Im Endspiel des MARKTSPIEGEL-Cups spielten die Nerven eine entscheidende Rolle

Schmerzhafter Zweikampf: Nach diesem Zusammenstoß mit dem RSEer Aron Gebreselasie (rechts) musst Heeßels Torhüter Alexander Lüer mit einem Bruch der Elle ausscheiden. (Foto: Kamm)

RSE setzte sich im Elfmeterschießen mit 5:4 gegen den Heesseler SV durch

BURGDORF (kd). Im Endspiel des MARKTSPIEGEL-Cups zwischen dem Heesseler SV und dem SV Ramlingen/Ehlershausen in der mit annähernd 600 Zuschauern gut gefüllten MARKTSPIEGEL-Arena in Burgdorf ging es am Sonnabend nicht nur um Prämien von insgesamt 1.600 Euro für die beiden Finalteilnehmer, sondern auch um den Aufgalopp von zwei weiteren Pflichtspielen der langjährigen Widersacher. So kommt es bereits am Mittwoch (19 Uhr) in Ramlingen zu einem Wiedersehen, wenn beide Vereine in der 1. Runde des NFV-Bezirkspokals aufeinander treffen. Bereits am Sonntag (15 Uhr) stehen sich der Heesseler SV und der RSE in Heeßel dann im ersten Punktspiel gegenüber.
Kein Wunder, dass sowohl der kleine HSV als auch die Ramlinger darauf erpicht waren, für die beiden anstehenden Pflichtaufgaben mit einem Turniersieg im Gepäck für den nötigen Antriebsschub zu sorgen. Mit dem SV Ramlingen/Ehlershausen setzte sich nach einem spannenden Spielverlauf am Ende das treffsichere Team im Elfmeterschießen mit 5:4 (1:1/0:1) durch, nachdem die Begegnung nach regulärem Spielverlauf mit einem 1:1-Unentschieden zu Ende ging.

Heesseler SV -
SV Ramlingen/E. 4:5 (1:1) n.E.

Für die Mannschaft vom Heesseler SV, die im Endspiel von Kotrainer Armin Peithmann für den erkrankten Cheftrainer Niklas Mohs gecoacht wurde, werden die Endspiele um den MARKTSPIEGEL-Cup langsam zu einem Trauma. Bereits zum dritten Mal in Folge zogen die Heeßeler im Endspiel nach Elfmeterschießen den Kürzeren. In den letzten Jahren war es immer die TSV Burgdorf, die den Heeßelern den Zugriff zum Turniersieg verwehrte. In diesem Jahr war es der SV Ramlingen/Ehlershausen, der bei seiner erstmaligen Teilnahme am MARKTSPIEGEL-Cup sich gleich als Turniersieger feiern lassen durfte.
Dabei lief für den kleinen HSV zunächst alles nach Wunsch. Die Elf von Armin Peithmann beherrschte in der 1. Halbzeit gegen eine zunächst sehr passiv agierende Ramlinger Mannschaft das Geschehen. Verdienter Lohn für die wesentlich agiler auftretenden Heeßeler Mannschaft war dann auch eine 1:0-Führung durch Neuzugang Daniel Weiß vom SV Nienhagen, der in der 20. Minute nach einem präzisen Zuspiel von Yannick Bahls in die Schnittstelle auf und davon zog und den Ball unhaltbar an RSE-Torhüter Marcel Maluck vorbei ins Tor schob. „Die Ramlinger werden jetzt sehr offensiv agieren und alles daran setzen, um erst einmal den Ausgleich zu erzielen“, war sich Armin Peithmann bereits zur Halbzeit sicher, dass sich im zweiten Spielabschnitt eine völlig andere Ramlinger Mannschaft präsentieren würde.
RSE wie umgewandelt
Genau so kam es. Mit der Hereinnahme von Hans-Martin Schneider, Aron Gebreslasie und Marc-Robin Becker kam zudem Struktur ins Spiel der Ramlinger, die nun weitaus aggressiver zu Werke gingen. „So wie in der 1. Halbzeit darf es bei uns nicht weitergehen“, hatte Kurt Becker bereits in der Pause sein Missfallen geäußert. Die Ramlinger drängten nun die Heeßeler immer mehr in die Defensive. Nach einigen ausgelassenen, guten Möglichkeiten war es dann in der 77. Minute aus Sicht des RSE endlich so weit. Nach einem Freistoß von Yilmaz Dag verlängerte Marc-Robin Becker den Ball mit dem Kopf zu Hans-Martin Schneider, der den Ball dann zum 1:1-Ausgleich ins gegnerische Tor köpfte. Bis zum Abpfiff sollten dann noch turbulente 13 Minuten folgen, in denen beide Mannschaften mit offenem Visier kämpften und sich einen dramatischen Schlagabtausch lieferten.
Dabei ließen Hans-Martin Schneider und Gerhard Kwarteng klare Chancen zu einer 2:1-Führung für die Ramlinger aus. Bedauerlich aus Sicht der Heeßeler war kurz vor Spielschluss ein Zusammenprall von Heeßels Torhüter Alexander Lüer mit Ramlingens Gerhard Kwarteng im Strafraum, bei der sich der HSV-Keeper einen Bruch der Elle zuzog und in den Schlussminuten noch gegen Marco Dubberke ausgetauscht werden musste. Der Heesseler SV besaß allerdings zwei Minuten vor dem Abpfiff die Riesenmöglichkeit, das Spiel während der regulären Spielzeit zu seinen Gunsten zu entscheiden, als Daniel Weiss nach präzisem Zuspiel von Jan-Henrik Matthes völlig freistehend am glänzend reagierenden Ramlinger Torhüter scheiterte.
So musste dann ein Elfmeterschießen die Entscheidung bringen, wer die Nachfolge des letztjährigen Turniersiegers TSV Burgdorf antritt. Zunächst trafen auf beiden Seiten alle Schützen, so dass es nach Toren von Yilmaz Dag, Marc-Robin Becker, Björn Gassmann und Hüseyin Yüksel (alle RSE) sowie von Yannick Bahls, Julian Rackl und Fabian Hellberg (alle Heeßel) 5:4 für den RSE stand, ehe Moritz Peithmann für den kleinen HSV antrat und verschoss. Als danach auch Aron Gebreslasie für den RSE nicht traf, hatte es Jan Henrik Matthes auf dem Fuß, mit seinem Elfmeter für eine Verlängerung des Elfmeterschießens zu sorgen. Doch jagte der Chile-Heimkehrer den Ball am Tor vorbei, so dass sich der RSE mit einem 5:4-Sieg als Sieger des diesjährigen MARKTSPIEGEL-Cup feiern lassen durfte.
Heesseler SV: AleanderLüer (ab 80. Marco Dubberke) - Manuel Owsianski, Fabian Hellberg, Jannnis Iwan, Christian Brüntjen, Marius Gogol, Daniel Weiss, Niklas Rohden, Julian Rackl, Yannick Bahls, Christoph Baumann, Moritz Peithmann, Jan-Henrik Matthes.
SV Ramlingen/Ehlershausen: Marcel Maluck - Christopher Weindl, Timo Gieseking, Dennis Yeboah, Hüseyin Yüksel, Yilmaz Dag, Önder Duyar, Gerhard Kwarteng, Patrick Richter, Torben Tepper, Patrik Ehlert, Björn Gassmann, Hans-Martin Schneider, Aron Gebreslasie, Marc-Robin Becker.