Heimbilanz brachte der TSV Burgdorf II Platz 6

Joshua Thiele ist einer der jungen Talente, die in der TSV Burgdorf II in der 3.Liga Erfahrungen sammeln konnte. (Foto: st)

Jungrecken konnten sich mit guten Leistungen weiterentwickeln

BURGDORF (st). Mit der besten Heimbilanz aller sechzehn Drittligisten setzte die TSV Burgdorf II in der abgelaufenen Saison 2015/2016 ein dickes Ausrufezeichen und konnte sich am Ende der Serie auf dem 6.Platz positionieren. Für Trainer Heidmar Felixson eine ausgezeichnete Position für die Ausbildungsmannschaft. Immerhin musste das Team vielfach Spieler für die Bundesligamannschaft abstellen und konnte oft nur eingeschränkt trainieren. Das aber ist letztlich auch das Ziel des Reserveteams und die jungen Spieler an eine höhere Leistungsstufe heranzuführen das logische Resultat.
Von Saisonbeginn an machten die Jungrecken mit ihrem erfahrenen Torwart Jendrik Meyer als großen Rückhalt, in der 3.Liga klar, dass sie nicht, wie in der Saison 2014/2015, zu den Abstiegskandidaten gehören wollen. Nach sechs Spieltagen, fünf Siegen und nur der 25:27-Niederlage im Nachbarschaftsderby bei der TS Großburgwedel, standen Felixson und sein Kader mit 10:2-Punkten auf dem 2. Tabellenplatz. Dann mussten Jago Maevers und Co allerdings eine kleine Durststrecke durchstehen und kassierten drei Niederlagen bei der SG Flensburg/Handewitt (28:34), gegen SC Magdeburg II (22:27) und beim späteren Meister Dessau-Rosslauer HV (28:32). Bis zum Ende der Hinrunde fing sich das Team aber wieder und konnte mit 19:13-Punkten einen nicht ganz erwarteten 6.Platz halten.
Nach dem Jahreswechsel setzte die TSV-Reserve ihre ansprechenden Vorstellungen fort und entwickelte sich immer mehr zu einer Heimmannschaft. Auswärts war den Talenten anzumerken, dass der letzte Biss fehlt und die langen Anreisen dem Team doch zu schaffen machten. Das sollte aber keinesfalls als Entschuldigung gelten, denn auch die anderen Drittligisten müssen viele Kilometer auf den Fernstraßen verbringen. Niederlagen, wie beim Absteiger Stralsunder HV (19:24) oder der Punktverlust beim ebenfalls nächste Saison eine Klasse tiefer spielenden HSV Insel Usedom (29:29), oder die Niederlage beim SV Mecklenburg-Schwerin (22:25) zeigen aber, das in fremden Hallen noch viel Luft nach oben besteht. Auch der Saisonabschluss beim Tabellenvierzehnten, der Reserve der Füchse Berlin (24:30) spricht, obwohl es um nichts mehr ging, eine deutliche Sprache. Die Auswärtsbilanz mit 7:23-Punkten und in der Auswärtstabelle der 13. Platz war die logische Konsequenz.
Umso erfreulicher ist die Bilanz, die die Felixson-Schützlinge in ihrer eigenen Halle, der Halle der Gudrun-Pausewang-Schule schaffte. Nur die Niederlage gegen den SC Magdeburg im Oktober letzten Jahres trübte das Bild ein wenig. Darüber hinaus gab es eine makellose Bilanz mit 14 Siegen. In der Heimtabelle brachte das den Spitzenplatz noch vor dem Aufsteiger Dessau-Roßlauer HV.
In der Rückrunde der 3.Liga schaffte die TSV II 18:12-Punkte und auch hier den 6. Platz. Insgesamt stand dieser Rang dann auch am Saisonabschluss fest und die 35:25-Punkte und 796:755-Tore zeugen von einer guten Abwehr, aber auch noch ein wenig Potenzial in der Offensive.
Die TSV II wird in der nächsten Saison ihre Ausbildungsrolle fortsetzen. Nicht nur die Bundesligamannschaft profitiert von der exzellenten Jugendarbeit des Stammvereins. Mittlerweile konnte sogar die dritte Mannschaft aus der Verbandsliga in die Oberliga, also die vierte Liga in Deutschland aufsteigen. Auch das zeigt, wie stark der Unterbau der Handballer in Burgdorf ist. So eine Konstellation ist in ganz Deutschland vorbildlich und resultiert aus langen Aufbaujahren. Die TSV ist zudem einer der wenigen Vereine, die in allen Altersklassen der Jugend in der höchsten Spielklasse antreten kann und wird dieses Konzept hoffentlich noch lange fortführen. Von den in der Bundesliga eingesetzten 18 Spielern in der vergangenen Saison waren acht Spieler, die lang- oder kurzfristig in der Jugend der TSV ausgebildet wurden. Auch das ist in der stärksten Liga der Welt wohl einmalig.
Leider kämpft die TSV Burgdorf seit längerer Zeit um ihre Heimspielhalle, die voraussichtlich nur noch bis 2017 die Zulassung für den Spielbetrieb erhält. Eine neue Spielstätte soll deshalb gebaut werden, aber Planungen sind bisher noch nicht abzusehen und so könnte der Spielbetrieb spätestens nach der im September beginnenden neuen Saison ins Stocken geraten. Eine Lösung ist hier von Seiten der Stadt Burgdorf noch nicht in Sichtweite.