Hannover 96 will sich nicht mit Punkt zufrieden geben

Beim SC Freiburg ist Sieg eingeplant

HANNOVER (kd). Ende gut, alles gut? Es deutet einiges darauf hin, dass die Hinserie in der Fußball-Bundesliga für Hannover 96 doch noch am Sonntag, 21. Dezember um 17.30 Uhr mit einem versöhnlichen Ende abgeschlossen werden kann. Zu Gast sind die 96er dann im letzten Spiel der Hinrunde beim SC Freiburg. Jener Mannschaft, die als Tabellenvorletzter in großer Abstiegsgefahr schwebt, was auch darauf zurückzuführen ist, dass die Breisgauer bisher erst zwei Mal als Sieger den Platz verlassen konnten, dafür aber bereits zu acht Unentschieden kamen.
Rechtzeitig vor Weihnachten sind die „Roten“ zum Glück noch einmal in Schwung gekommen. Nach drei Niederlagen in Folge mit reichlich Gegentreffern leistete sich die Mannschaft von Trainer Tayfun Korkut am vergangenen Sonnabend beim 3:3 (1:1) allerdings den Luxus, den Sieg gegen den Tabellenletzten Werder Bremen trotz drei Toren von Lars Stindl (12.), Joselu (62.) und Hiroshi Kiyotake (64.) noch zu verschenken. Dabei sahen die „Roten“ trotz der Bremer Treffer von Zlatko Junuzovic (36.) und Melvyn Lorenzen (55.) bis zwei Minuten vor dem Abpfiff noch wie der Sieger aus, ehe sie durch das Tor von Davie Selke (88.) einen schon sicher geglaubten Sieg verschenkten.
Um so glücklicher war dann 96-Trainer Tayfun Korkut, dass es seiner Mannschaft am Dienstagabend trotz der Minuskulisse von 30.800 Zuschauern in der HDI-Arena gelang, dem Senkrechtstarter FC Augsburg etwas glücklich mit einem 2:0 (1:0)-Sieg die Flügel zu stutzen. Zum Glück für die Hannoveraner besaßen sie mit Nationaltorhüter Ron-Robert Zieler einen sicheren Rückhalt, der seine Mannschaft in den entscheidenden Phasen, wie in der 13. Minute vor dem freistehenden Alexander Esswein, vor einem Rückstand bewahrte. Dass dann ausgerechnet mit dem bereits suspendierten Hannoveraner Abwehrspieler Salif Sanè in der 20. Minute ein zunächst aussortierter und erst vor einer Woche begnadigter Spieler mit einem Kopfball nach Vorarbeit von Lars Stindl den 1:0-Führungstreffer für Hannover 96 erzielte, passt zum Spiel. Genau so wie das 2:0 in der 55. Minute durch einen höchst umstrittenen Foulelfmeter von Joselu, der für die „Roten“ mit nunmehr 23 Punkten den Sprung auf den 8. Tabellenplatz bedeutete.
Nicht so gut lief es für den morgigen Gegner SC Freiburg, der bisher erst zu zwei Siegen beim 2:0-Heimerfolg über den FC Schalke 04 und beim 1:0- Sieg gegen den 1. FC Köln kam. Um so trauriger war Freiburgs Trainer Christian Streich darüber, dass seine Mannscbaft bei gleich acht Unentschieden viele Punkte verschenkte, weil seine Spieler häufig noch in der Schlussviertelstunde einen Gegentreffer kassierten. Kein Wunder, dass der SC Freiburg trotz seines Abstiegsplatzes erst sechs Niederlagen kassierte. Ebenso viele übrigens wie der Tabellenfünfte FC Schalke 04, während die 96er bisher bereits siebenmal als Verlierer den Platz verließen. Überflüssig zu sagen, dass am Sonntag der Druck des Gewinnenmüssens ganz klar auf Seiten der Remiskönige aus Freiburg liegt, die es nach einer kleinen Erfolgsserie verpassten, in ihren letzten Spielen, von der erwarteten 0:2-Niederlage am Dienstag beim FC Bayern München einmal abgesehen, gegen abstiegsbedrohte Mitkonkurrenten, wie VfB Stuttgart (1:4), SC Paderborn 07 (1:1) und Hamburger SV (0:0), als Sieger vom Platz zu gehen und sich dadurch in der Tabelle nicht absetzen konnten.
Kein Wunder, dass Hannover 96 mit großem Selbstbewusstsein in das Spiel beim SC Freiburg geht, bei dem sie im vergangenen Jahr ebenfalls im letzten Hinrundenspiel ihre Auswärtsschwäche mit einem 1:0-Sieg beendeten. „Wir haben danach richtig gelernt, wie wir auswärts auftreten müssen. Da hat sich im Kopf und der Spielart etwas zum Positiven geändert“, sagte Kapitän Lars Stindl in einem Interview. Bleibt aus Sicht der 96er nur zu hoffen, dass seine Mitspieler die Worte ihres Leaders und Kapitäns verinnerlichen und mit gesundem Selbstbewusstsein in Freiburg am Sonntag alles daran setzen werden, die noch ausbaufähige Auswärtsbilanz von erst acht Punkten nach acht Gastspielen mit einem weiteren Dreier auszubauen. Zumal Trainer Tayfun Korkut aller Voraussicht nach wieder auf den gegen den FC Augsburg verletzten Christian Schulz zurückgreifen kann. Da sich der 96-Trainer auch vom Startelf-Comeback seines Enfant Terrible Salif Sanè nach seiner fünfmonatigen Degradierung genau so begeistert zeigte wie vom Startelfdebüt des 21-jährigen Mittelfeldspielers Maurice Hirsch, sollten alle Voraussetzungen gegeben sein, dass die „Roten“ mit Hilfe der Konkurrenten vielleicht auf einem internationalen Rang überwintern können.