung anzupfeifen und die Vorkommnisse auf dem Spielberichtsbogen zu notieren. Inzwischen hat der DFB-Kontrollausschuss Ermittlungen gegen den VfL Wolfsburg, aber auch gegen Hannover 96, aufgenommen, der als gastgebender Verein für die Sicherheit im Stadion verantwortlich ist. Als wenn Hannover 96 nicht schon genug Sorgen hätte, wird nun aller Voraussicht nach auch noch eine Bestrafung für beide Vereine die Folge sein.
Ohnehin verlief der zweigeteilte Wochentagsspieltag in der 1. Bundesliga nicht nach Wunsch von Hannover 96, die mit nur 17 Punkten weiter das Schlusslicht bilden. So gewann die bis dato auf einem Relegationsplatz stehende Elf von Werder Bremen, die am heutigen Sonnabend um 15.30 Uhr im Kellerduell Hannover 96 im Weser Stadion zum Rückspiel erwartet wird, überraschend ihr Auswärtsspiel bei Bayer 04 Leverkusen durch Tore von Fin Bartels (5.) sowie drei Treffer des überragenden 37-jährigen Claudio Pizarro (55., 65. mit Foulelfmeter und 83.), bei einem Eigentor von Papy Djilobodji (69.), mit 4:1 (1:0) Toren, wodurch sich die Bremer als Tabellenfünfzehnter mit 24 Punkten auf einen Nichtabstiegsplatz verbessern konnten. Schlecht für Hannover 96, dass auch die TSG 1899 Hoffenheim durch den 2:1 (1:1)-Heimsieg über den FC Augsburg punkten konnte. Trotz des Dreiers nehmen die Hoffenheimer mit 21 Punkten noch den zweiten direkten Abstiegsplatz ein.
Wie dramatisch sich die Abstiegslage für Hannover 96 zugespitzt hat, belegt allein die Tatsache, dass die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf nun bereits sechs Punkte von einem Relegationsplatz trennt, den nun Eintracht Frankfurt mit 23 Punkten einnimmt. Zum ersten Nichtabstiegsplatz, den Werder Bremen nun mit 24 Zählern als Tabellenfünfzehnter belegt, beträgt der Abstand bereits sieben Punkte.
Nicht auszudenken, wenn die 96er auch am Sonnabend bei Werder Bremen als Verlierer vom Platz gehen sollten. Doch sollte man die Hoffnung auf eine Wende nie aufgeben. Ein schwacher Trost für die „Roten“ ist die Heimbilanz der Elf von Trainer Viktor Skripnik, die zu Hause in elf Heimspielen erst zu sieben Heimpunkten kam, wobei der bisher einzige Heimsieg vom 30. August mit dem 2:1- Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach schon eine Ewigkeit zurückliegt.
Allerdings bedarf es dann einer konsequenteren Abwehrarbeit der „Roten“ als gegen den VfL Wolfsburg, wo die 96er für den dreifachen Torschützen André Schürrle nur den Begleitschutz stellten. Um die Torgefährlichkeit der Bremer Angreifer noch einmal in Erinnerung zu rufen, sei noch einmal gesagt, dass allein die Bremer Angreifer Claudio Pizarro (10 Treffer) und Anthony Ujah (9 Tore) mit zusammen 19 Treffern auf nahezu so viele Tore kamen, wie die gesamte hannoversche Offensivabteilung mit erst 21 Saisontoren.