In Minden stehen für die Recken wichtige Punkte auf dem Spiel

Neuzugang Filip Mirkulovski steckt in der Abwehr fest und hat nur noch durch das Mitwirken von Joakim Hykkerud die Chance auf einen Wurf. (Foto: st)

Trainerduell Christopher Nordmeyer gegen seinen Ex Frank Carstens

BURGDORF (st). Die TSV Hannover-Burgdorf muss am Freitag, 27. März, ab 19.45 Uhr bei TSV GWD Minden antreten. Keine leichte Aufgabe, denn die Mindener kämpfen verbissen um den Klassenerhalt und könnten nach ihrem 32:27-Coup beim VfL Gummersbach auch die Recken mit einem Erfolg noch in die Nähe des Abstiegsstrudels ziehen. TSV-Trainer Christopher Nordmeyer und seine Spieler sind sich im Klaren, dass die Partie in Minden weitreichende Folgen für die nächsten Wochen haben könnte. Ein Sieg würde die letzten Zweifel am Klassenerhalt verscheuchen.
Gelingt ein Auswärtssieg, dann kann die TSV zuversichtlich in die nächsten Begegnungen gegen den VfL Gummersbach und bei Frisch Auf Göppingen starten. Eine Niederlage würde den Druck auf die Mannschaft erhöhen und das wollen Lars Lehnhoff und seine Mitspieler unbedingt vermeiden. Aber nicht nur die Spieler um Aljoscha Schmidt werden den TSVern zu schaffen machen. Die Mindener haben seit Ende Februar mit Frank Carstens einen alten Bekannten als Trainer und der wird gegen Hannover-Burgdorf besonders motiviert sein. Carstens schaffte mit der TSV 2009 den Aufstieg in die Bundesliga und trainierte damals noch Coach Nordmeyer und auch Lehnhoff, die sich beide jetzt auf das Zusammentreffen mit Carstens freuen.
Die Mindener haben eine lange Tradition und sowohl in der Halle 1971 und 1977 wie auch im Feldhandball 1967, 1970 und 1971 Deutsche Meistertitel erringen können. 1975, 1976 und 1979 waren die Dankerser Pokalsieger und 1968, 1969 und 1970 konnten Europacup-Erfolge gesammelt werden. Die größten Erfolge sind allerdings schon eine gefühlte Ewigkeit her und in den vergangenen zehn Jahren musste GWD kleine Brötchen backen. 2010/2011 und 2011/2012 verbrachte der Verein sogar in der 2.Liga und konnte als Meister der 2.Liga erst 2012 die Rückkehr in die Eliteliga feiern. Zuvor und auch nach dem Aufstieg wurden aber nur Plätze zwischen 13 und 18 erreicht. Einen Durchbruch in das gesicherte Mittelfeld schaffte Minden nicht.
Auch jetzt steht das Team im Abstiegskampf auf dem 17. Platz, aber der neue Trainer soll es richten. Im Hinspiel in Hannover hatte GWD keine Chance, schon zur Halbzeitpause lagen die Westfalen mit 8:13-Toren zurück. Beim 23:14-Zwischenstand in der 51. Minute schienen die Recken einen Kantersieg landen zu können. In der Endphase schaffte Minden noch eine Ergebnisverbesserung zum letztlich für die TSV ungefährdeten 26:20-Erfolg.
Darauf kann sich die Mannschaft um Runar Karason nicht ausruhen, denn der Gastgeber ist in der Kreissporthalle (Kampa-Halle) in Minden gefährlich und kann die TSV bezwingen. Es wird wichtig sein, in der Defensive nicht nur einen guten Eindruck zu machen, sondern kompromisslos zuzupacken. Spieler wie Aljoscha Schmidt auf der linken Außenposition, Spielmacher Dalibor Doder oder den aus dem Hinspiel sechsfachen Torschützen Christopher Rambo sowie Kreisläufer Nils Torbrügge dürfen nicht unterschätzt werden.
Auch im Angriff ist volle Konzentration im Torabschluss gefragt. Die Recken müssen eine gute Torquote erreichen, um die Mindener nicht stark zu machen. Bei Fehlwürfen oder technischen Fehlern in der Offensive drohen schnelle Gegenstöße und damit leichte Treffer für den Gegner. Das wiederum wird die Zuschauer in der Kampa-Halle puschen und so kann ein Spiel schnell zugunsten des Heimvereins kippen.
Gelingt es der TSV aber, die beiden Mindener Keeper Jens Vortmann und Gerrie Eijlers zu bezwingen und schnell wieder in die Abwehrarbeit zu kommen, dann wird es GWD schwer haben, aus dem gebundenen Spielaufbau heraus, die Abwehr der Recken zu knacken und Hannover-Burgdorf könnte zwei wichtige Punkte aus Minden mit nach Hannover nehmen.