Ist das Derby ein Segen oder eher ein Fluch?

Csaba Szücs will sich mit ganzer Kraft im Derby gegen Eintracht Hildesheim für einen Sieg der TSV einsetzen. (Foto: Holger Staab)

TSV Hannover-Burgdorf will Klassenerhalt gegen Hildesheim perfekt machen

BURGDORF (hs). Am Sonntag, 13. Mai, ab 17.30 Uhr ist Derbyzeit in der TOYOTA Handball-Bundesliga. Die beiden einzigen Vertreter aus Niedersachsen, Eintracht Hildesheim und TSV Hannover-Burgdorf, treffen in Hildesheim aufeinander. Für die gastgebende Eintracht nach dem bereits feststehenden Abstieg ein Spiel ohne Druck, für die TSV aber ein ganz wichtiges Spiel, um den letzten und entscheidenden Schritt zum endgültigen Klassenerhalt zu machen. Mit zwei Pluspunkten könnte die Mannschaft auch die letzten Zweifel an der Zugehörigkeit zur Bundesligasaison 2012/2013 beseitigen.
Es wird kein leichter Weg für die TSV Hannover-Burgdorf, denn in der Sparkassen-Arena im Pappelweg in Hildesheim steht eine hoch motivierte Mannschaft um Eintracht-Trainer Gerald Oberbeck gegenüber. Die Hildesheimer wollen sich anständig und mit einigen weiteren Punktgewinnen aus der Bundesliga verabschieden und deshalb auch gegen den Nachbarn nicht zurückstecken. Der Druck liegt ganz bei der TSV, die zuletzt hohen Leistungsschwankungen ausgesetzt war, gegen Frisch Auf Göppingen mit dem 25:23-Sieg aber überzeugte und in Hildesheim jetzt zwei Punkte holen möchte.
Das Spiel könnte ein Segen für die Spieler um TSV-Coach Christopher Nordmeyer sein, aber auch ein Fluch. Ein Segen deshalb, weil ein doppelter Punktgewinn bereits frühzeitig den Klassenverbleib endgültig sichern könnte, ein Fluch, weil bei einer Niederlage noch einmal gezittert wird, denn die Konkurrenten Bergische HC und TV Hüttenberg könnten die TSV theoretisch in den letzten Partien noch abfangen.
Die TSV ist immer noch von Verletzungssorgen geplagt. Mit Aivis Jurdsz und Jan-Fiete Buschmann werden wiederum zwei wichtige Akteure fehlen und können nicht helfen. Dennoch ist ein Sieg für Hannover-Burgdorf eine Pflichtaufgabe. Auch deshalb, weil viele TSV-Fans die Mannschaft in Hildesheim unterstützen werden. Die Entfernung zur Eintracht ist nicht groß und so ist die Anreise mit dem eigenen PKW komfortabel. Die Sparkassen-Arena hat 2800 Plätze, deshalb ist es ratsam, sich frühzeitig Karten zu kaufen, denn die Halle wird voraussichtlich ausverkauft sein.
In der Partie der Hinrunde im Dezember vergangenen Jahres wurde für Handball in Hannover die Rekordzuschauerzahl von 9374 Besuchern erreicht. Für die Nordmeyer-Schützlinge ein Erfolgstag, denn mit dem deutlichen 31:24-Erfolg sicherten sich die Hannoveraner zwei wichtige Punktgewinne. Vorsicht ist in Hildesheim aber geboten. Die Mannschaft um Oberbeck konnte vor einigen Wochen beim 29:28-Sieg beim Bergischen HC einen direkten Konkurrenten der TSV auswärts bezwingen, was niemand vorausgesagt hätte. Wenn die Hildesheimer erst einmal in Schwung kommen, dann sind sie schwer zu stoppen, auch wenn sie abgeschlagen Tabellenletzter sind. Mit Rechtsaußen Dimitros Tzimourtos, Linksaußen Michael Hofmann, der im Hinspiel mit sieben Treffern bester Torschütze war, und den Rückraumspielern Michael Qvist und Vladica Stojanovic muss die Defensive der TSV rechnen. Sie alle sind torgefährlich und Dennis Klockmann als Torwart kann zudem über sich hinauswachsen und so manchen Angriff um Hannovers Spielmacher Morten Olsen entschärfen.
Mit zwei Heimspielen gegen den VfL Gummersbach am 23. Mai und zum Saisonschluss am 2. Juni gegen TuS Nettelstedt-Lübbecke sowie einem Auswärtsspiel bei der SG Flensburg-Handewitt am 30. Mai beendet die TSV dann die TOYOTA Handball-Bundesligaserie auch nach vielem Auf und Ab mit dem Klassenerhalt und kann den Blick in Richtung neue Saison 2012/2013 richten. Für die beiden ausstehenden Heimspielen gibt es noch Karten beim MARKTSPIEGEL und bei allen anderen bekannten Vorverkaufsstellen.