Kann die TSV Burgdorf in der Meisterfrage mitmischen?

Mit vollem Einsatz und seinen überraschenden Würfen könnten Morten Olsen und die Recken auch den Topfavoriten bezwingen. (Foto: st)

Hannover-Burgdorf gastiert im letzten Spiel bei den Rhein-Neckar Löwen

BURGDORF (st). Das wird nochmal ein ganz schwerer Brocken für die TSV Hannover-Burgdorf. Zum Saisonabschluss müssen die Recken zu den Rhein-Neckar Löwen nach Mannheim reisen und die wollen ihre erste Deutsche Meisterschaft erreichen und werden deshalb mit allen Mitteln versuchen, die TSV in die Knie zu zwingen. Für Trainer Jens Bürkle ist das Spiel eine echte Chance, nochmal auf die Leistungen der Hannoveraner aufmerksam zu machen. Sie werden sich nicht verstecken, wollen ihre Außenseiterrolle annehmen und die Zuschauer in der SAP-Arena zum Staunen bringen.
Für die TSV Hannover-Burgdorf wird die Saison am Sonntag, 29. Mai, zu Ende gehen. Das Spiel ab 17.15 Uhr, das Live im frei empfangbaren Fernsehen auf Sport1 zu sehen sein wird, ist die letzte Begegnung der Recken, da das Heimspiel am 5. Juni gegen HSV Hamburg abgesetzt wurde. Die Rhein-Neckar Löwen hingegen werden die Spielzeit erst in gut einer Woche mit dem Auswärtsspiel bei Absteiger TuS Nettelstedt-Lübbecke beenden. Mit dieser Partie wollen sie dann die Meisterschaft feiern. Ob das gelingt, hängt aber auch entscheidend von der Partie gegen die TSV ab, die unbedingt erfolgreich sein muss, da die SG Flensburg-Handewitt in Lauerstellung liegt und nur auf einen Ausrutscher der Löwen wartet.
Dementsprechend werden die Gastgeber hoch motiviert in das Spiel gehen und von Beginn an zeigen wollen, wer in der SAP-Arena das Sagen hat. Für die Mannschaft um Lars Lehnhoff bleibt dabei die Außenseiterrolle. Die Löwen setzen mit Torwart Mikael Appelgren schon auf dieser Position ein Zeichen. Der Keeper muss von den Angreifern um Mait Patrail erst einmal überwunden werden. Weitere Klassespieler stehen zudem im Team um Trainer Nikolaj Jakobsen. Besonders Spielmacher Andy Schmid ragt dabei heraus, der nicht nur die Angriffe der Löwen leitet, sondern auch selbst Torgefahr ausstrahlt. Zudem bedient er immer wieder geschickt Kreisläufer Rafael Baena Gonzales oder setzt die Rückraumspieler Kim Ekdahl du Rietz, Alexander Petersson, Stefan Kneer oder Mads Mensah Larsen in Szene. Daneben steht auch noch die Flügelzange Patrick Groetzki und Uwe Gensheimer bereit, die mit schnellen Gegenstößen die Fehler der Recken bestrafen könnte. Insgesamt haben die Löwen den wohl in dieser Spielzeit besten Kader und wären verdient Deutscher Meister, wenn ihnen noch zwei Siege gelingen.
Das ist für die Bürkle-Schützlinge keine gute Ausgangsposition, zumal sie im Hinspiel in Hannover nicht den Hauch einer Chance hatten und nach einem 7:13-Pausenrückstand mit 18:30-Toren eine deftige Niederlage kassierten. Die Löwen schwächelten allerdings in der laufenden Saison einige Male überraschend und im ersten Bundesligajahr 2009/2010 konnte die TSV dem vermeintlichen Meister bei der 25:26-Niederlage alles abverlangen. Mit dem 33:32-Sieg im September 2011 gab es in 13 bisherigen Spielen auch schon ein Erfolgserlebnis.
Trainer Bürkle wird seine Spieler aber anders einstellen. Sie sollen Spaß am letzten Punktspiel und an der wohl großen Kulisse in Mannheim haben. Dann ist viel möglich, denn der Druck liegt klar beim Gastgeber, der gewinnen muss, um den Titelkampf entscheiden zu können. So werden die Spieler um Sven-Sören Christophersen mit Mut und Engagement an die Sache gehen, sich von den großen Namen nicht beeindrucken lassen und ihre Außenseiterchance suchen. In seinem zweiten Spiel nach dem Mittelhandbruch wird auch Kai Häfner wohl wieder dabei sein und seinem Team mit überraschenden Würfen helfen und unterstützen können.