Ist Flensburg für die Recken eine Reise wert?

Kai Häfner versucht eine Lücke zwischen den beiden Hamburger Defensivspielern Davor Dominikovic und Alexandru Simicu zu finden. (Foto: st)

TSV Hannover-Burgdorf gastiert beim Champions-League-Sieger

BURGDORF (st). Nach dem überzeugenden 26:20-Erfolg am vergangenen Wochenende gegen GWD Minden im Heimspiel der DKB Handball-Bundesliga wird die Begegnung der TSV Hannover-Burgdorf am heutigen Mittwoch, 19. November, ab 19 Uhr keine leichte Aufgabe sein. Die Spieler um Trainer Christopher Nordmeyer reisen zum amtierenden Champions-League-Sieger SG Flensburg/Handewitt. Alles andere als eine Niederlage wäre eine große Überraschung, aber die Mannschaft will bis zum Schlusspfiff kämpfen.
Immerhin haben Kapitän Torge Johannsen und seine Mitspieler auswärts bereits eine Überraschung geschafft und bei den Füchsen Berlin einen 29:28-Sieg erzielen können. Ob das aber auch an der Förde in Flensburg gelingt, ist doch eher unwahrscheinlich. Immerhin können die Gastgeber mit einer Topmannschaft auflaufen und stehen zusammen mit dem THW Kiel, den Rhein-Neckar Löwen und Frisch Auf Göppingen in der Spitzengruppe der Liga.
Der Meisterschaftsanwärter musste in dieser Spielzeit aber auch schon Rückschläge einstecken und verloren Anfang November auch in eigener Halle gegen die Löwen mit 26:29-Toren. Davon dürfen sich die Recken aber nicht beeindrucken lassen, denn die SG hat Weltklassespieler im Kader. Mit Torwart Mattias Andersson steht der beste Keeper der vergangenen Saison im Team und auch die Stammspieler von Linksaußen Anders Eggert, den Rückraumspielern Drasko Nenadic, Thomas Mogensen, Holger Glandorf bis zum Rechtsaußen Lasse Svan und Kreisläufer Jacob Heinl stehen exzellente Akteure zur Verfügung. Daneben kann Trainer Ljubomir Vranjes auf eine stark besetzte Ersatzbank schauen, die fast gleichwertigen Ersatz zu der Stammsieben bietet.
Für die TSVer ist die Reise in den hohen Norden in die Flens-Arena deshalb eine eher zwiespältige Angelegenheit. Sie wollen die Chance auf zwei Pluspunkte natürlich im Auge behalten, aber auch im nächsten Punktspiel wartet bei der HSG Wetzlar wieder eine schwere Aufgabe, da sind die Möglichkeiten auf einen Erfolg vielleicht besser. Als Punktelieferant fahren sie aber nicht nach Flensburg. Nordmeyer erwartet von seinen Spielern vollen Einsatz und Engagement, denn wenn sich die SG möglicherweise eine Schwächephase erlaubt und nicht so gut ins Spiel kommt, dann wollen die Recken hellwach, 100-prozentig fit sein und ihr Chance auch nutzen.
Dazu ist es notwendig, in der Offensive ähnlich stark zu agieren, wie es die Mannschaft um Sven-Sören Christophersen bei der Überraschung in Berlin getan hat. Kompromisslosigkeit im Angriff und eine gute Chancenverwertung wird heute die Basis zum Erfolg sein. Weiterhin ist eine gute und aggressive Deckungsarbeit ausschlaggebend. In Zusammenarbeit mit dem Torwartduo Martin Ziemer und Nicolai Weber kann die Defensive um den Mittelblock Christophersen und Csaba Szücs sehr effektiv arbeiten und den Gegner zu Fehlern zwingen. Auch die Flensburger sind nicht frei von Fehlern und so will die TSV versuchen, lange Zeit mitzuhalten und die Entscheidung über Sieg oder Niederlage bis in die Schlussminuten herauszögern. Denn dann hat auch Hannover-Burgdorf die Mittel, um einen Sensationssieg zu schaffen.