Jagdinstinkt ist gegen die Füchse Berlin erwacht

Aivis Jurdsz im Sprung mit dem Blick zum Mitspieler. Die TSV will am Sonnabend auch die Füchse Berlin in der AWD-Hall bekämpfen. Foto: Holger Staab (Foto: Holger Staab)

TSV Hannover-Burgdorf könnte weiteren Coup in der Bundesliga landen

BURGDORF (hs). In Heimspielen will die TSV Hannover-Burgdorf die notwendigen Punkte gegen den Abstieg aus der TOYOTA-Handball-Bundesliga sammeln. Eine weitere Partie in der AWD-Hall in Hannover steht am kommenden Wochenende auf dem Spielplan. Dabei kommt mit den Füchsen Berlin aber eine aufstrebende Mannschaft nach Hannover, die sich mittlerweile in der Liga etabliert hat und die noch mehr ehrgeizige Ziele verwirklichen möchte. Mit dem hannoverschen Publikum im Rücken erwacht bei der TSV dennoch der Jagdinstinkt gegen die Füchse - ein Punktgewinn scheint nicht unmöglich.
Die Berliner mit ihrem hochambitionierten Manager Bob Hanning wollen mittelfristig zu der Creme de la Creme im deutschen Handball gehören. In den letzten Jahren hat Hanning deshalb ein Konzept aufgestellt, das Sponsoren bindet und das die Qualität der Mannschaft von Jahr zu Jahr verbessert. Bald schon soll ein Platz in einem Europapokal erreicht werden. Ehrgeizige Ziele, die in der Hauptstadt geschmiedet werden, aber wer Hanning kennt, weiß um die Ernsthaftigkeit seiner Aussagen.
Für die TSV Hannover-Burgdorf sind solche Ziele noch Zukunftsmusik, zunächst soll in dieser Saison der Klassenerhalt geschafft werden. Möglicherweise auch durch überraschende Erfolge gegen Favoriten. Das bewiesen Jacek Bedzikowski und seine Mitspieler bereits durch die Siege gegen TBV Lemgo, Frisch Auf Göppingen und SC Magdeburg. Kann am Sonnabend, 13. März, ab 19 Uhr eine weitere Sensation gelingen? Unmöglich scheint das nicht, zumal Frank Carstens und alle Spieler der TSV von der erstklassigen Stimmung in der heimischen Halle schwärmen und wissen, dass die Unterstützung von den Rängen ihnen sicher ist.
Im Auswärtsspiel bei MT Melsungen lieferte die TSV wieder einmal nur die Punkte ab. Nach der 33:35-Niederlage meinte Frank Carstens in der Pressekonferenz: „Es war ziemlich ernüchternd über weite Strecken des Spiels. Der Gegner hat uns den Wind aus den Segeln genommen, überragend angegriffen und Effektivität gezeigt. Aber wir haben Charakter und Moral bewiesen und am Ende des Spiels die Niederlage erträglich gestaltet.“ Die Abwehr- und Torwartleistung war nicht zufriedenstellend und das soll sich gegen die Berliner wieder ändern.
Aber die Füchse kommen nicht mit irgendeiner Mannschaft nach Hannover. Im Hinspiel in Berlin haben sie dem Aufsteiger beim 24:32 seine Grenzen aufgezeigt. Carstens lässt Grenzen aber nicht gelten und verlangt von seinem Team eine Revanche für diese Niederlage. Im Hinspiel im Oktober vergangenen Jahres musste die TSV schnell einem 0:5-Tore-Rückstand hinterherlaufen. Bereits zur Halbzeit lagen die Carstens-Schützlinge mit 9:15-Toren zurück. Davon konnte sie sich auch im zweiten Spielabschnitt nicht erholen. Damit das am Sonnabend anders wird, kommt auf die TSV-Defensive eine schwere Aufgabe zu. Kreisläufer Torsten Laen, der in Berlin gegen die TSV acht Treffer erzielen konnte, muss enger bewacht werden und auch Rechtsaußen Markus Richwien darf nicht zur Entfaltung und zu schnellen Gegenstößen kommen. Von der rechten Rückraumseite ist der Niederländer Mark Bult gefährlich und auch auf Linksaußen Konrad Wilczynski muss die TSV-Deckung jederzeit ein Auge haben. Berlins Torwarte Petr Stochl und Nationalkeeper Silvio Heinevetter werden ebenfalls als starkes Duo in der Bundesliga angesehen. Die TSV-Akteure werden geeignete Mittel finden müssen, um die letzten Hindernisse im Weg zum Torerfolg überwinden zu können. Dazu sind sie von Coach Carstens mit Videobetrachtung eingestimmt worden. Die Berliner sind verwundbar, Aivis Jurdsz und Co müssen aber die Schwachpunkte ausfindig machen und dann mit vollem Einsatz in diese Kerben treffen. Bei einem knappen Spielstand ist alles möglich und vielleicht ist der Heimvorteil der entscheidende Vorteil. Ein Sieg würde der Mannschaft vor dem schweren Auswärtsspiel bei den Rhein-Neckar-Löwen viel Selbstvertrauen geben und sie könnten in Mannheim mit breiter Brust, guten Chancen auf den Klassenerhalt und ohne Erfolgsdruck auflaufen.