Michael Frontzeck warf bei den 96ern die Brocken hin

Neuer Trainer und bis zu fünf Neuzugänge sollen für Klassenerhalt sorgen

HANNOVER (kd). Es gibt Neues von Hannover 96 zu berichten. Kaum hatte die bis zum 22. Januar dauernde Winterpause in der Fußball-Bundesliga tags zuvor mit dem Abpfiff der Partie zwischen Borussia Mönchengladbach und Darmstadt 98 (3:2) begonnen, da ließen die 96er am Montagmittag mit einer eigens angesetzten Pressekonferenz aufhorchen. Der Grund entbehrte nicht einer gewissen Pikanterie. Hannover 96 war buchstäblich über Nacht ihr Coach abhanden gekommen. Trainer Michael Frontzeck hatte den abstiegsbedrohten Klub am Montagmorgen wissen lassen, dass er nicht mehr den Eindruck habe, dass sein Verein ihm das Vertrauen schenken würde und deshalb seinen sofortigen Rücktritt erklärt.
„Nach reiflicher Überlegung und vielen Gesprächen bin ich zu dem Schluss gekommen, meine Arbeit bei Hannover 96 zu beenden“, ließ Michael Frontzeck die Verantwortlichen um Präsident Martin Kind und Martin Bader, Geschäftsführer Sport bei Hannover 96, in einem persönlichen Gespräch wissen. „Geschlossenheit und Vertrauen sind gerade in unserer Situation die Grundvoraussetzung, um erfolgreich zu arbeiten. Ich habe aktuell im Umfeld von Hannover 96 nicht mehr dieses Vertrauen gespürt“, sagte Michael Frontzeck und lag mit seiner Aussage dabei nicht einmal so falsch, obwohl Martin Bader dem seit dem 20. April dieses Jahres bei den „Roten“ tätigen Coach für seine geleistete Arbeit als ein ausgewiesener Fachmann lobte. „Der Klassenerhalt wird immer mit dem Namen Michael Frontzeck verbunden bleiben“, sagte Martin Bader, dessen Aufgabe es nun ist, bis zum Trainingsstart am 4. Januar 2016 einen neuen Cheftrainer zu verpflichten, der die auf den vorletzten Platz abgerutschte Mannschaft auf die Rückrunde vorbereiten soll.
Egal wie der neue Trainer von Hannover 96 auch heißen wird. Die Mission Klassenerhalt wird für den Nachfolger von Michael Frontzeck eine Herkulesaufgabe bedeuten. Zumal es sich nicht erst seit der 0:1 (0:1)-Heimniederlage am Sonnabend in der mit 49.000 Zuschauern bis auf den letzten Platz ausverkauften HDI-Arena gegen den Tabellenführer FC Bayern München durch den Handelfmeter von Thomas Müller (40.) erwiesen hat, dass die Mannschaft von Hannover 96 nicht bundesligatauglich ist.
Zu viele Schwachstellen, wie die linke Außenverteidigerposition von Miiko Albornoz, im Offensivbereich des Mittelfeldes sowie im Angriff gilt es neu zu besetzen. Von fünf Neuzugängen, bis zu einer Gesamtsumme von 15 Millionen, ist bei den „Roten“ in der Winterpause die Rede, um doch noch den Bundesligaerhalt zu schaffen. „Dem Ziel, den Klassenerhalt zu sichern, werden wir alles unterordnen. Der hat bei uns absolute Priorität“, stellte Martin Kind unmissverständlich fest.
Bleibt die berechtigte Frage offen, welche Spieler die Hannoveraner noch an die Leine locken können, um den Klassenerhalt zu schaffen. Die 96-Verantwortlichen haben in der Winterpause Mammutaufgaben zu bewältigen. Es gilt nicht nur einen neuen Trainer zu suchen, sondern den Kader so umzubauen, dass er im Abstiegskampf bestehen kann. Mit dem 25-jährigen japanischen Nationalspieler Hotaru Yamaguchi vom Zweitligisten Cerezo Osaka wurde am Montag ein erfahrener Mittelfeldspieler verpflichtet, der für Japan an der WM 2014 und an den Olympischen Spielen 2012 teilgenommen hat. „Wir glauben daran, dass sich Hotaru Yamaguchi mit seinen Qualitäten in der Bundesliga durchsetzen kann. Er soll den Konkurrenzkampf in unserer Mannschaft erhöhen", wünscht sich Martin Bader, auf dessen 96-Mannschaft und seinen neuen Trainer bereits zum Rückrundenauftakt am 23. Januar in der HDI-Arena gegen den auswärts so starken Aufsteiger SV Darmstadt 08 ein richtungsweisendes Heimspiel wartet.