Nach zwei Pleiten muss Hannover 96 nun gegen Borussia Dortmund gewinnen

Jürgen Wilkens aus Ehlershausen gewinnt die beiden Sitzplatz-Tickets gegen den BVB

HANNOVER (kd). Es bedarf schon einer gehörigen Portion an Leidensfähigkeit, um weiterhin Fan von Hannover 96 zu sein. Da ist es nicht nur die lange Erfolgslosigkeit des Fußball-Bundesligisten mit nun bereits neun sieglosen Spielen in Folge, die bei den Anhängern der „Roten“ Frust und Ärger verursachen. Viel mehr ärgern sich die 96-Anhänger über die schlechte sportliche Darstellung ihrer einstigen Lieblinge auf dem grünen Rasen und außerhalb des Spielfeldes. Statt sich in Demut zu üben und alles daran zu setzen, ihre Fans zurückzugewinnen, übt sich ein großer Teil der Spieler in Durchhalteparolen und schlauen Sprüchen. Den Ernst der Lage scheinen offenbar nur wenige erkannt zu haben. Leider wohl auch nicht die handelnden und in der Verantwortung stehenden Personen von Hannover 96. Namentlich bei Präsident Martin Kind angefangen bis hin zum Sportdirektor Dirk Dufner und Trainer Tayfun Korkut.
Da wurden von Präsident Martin Kind nach dem enttäuschenden 1:1-Remis gegen den Tabellenletzten VfB Stuttgart Forderungen laut, aus den drei Spielen gegen den FC Bayern München, Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund wenigstens drei Punkte zu holen. Doch sind die „Roten“ spätestens nach der erneuten 0:2 (0:0)-Schlappe bei Borussia Mönchengladbach von dieser Forderung Lichtjahre entfernt. Lag es nun daran, dass das Ultimatum von drei auf nun zwei Punkte herabgesetzt wurde? Konfus und daher auch schwer nachvollziehbar die Personalpolitik von Trainer Tayfun Korkut und Manager Dirk Dufner. Einer Suspendierung von Salif Sané folgte zum Glück für Hannover 96 bald darauf eine Begnadigung des Defensivspielers, der in den letzten Spielen als einer der wenigen Stammspieler die Erwartungen erfüllte. Nicht auszudenken, wenn der kopfballstarke und kompromisslose Abwehrhüne weiter zum Zuschauen verurteilt worden wäre.
Eine weitere Rolle rückwärts erfolgte am Sonntag. Nach der Rückholaktion im Winter von Fan-Liebling Didier Ya Konan erfolgte in Mönchengladbach zur Überraschung nahezu aller die teilweise Rehabilitierung von Jan Schlaudraff, der von seinem Stammplatz auf der Tribüne zumindestens im Borussia Park wieder auf der Auswechselbank Platz nehmen durfte.
Man darf gespannt sein, mit welchen Überraschungen Trainer Tayfun Korkut am Sonnabend, 21. März, um 15.30 Uhr in der bereits seit Wochen ausverkauften HDI-Arena gegen Borussia Dortmund aufwarten wird. Viel Zeit, noch weiter zu experimentieren, bleiben dem 40-jährigen Coach nicht mehr. Zwar beträgt der Abstand des Tabellenzwölften von Hannover 96 zu den Abstiegsplätzen immer noch vier Punkte, doch haben es die „Roten“ ausschließlich der Schwäche ihrer Mitabstiegskonkurrenten zu verdanken, die bis auf Hertha BSC Berlin (2:2) gegen den FC Schalke 04 allesamt in ihren Spielen als Verlierer vom Platz gingen.
Doch was passiert, wenn am Sonnabend der VfB Stuttgart sein Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt, der SC Freiburg zu Hause gegen den FC Augsburg oder auch der SC Paderborn seine Heimpartie gegen 1899 Hoffenheim gewinnen sollten? „Dann brennt bei Hannover 96 der Baum“, sind die Insider überzeugt. Zwangsläufig gehören auch die hinter Hannover 96 platzierten Klubs vom Hamburger SV oder Hertha BSC Berlin zu den Gewinnern, die bereits am Freitagabend im direkten Duell aufeinandertreffen.
Man kann es drehen wie man will. Für Hannover 96 ist es bereits eher fünf nach zwölf als fünf vor zwölf. Nach dem schwachen und katastrophalen Auftritt mit der 0:2 (0:0)- Niederlage durch zwei Tore von Patrick Herrmann (43. und 75.) vor 49.134 Zuschauern beim Tabellendritten Borussia Mönchengladbach hilft nicht nur Daumendrücken, sondern nur noch beten, um in dieser Saison noch den Klassenerhalt zu schaffen. Zu eindeutig stellt sich die Abwärtsspirale dar, in der sich die 96er nun schon seit neun sieglosen Spielen befinden. Große Aussichten auf Besserung sind derzeit nicht zu erkennen. Es sei denn, Borussia Dortmund fällt am Sonnabend nach sieben Spielen in Folge ohne eine Niederlage wieder in den Trott der Hinserie zurück, wo sie auch gegen die 96er im Signal Iduna Park vor 80.667 Zuschauern durch ein Freistoßtor von Hiroshi Kiyotake mit 0:1 den Kürzeren zogen. Eine weitere Hoffnung der Hannoveraner, gegen den drei Punkte besser platzierten Tabellenzehnten aus Dortmund etwas zu holen: Lars Stindl und Leonardo Bittencourt sind wieder dabei. Zudem muss die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp noch am Mittwochabend im Rückspiel gegen Juventus Turin um den Einzug in das Viertelfinale der Champions League kämpfen, was viel Kraft kosten wird.
Live dabei gegen den BVB ist auch Jürgen Wilkens aus Ehlershausen, der bei unserem Ergebnistipp-Gewinnspiel - wie 19 andere Teilnehmer/innen auch - die 0:2-Niederlage der „Roten“ in Gladbach richtig voraussagte. Der Zufallsgenerator bescherte ihm damit die beiden Sitzplatz-Tickets für die Partie gegen die Borussen.