Lohnt sich die weite Reise zum TV Großwallstadt?

Auf seine Spielmacherqualitäten hofft die TSV Hannover-Burgdorf auch im Auswärtsspiel bei TV Großwallstadt: Hannes Jon Jonsson. Foto: Holger Staab (Foto: Holger Staab)

TSV Hannover-Burgdorf hofft auf ersten Auswärtserfolg

BURGDORF (hs). Zum ersten Auswärtsspiel im Jahr 2010 reist die TSV Hannover-Burgdorf am Freitag, 19. Februar, nach Elsenfeld, um in der Sparkassen-Arena gegen den traditionsreichen Verein TV Großwallstadt anzutreten. Ab 19.45 Uhr wollen die Spieler um Trainer Frank Carstens gegen den Favoriten nicht ohne Gegenwehr Punkte abgeben. Bereits im Hinspiel hatte die TSV durchaus Chancen, das Spiel zu gewinnen, musste sich aber letztlich aus Unerfahrenheit und durch viele kleine Fehler geschlagen geben.
Am Freitag steht ein neues Spiel bevor und eine neue Chance, nach dem überraschenden 30:29-Erfolg gegen Frisch-Auf Göppingen, den ersten Auswärtssieg in der TOYOTA-Handball-Bundesliga zu schaffen. Bisher gelang nur ein Unentschieden beim TuS-N-Lübbecke - warum soll also nicht jetzt ein überraschender Sieg gelingen? Die Voraussetzungen sind gut, denn die Mannschaft hat bereits gegen Göppingen eine ausgezeichnete Leistung gezeigt. So ist der TSV durchaus einiges zuzutrauen.
Die Gastgeber wollen in der Elsenfelder Halle nach dem 12. Platz in der vergangenen Saison jetzt wieder im gesicherten Mittelfeld auf einem einstelligen Tabellenplatz landen. Da sind sie auf einem guten Weg und sollten durch den neuen Trainer Michael Biegler zudem Aufwind bekommen haben. Er soll Großwallstadt wieder zu einer Handballmacht werden lassen. Im Hinspiel in Hannover hatte der TVG mit Mattias Andersson einen ganz starken Rückhalt im Tor. Er sorgte letztlich für den knappen 28:26-Sieg. Noch in der Halbzeit, beim Zwischenstand von 14:12-Toren und nach 51 Minuten (23:22) hatten die TSVer allerdings die Nase vorn, mussten dann aber die Stärke der Großwallstädter anerkennen und letztlich die Niederlage akzeptieren.
Die besten Torschützen auf Seiten des TVG waren Michael Spatz (8 Treffer, davon 4 Siebenmeter) Steffen Weinhold (5) und Andreas Kunz (4/1). Weinhold ist mittlerweile zum besten Torschützen seines Teams empor gestiegen und von der rechten Rückraumseite immer wieder für wichtige Feldtore gut. Insgesamt stellt Großwallstadt ein homogenes Team, das nicht von Stars lebt, sondern im Mannschaftsgefüge stark ist. Kein Spieler, vielleicht mit Ausnahme vom schwedischen Nationalkeeper Andersson zwischen den Pfosten, ist herausragend. Die Mannschaft lebt von ihrem guten Zusammenspiel. Der TSV-Defensive kommt deshalb eine schwere Aufgabe zu. Aus dem Rückraum können Csaba Szücs, Stefan Kneer, Weinhold, Philipp Reuter oder Oliver Köhrmann treffen und von den Außenpositionen sind Michael Spatz, Andreas Kunz oder Gregor Schmeißer erfolgreich. Viele Alternativen, auf die sich eine Abwehr kaum richtig einstellen kann. Von der Kreisläuferposition sind Jens Tiedtke oder Sverre Jakobsson gefährlich. TSV-Trainer Carstens muss sein Team also viele Varianten des Gastgebers aufzeigen und ein geeignetes Mittel gegen die Angriffe finden. Bis Mitte der 2. Spielhälfte klappte das in Hannover gut und da sollte die Mannschaft ansetzen.
Wichtig wäre ein guter Start in die Partie und gerade im Angriff eine gute Torquote. Die Fehler in Auswärtsspielen aus der Vergangenheit und die schlechte Chancenverwertung aus dem letzten Auswärtsspiel bei HBW Balingen-Weilstetten kurz vor dem Jahreswechsel sollten abgestellt sein, wenn etwas Zählbares herausspringen soll.
Hannover-Burgdorf hat sich durch die Verpflichtung von Torge Johannsen, das hat die Begegnung gegen Göppingen gezeigt, nochmals verstärkt, Auch wenn die Langzeitverletzten Marc Hohenberg und Jan-Fiete Buschmann in der Rückserie wohl nicht mehr zum Einsatz kommen, das Team hat die Qualität und die Moral, die sportliche Qualifikation für eine weitere Saison in der Bundesliga zu schaffen.