Muss sich Hannover 96 auf den letzten Auftritt des FC Bayern München einstellen?

Günter Teubner aus Dollbergen gewinnt die beiden Sitzplatz-Tickets gegen den Herbstmeister

HANNOVER (kd). Die Hinrunde in der Fußball-Bundesliga ist noch nicht zu Ende und Hannover 96 hat sich als Tabellensechzehnter in der Tabelle bereits dort platziert, wo es viele Fans am Saisonende befürchten – auf einem Relegationsplatz. Es könnte aber nach der 0:1 (0:1)-Niederlage beim bisherigen Tabellenletzten TSG Hoffenheim noch schlimmer kommen. Das hieße, die „Roten" würden zum Ende der Hinrundenserie auf einem der beiden direkten Abstiegsplätze „überwintern“, wenn die TSG Hoffenheim auf Schalke und der VfB Stuttgart gegen Wolfsburg punkten sollten. Zumal nach Lage der Dinge nicht davon auszugehen ist, dass bei Hannover 96 ausgerechnet im letzten Hinrundenspiel am Sonnabend, 19. Dezember, um 15.30 Uhr in der seit Monaten ausverkaufen HDI-Arena gegen den deutschen Rekordmeister FC Bayern München der berühmte Knoten platzt und die 96er gegen den Tabellenführer einen zählbaren Erfolg landen können.
So wartet die Mannschaft von Trainer Pep Gardiola auch in diesem Jahr wieder mit Rekordzahlen in allen Bereichen auf. Vor dem gestrigen DFB-Pokal-Achtelfinalspiel am Dienstag, 15. Dezember, zu Hause gegen den Bundesligisten SV Darmstadt 98 (Ergebnis lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor) ließen die Bayern in den bisherigen 16 Spielen der Hinrunde auswärts erst eine Niederlage bei der 1:3- Schlappe gegen Borussia Mönchengladbach und ein Remis beim 0:0 gegen Eintracht Frankfurt zu. Im bisherigen Saisonverlauf sprangen für die Bayern, die zu Hause alle ihre neun Spiele mit einem Heimsieg beendeten, in in den bisherigen 16 Spielen der Bundesliga imposante 43 von möglichen 48 Punkte heraus. Trotz drei Gegentreffern in Mönchengladbach kassierte der deutsche Rekordmeister erst acht Gegentreffer, davon fünf auf fremden Plätzen.
Es bedarf also eines „Sahnetages“ der Roten, um gegen Manuel Neuer & Co ein Tor zu erzielen. Doch wie soll das funktionieren, wenn sich die 96er weiterhin als so angriffsschwach präsentieren, wie in ihren bisherigen 16 Partien, wo sie bisher erst 18 Tore erzielen konnten. Von den Treffern der Elf von Trainer Michael Frontzeck beim 4:0-Sieg gegen den FC Ingolstadt 04 einmal abgesehen. Es wird am Sonnabend einmal mehr ausschließlich um Schadensbegrenzung für die „Roten“ gehen. Es sei denn, die zahlreichen verletzungsbedingten Ausfälle des bereits feststehenden Herbstmeisters aus München (Arjen Robben, Franck Ribery, Douglas Costa, Mario Götze, David Alaba, Juan Bernat und Mehdi Benatia) schwächen die Bayern so sehr, dass sie in der HDI-Arena ins Schwimmen geraten.
Doch haben die Bayern trotz der Ausfälle von sieben Weltklassespielern immerhin noch 16 Topspieler zur Verfügung, die in Hannover zur Verfügung stehen. Das kann man von den Hausherren nun wirklich nicht behaupten, die zuletzt ebenfalls personell arg gebeutelt waren, so dass bei der TSG Hoffenheim Trainer Michael Frontzeck im Angriff zunächst Mittelfeldspieler Allan Saint-Maximin das Vertrauen schenkte. Dennoch erarbeiteten sich die 96er vor 25.531 Zuschauern in der Wirsol Rhein-Neckar-Arena zunächst eine optische Überlegenheit, wobei einmal mehr Salif Sanè mit gelungenen Ideen auf sich aufmerksam machte. Doch mangelte es bei den Gästen angesichts des Fehlens von torgefährlichen Angreifern an echter Torgefahr. Lediglich bei Standards wurde Hannover 96 gelegentlich gefährlich. So bei dem Latten- und anschließenden Pfostentreffer von Ceyhun Gülselam, der in der 15. Minute die Führung der Hannoveraner verhinderte.
Nachdem aber der ehemalige Freiburger Jonathan Schmid 96-Abwehrspieler Marcelo schlecht aussehen ließ und die bis dato zu Hause noch sieglosen Mannschaft von Trainer Huub Stevens in der 30. Minute mit einem Kopfball mit 1:0 in Führung brachte, war es mit der Herrlichkeit der überforderten Mannschaft von Trainer Michael Frontzeck vorbei, die es gegen einen keineswegs überragenden Gegner nicht schaffte, den Mitabstiegsaspiranten ernsthaft in Gefahr zu bringen.
Daher bleibt nur die Hoffnung bestehen, dass die „Roten“ gegen die Bayern einmal ihr Herz in die Hand nehmen und vor allem die zahlreichen 96-Anhänger mit einer beherzten und engagierten Leistung auf ihre Seite bringen. Das würde die vielen Fans erfreuen, die unabhängig vom Ergebnis selbst eine Niederlage gegen die übermächtigen Bayern verzeihen würden, wenn die Leistung und der Einsatz stimmt.
Auf jeden Fall wäre es ratsamer, anstatt täglich in den Zeitungen von Treueschwüren von 96-Präsident Martin Kind für seinen Trainer Michael Frontzeck zu lesen, die ohnehin zur Makkulatur werden, wenn die Ergebnisse weiterhin ausbleiben sollten. Spätestens dann sollten auch die Planspiele der 96-Verantwortlichen, einen so torgefährlichen Angreifer wie Stefan Kießling von Bayer 04 Leverkusen in der Winterpause zu verpflichten, zu den Akten gelegt werden. Einerseits wird das Leverkusener Urgestein keine Lust haben, bei Hannover 96 um den Klassenerhalt zu kämpfen. Andererseits werden die Bayer-Verantwortlichen um Sportdirektor Rudi Völler nicht bereit sein, ihren Sympathieträger abzugeben. Noch dazu für die „Roten“, die leider derzeit trotz vorhandener finanzieller Mittel wenig Kredit in der Fußballlandschaft genießen. Die avisierten und dringend benötigten Neuverpflichtungen in der Winterpause werden es belegen.
Live dabei am Sonnabend in der ausverkauften HDI-Arena ist auch Günter Teubner aus Dollbergen, der bei unserem Ergebnis-Tipp-Gewinnspiel, wie zwölf andere Teilnehmer/innen auch, die 0:1-Niederlage der „Roten“ in Sinsheim richtig vorhersagte und per Zufallsgenerator die beiden Sitzplatz-Tickets gewonnen hat.