Nächstes Topteam fordert die Recken

Auf Linkshänder Runar Karason und sein Team, die TSV Hannover-Burgdorf, wartet die nächste Topmannschaft. (Foto: st)

TSV Hannover-Burgdorf spielt heute bei der SG Flensburg-Handewitt

BURGDORF (st). Das DKB Handball-Bundesligaspiel bei der SG Flensburg-Handewitt am heutigen Mittwoch ab 19 Uhr kann von der TSV Hannover-Burgdorf ohne Druck angegangen werden. Der Favorit in dieser Partie des 22.Spieltag ist ganz klar das Heimteam um ihren Trainer Ljubomir Vranjes. Der Gastgeber will in diesem Jahr den Meistertitel holen und steht in der Tabelle zusammen mit den Rhein-Neckar Löwen und dem THW Kiel an der Tabellenspitze. Die Recken wollen sich trotz der Außenseiterrolle aber nicht so einfach geschlagen geben und bis zur letzten Minute kämpfen.
Nach den Begegnungen bei HC Erlangen (26:27) und gegen die Rhein-Neckar Löwen (26:30) hat die TSV auch im dritten Spiel eine ganz schwere Aufgabe zu bewältigen. Bei der SG Flensburg-Handewitt wird ihnen so richtig Gegenwind entgegenwehen. Gerade in der Flens-Arena vor eigenem Publikum sind die SGer noch stärker als auswärts und haben in dieser Spielzeit noch keinen Punkt abgeben müssen. Sie wollen den Gast aus Hannover ohne großen Aufwand bezwingen und von Beginn an ihre Qualitäten ausspielen. Aber die Gästespieler um ihren engagierten Coach Jens Bürkle werden Gegenwehr bieten und wollen das Spiel möglichst lange ausgeglichen gestalten.
Die Erfolgsbilanz der Flensburger mit vier Pokalsiegen, einem deutschen Meistertitel, Europapokalsiegen und dem Champions-League-Triumph 2014 kann sich sehen lassen. Seit Jahren spielen die Norddeutschen um den Titel mit und stehen in der ewigen Tabelle der Bundesliga auf Platz 3 hinter dem THW Kiel und VfL Gummersbach. Nach 2004 wollen sie in dieser Saison wieder den Meistertitel schaffen. Als Tabellenführer ist das augenblicklich sicherlich realisierbar und Trainer Vranjes würde sich damit einen grandiosen Abschied bereiten, denn er wird die SG zum Saisonende in Richtung Veszprem verlassen.
Neben dem überragenden Mattias Andersson im Tor bietet die Mannschaft Weltklasseformat. Vom Rechtsaußen Lasse Svan angefangen, über Petar Djordjic, Holger Glandorf, Kentin Mahé im Rückraum, Henrik Toft Hansen als Kreisläufer bis zu Anders Eggert auf Linksaußen, bieten die Flensburger Topspieler auf. Zudem wird die TSV es schwer haben, die Defensive des klaren Favoriten zu durchbrechen und sich gegen die Stimmung in der 6300 Zuschauer fassenden Flens-Arena durchzusetzen. Mit Tobias Karlsson wird der SG allerdings der Abwehrchef fehlen und auch der Einsatz von Spielmacher Thomas Mogensen ist fraglich. Er verletzte sich am vergangenen Wochenende beim Champions-League-Spiel gegen Paris St. Germain am Auge.
Die Recken fahren aber nicht ohne Chancen nach Flensburg. Mit einer geschlossenen Teamleistung und einer ausgefeilten Taktik erhoffen sich Sven-Sören Christophersen und seine Mitspieler einen Punkgewinn. Die Abwehr der Hannoveraner soll wie ein Bollwerk stehen und wenn dann auch noch die Keeper Martin Ziemer und der für den verletzten Malte Semisch ins Team gerückte Jendrik Meyer über sich hinauswachsen, dann wird auch die starke Offensive des Gastgebers einen schweren Stand haben.
Im Hinspiel in Hannover fanden die TSVer allerdings keine Bindung zum Spiel und gerieten früh in Rückstand. Schon zum Pausentee schien die Partie beim Stand von 8:16-Toren gelaufen. Leider setzte sich das Debakel in der zweiten Hälfte fort und eine bittere 20:35-Niederlage war die Folge. So wollen sich die Bürkle-Schützlinge nicht wieder abschlachten lassen und in der Hölle Nord in Flensburg selbstbewusst auftreten. Gelingt ihnen eine kämpferisch starke Vorstellung und schaffen Lars Lehnhoff und Co es, die Flensburger Angriffswelle zu stoppen, dann könnte eine Überraschung geschafft werden, allerdings muss dann alles stimmen und der Gastgeber ungewohnte Schwächen zeigen.
Der ehemalige Flensburger Torge Johannsen und Csaba Szücs werden neben Malte Semisch verletzungsbedingt noch pausieren müssen. Ob ein Einsatz von Mait Patrail möglich ist, wird erst kurzfristig entschieden.