Kann die TSG gegen den Topfavoriten mithalten?

Sören Kress steht fast über dem Abwehrblock des Gegners und kann sich eine Ecke des Tores zum erfolgreichen Wurf aussuchen. (Foto: st)

Dessau-Roßlauer HV kann Aufstieg fast perfekt machen

BURGWEDEL (st). Der Nachbar aus Burgdorf hat es vor einigen vorgemacht, jetzt will die Turnerschaft Großburgwedel es nachmachen. Ein Sieg am Sonnabend, 9. April, ab 19 Uhr gegen den Dessau-Rosslauer HV wäre zudem ein toller Start in die Schlussphase der 3. Liga. Die TSG will sich dafür so richtig ins Zeug legen, auch die knappe 26:27-Niederlage bei SC Magdeburg II vergessen und Trainer Jürgen Bätjer hofft auf eine gute Chancenverwertung. Dann ist das Vorhaben auch realisierbar, aber letztlich werden viele Faktoren eine Rolle spielen und die Spieler müssen über sich hinauswachsen.
Die TSV Burgdorf II schaffte Mitte März einen 22:20-Erfolg gegen den Spitzenreiter und konnte mit einer starken Abwehrleistung den Dessau-Rosslauer HV mit einer Niederlage nach Hause schicken. Wenn es der TSG gelingt, nicht mehr als 20 Treffer zuzulassen, dann ist auch Sonnabend in der Halle des Schulzentrums „Auf der Ramhorst“ eine Überraschung möglich. Die Gäste werden sich aber erheblich wehren, denn für sie geht es darum, frühzeitig die Meisterschaft und damit den Aufstieg in die 2. Bundesliga sicherzustellen.
Während die Großburgwedeler im Mittelfeld der Liga jenseits eines Aufstiegsplatzes, aber auch jenseits von Abstiegsgefahr stehen, wollen die Dessauer unbedingt den Aufstieg schaffen. Mit beeindruckenden Vorstellung haben sie bis jetzt einen komfortablen Vorsprung von fünf Punkten herausgearbeitet. Besonders in der Defensive ist der HV bärenstark und kassiert durchschnittlich weniger als 25 Gegentore, der beste Wert in der Liga.
Auch im Angriff sorgt der Spitzenreiter für reichlich Gesprächsstoff, denn Akteure wie Tomas Pavlicek, Robert Lux, Radek Sliwka oder Marek Vanco sind extrem torgefährlich und können die gegnerische Abwehr überlaufen. Manchmal fehlt den TSG-Gästen aber ein wenig Motivation, obwohl Trainer Uwe Jungandreas, der bereits in der Bundesliga als Coach tätig war, die Leistungen einfordert. Die Dessauer könnten die TSG unterschätzen, denn im Hinspiel gewannen sie klar und ungefährdet mit 30:23-Toren.
Das wäre die Chance für die TSG, die in eigener Halle ihrem Publikum noch einmal eine kämpferisch und spielerisch starke Leistung zeigen will. Nach der Partie am Sonnabend stehen nur noch drei Punktspiele auf dem Spielplan und nur noch ein Heimspiel gegen den TSV Altenholz. Können sich Sören Kress und seine Mitspieler in einen Rausch spielen, gegen den Tabellenführer lange mithalten und den Anschluss bis kurz vor Spielende halten, dann ist auch ein Remis oder sogar ein Sieg möglich. Neben einer starken Abwehrleistung wird es aber auch darauf ankommen, schlau zu spielen, die Angriffe lange auszuspielen und Chancen nur dann zu Torwürfen zu nutzen, wenn sie erfolgsversprechend sind. Was in der TSG an Qualität steckt, das hat sie in vielen Spielen gezeigt. Am Sonnabend könnte sie die Qualität wieder in Leistung umsetzen, dem Favoriten auf dem Weg zur Meisterschaft zunächst einen Dämpfer erteilen und sich selbst in der Tabelle mit einem doppelten Punktgewinn verbessern.