HSV Hamburg will die „Festung AWD-Hall“ einnehmen

Lars Lehnhoff wird auch gegen HSV Hamburg mit vollem Einsatz für Treffer sorgen, wie hier im Auftaktspiel der Saison gegen HBW Balingen-Weilstetten. (Foto: Holger Staab)

TSV Hannover-Burgdorf will mit Kampfkraft dagegen halten

BURGDORF (hs). Die HSG Wetzlar hat es am ersten Spieltag schon geschafft, jetzt wollen es die RECKEN der TSV Hannover-Burgdorf nachmachen. Ein Erfolg gegen die Spitzenmannschaft der DKB Handball-Bundesliga, den HSV Hamburg, wäre eine faustdicke Überraschung. Dazu müsste am Sonnabend, 15. September, ab 20.15 Uhr alles stimmen, die Torwarte eine Klasseleistung bringen, die Defensive kompakt stehen und die Offensive alle sich bietenden Chancen in Torerfolge umsetzen.
Die TSV Hannover-Burgdorf hat sich auch am 5. Spieltag viel vorgenommen und will gegen den scheinbar übermächtigen Gegner Hamburg eine begeisternde Leistung abrufen. Bisher konnten sie durchaus überzeugen und stehen mit 4:4-Punkten im Mittelfeld der Tabelle. Zuletzt sicherten sich Mait Patrail und Co einen knappen 32:31-Sieg beim Aufsteiger TV 1893 Neuhausen. Die Mannschaft um Coach Christopher Nordmeyer liegt im Soll und möchte sich in Zukunft stabilisieren.
Die Integration der Neuzugänge, immerhin musste Nordmeyer sechs neue RECKEN ins Team einbauen, scheint abgeschlossen zu sein. Die Akteure finden sich immer besser zurecht und auch der erst kurz vor Saisonbeginn zum Team dazu gestoßene Tamás Mocsai kommt besser in Schwung. Eine Überraschung gegen den Tabellenvierten der vergangenen Spielzeit würde der TSV extrem viel Selbstvertrauen geben und für die nächsten Aufgaben Motivation bringen.
Der HSV Hamburg um Trainer Martin Schwalb ist mit der erwähnten Niederlage in die Serie gestartet. In Wetzlar verloren die Hansestädter mit 26:33-Toren und boten dabei alles andere als eine gute Vorstellung. In den nächsten Begegnungen fingen sich die Hamburger aber wieder und sorgten für Erfolge. Für Coach Schwalb war es nicht einfach, die Neuzugänge im Team zu integrieren. Mit Andreas Nilsson vom schwedischen Club IFK Skövde auf der Kreisläuferposition, Rückraumspieler Stefan Terzic von RK Borak Banja Luka (Bosnien-Herzegowina) und den beiden Torhütern Enid Tahirovic (Frisch Auf Göppingen) und Max-Henri Herrmann (DHC Rheinland) kamen vier Spieler zum HSV. Ersetzen muss die Mannschaft die Gille-Brüder Guillaume und Bertrand, die zu Chambery Savoie HB nach Frankreich wechselten. Auch die Verluste von Zoran Djordjic, der seine Karriere beendete, und Renato Vugrinec (RK Maribor Branik, Slowenien) konnten nicht so einfach kompensiert werden.
Dennoch hat Schwalb ein Team aus vielen Weltklassespielern zusammen. Schon allein die Namen Dan Beutler als Torwart, Pascal Hens, Domagoj Duvnjak, Marcin Lijewski, Hans Lindberg oder Kreisläufer Igor Vori lassen aufhorchen.
Auch wenn durch der Abgang der beiden Gille-Brüder und damit zweier großer Persönlichkeiten ein Loch gerissen wurde, sollte der vorhandene Kader doch in der Lage sein, in der Spitze der Liga mitzumischen. Dazu Schwalb: „Wir wollen das Bestmögliche rausholen. Mitspielen ist kein Ziel. Uns ist wichtig, dass wir uns anders präsentieren. Wir wollen den Fans anderen Handball zeigen.“ Auch Spielmacher Michael Kraus ist überzeugt von eine besseren Saison: „Ich verspreche, dass wir mit Feuer in die neue Saison gehen und alles dafür tun werden, Top-Leistungen abzuliefern.“
Damit der deutsche Meister von 2011 nicht zu einer Top-Leistung findet, wollen die RECKEN der TSV Kampfkraft, Mut, Spielwitz und Engagement entgegensetzen. In eigener Halle, in der Festung AWD-Hall und mit den begeisternden hannoverschen Zuschauern im Rücken, brauchen sich die RECKEN nicht zu verstecken. Auch gegen Spitzenmannschaften der Liga ist eine Überraschung möglich. Das haben sie in der vergangenen Spielzeit sowohl in der AWD-Hall bei der knappen 34:37-Niederlage, wie auch in Hamburg nach großem Kampf beim 30:34 gezeigt. Am Sonnabend könnte die TSV mit ein wenig Glück sogar einen Sieg verbuchen.