Nach Platz 13 wird schon die neue Handball-Saison geplant

Zum letzten Mal im Kreis seiner Mannschaft. Christopher Nordmeyer verabschiedete sich nach schwieriger Saison von den Recken. (Foto: st)

TSV Hannover-Burgdorf freut sich auf den neuen Coach Jens Bürkle

BURGDORF (st). Nach dem letzten Pfiff der Saison 2014/2015 ist auch für die TSV Hannover-Burgdorf die Handballspielzeit zu Ende gegangen. Die Mannschaft befindet sich im wohl verdienten Urlaub und Trainer Christopher Nordmeyer wurde gebührend verabschiedet, denn immerhin war er über vier Jahre an der Seitenlinie und hat nach der Rettung vor dem Abstieg, der Europapokalteilnahme und vielen begeisternden Spielen einiges bei den Recken bewegt und letztlich einen echten Aufschwung eingeleitet.
Auch wenn die vergangene Serie nicht so richtig nach dem Wunsch der Fans gelaufen ist und durch viele verletzte Spieler selten der komplette Kader auflaufen konnte, letztlich steht der 13. Tabellenplatz und der entspricht den Plätzen, die Hannover-Burgdorf in den Anfangsjahren der Bundesligazugehörigkeit 2010 bis 2012 schaffte. Ein wenig mehr könnte es schon sein und dazu sollen in der kommenden Saison einige personelle Veränderungen führen. Die Planung von Geschäftsführer Benjamin Chatton und den Gesellschaftern wurde früh begonnen und so sind sowohl die Neuzugänge wie auch die Abgänge frühzeitig bekannt gegeben worden. Mit Vasko Selvaljevic (Fenix Toulouse), Juan Andreu (Aix en Provence), Nicolai Weber (HSG Wetzlar), Jan Fiete Buschmann (unbekannt) und Filip Mirkulovski (ebenfalls HWG Wetzlar) verlassen fünf Spieler die Recken und sind bereits nach dem Heimspiel gegen den THW Kiel verabschiedet worden.
Drei Akteure vervollständigen den Kader der TSV. Als Rückkehrer kommt Torwart Malte Semisch vom TuS Nettelstedt-Lübbecke nach Hannover. Auch Spielmacher Morten Olsen kehrt zu seinem ehemaligen Verein zurück und wird Saint Raphael Var aus Frankreich verlassen, um in Hannover wieder für Furore zu sorgen. Mit dem Nationalspieler Erik Schmidt ersetzt ein 2,04-Meter-Mann den Spanier Andreu. Der Rheinhesse kommt von der TSG Friesenheim und ist als Kreisläufer sowohl im Angriff als auch im Abwehrzentrum einsetzbar.
Die wohl wichtigste Entscheidung wurde aber erst kurz vor dem Saisonschluss bekannt, denn mit Christopher Nordmeyer gab der Trainer zusammen mit seinem Bruder und Co-Trainer Alexander Grah seinen Rücktritt bekannt. Für ihn kommt Jens Bürkle nach Niedersachsen und wird zukünftig von der Trainerbank das Sagen haben. Er machte sich am vergangenen Montag schon mal ein Bild von seiner neuen Heimatstadt Hannover und stellte sich vor.
Der 34-jährige, der in Diensten des Zweitligisten DJK Rimparer Wölfe war, hat einen Vertrag bis Mitte 2017 unterschrieben und passt laut Chatton gut zu den Recken: „Mit Jens Bürkle bekommen wir einen Trainer, der für ein sehr gutes Gesamtpaket alles mitbringt und eine hoffnungsvolle Perspektive vor sich hat.“
„Jeder Spieler und Trainer träumt davon, in der stärksten Liga der Welt zu arbeiten. Die Chance, die sich mir jetzt geboten hat, wollte ich beim Schopfe packen“, sagte Jens Bürkle zu den Gründen für den Wechsel. Der A-Lizenzinhaber, der die Ausbildung 2011 als Lehrgangsbester mit der Gesamtnote 1,1 abschloss, hat bereits erste Erfahrungen als Trainer im Profibereich gesammelt und war zudem über mehrere Jahre in seiner Tätigkeit für den Landesverband Württemberg im Jugendbereich auf anderen Spielfeldern tätig.
„Ich will ein Team, das sich für ein gemeinsames Ziel zerreißt und diesem mit ganzer Leidenschaft hinterherrennt“, nannte Bürkle als erstes Ziel für die TSV-Mannschaft. „Ich habe eine wissenschaftliche Herangehensweise an den Trainerjob. Es geht darum, passende Sachen und maßgeschneiderte Lösungen gemeinsam mit der Mannschaft zu erarbeiten und den jeweiligen Gegner immer wieder vor neue Aufgaben zu stellen. Da sehe ich bei den Recken sehr viele gute Ansatzpunkte.“
In den letzten drei Jahren hat der Diplomsportwissenschaftler mit den Rimparer Wölfen ein modernes Handballmärchen geschrieben. Als Drittligist gelang gleich im ersten Jahr der überraschende Aufstieg in die 2. Bundesliga und in dieser Saison der 5. Platz mit einem der wohl kleinsten Etats aller Zweitligisten. Als persönliche Auszeichnung wurde er von seinen Kollegen und den Managern der 2. Bundesliga zum Trainer des Jahres 2014/2015 gewählt. Den kleinen Titel erhielt er auch schon in der Serie 2013/14.
Die Personalplanungen für die neue Spielzeit sind in Hannover also abgeschlossen und der neue Coach der TSV wird mit seinem Team am 13. Juli mit der ersten Vorbereitungsphase beginnen und voller Elan auf die neue Saison blicken, die hoffentlich weitgehend verletzungsfrei bleibt. Die Recken starten voraussichtlich am Wochenende 22./23. August mit einem Heimspiel in ihre 7. Saison in der DKB Handball-Bundesliga.