Hannover 96 will gegen Leverkusen mit einem Sieg Stärke demonstrieren

Ein Beitrag von Klaus Depenau - Uwe G. Reckers aus Wettmar gewinnt die zwei Sitzplatz-Tickets

HANNOVER (kd). Es war zwar kein optimaler Saisonstart, doch lässt das 2:2 (1:0)-Unentschieden beim Aufsteiger SV Darmstadt 98 die Hoffnung zu, dass Hannover 96 nicht wieder zu den ernsthaftesten Abstiegsanwärtern in der Fußball-Bundesliga zu zählen ist. Allerdings besteht für die "Roten" auch kein Anlass, in Jubelstürme nach der Punkteteilung in dem mit 17.000 Zuschauern ausverkauften Merck-Stadion am Böllerntor in Darmstadt auszubrechen.
Unübersehbare Fehler im Abwehrbereich sowie extreme Abschlussschwächen im Angriff, wie ein vergebener Strafstoß von Mevlüt Erdinc in der 59. Minute, sollten für Trainer Michael Frontzeck Anlass genug sein, nicht nur an eine erfolgreiche Revanche beim Wiedersehen in der 2. DFB-Pokal-Hauptrunde am 27./28. Oktober am Böllerntor zu denken, wo es zu einer Neuauflage des Saisoneröffnungsspieles kommt, sondern bereits am Sonnabend, 22. August, um 15.30 Uhr bei der Heimpremiere in der HDI-Arena gegen Bayer 04 Leverkusen.
In Darmstadt mussten die 96er zunächst wieder einem Rückstand durch den Treffer von Marcel Heller (29.) hinterherlaufen, der nach einem Eckball für die 96er einen Konter einleitete und dabei 96-Abwehrspieler Miiko Albornoz schlecht aussehen ließ, indem ihm der 1:0-Führungstreffer für die Lilien aus Darmstadt gelang.
Als eine im nachhinein richtige Maßnahme erwies sich die Entscheidung von Trainer Michael Frontzeck, seinen Neuzugang Felix Klaus in der Halbzeit gegen Charlison Benschop auszuwechseln. Gerade mal drei Minuten im Spiel sorgte der von Fortuna Düsseldorf gekommene Stürmer in der 48. Minute nach Zuspiel,von Mevlüt Erdinc zum 1:1-Ausgleich.
Die Freude über den Ausgleich währte bei den Gästen aber nicht lange. Denn ein dicker Patzer von Miiko Albornoz bescherte dem Aufsteiger in der 54. Minute durch Marcel Heller die erneute Führung.
Nachdem Mevlüt Erdinc fünf Minuten darauf mit seinem zu schwach geschossenen Foulelfmeter an Darmstadt Torhüter Christian Mathenia scheiterte, bedurften die 96er in der 62. Minute die Mithilfe von Darmstadts Aytac Sulu, der mit seinem Eigentor zum 2:2 die "Roten" vor einer Niederlage bewahrte.
Nach der Punkteteilung gab sich dann aucn 96-Präsient Martin Kind versöhnlich: "Nach dem Spielverlauf sind wir zufrieden mit dem Ergebnis. Das Spiel war schwierig, wie wir es erwartet haben. Es war klar, dass der Aufsteiger im ersten Heimspiel außergewöhnlich engagiert auftreten wird.
Die Darmstädter waren sehr zweikampfstark. Solche Spiele sind unangenehm zu spielen. Beide Mannschaften hätten das Spiel auch gewinnen können."
Etwas kritischer als sein Präsident sah es 96-Torhüter Ron-Robert Zieler: "Wir haben die Tore ein Stück weit mitverschuldet. Hätten wir die individuellen Fehler nicht gemacht, hätten wir gute Möglichkeiten gehabt, das Spiel für uns zu entscheiden."
Umso aufmerksamer sollte man dem Gastspiel von Bayer 04 Leverkusen am Sonnabend in der HDI-Arena entgegensehen, ohne allerdings in Ehrfurcht zu verfallen. Allerdings benötigt man keiner prophetischen Gaben, um am Sonnabend den "Roten" eine Niederlage vorauszusagen, sofern der Auftritt der 96er nicht mit einer gewaltigen Leistungssteigerung einhergeht.
Als zu stark gilt die Offensive der Werkself, die zum Saisonauftakt im Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim nach einem 0:1- Rückstand durch das Tor von Steven Zuber (5.) noch durch die Treffer von Stefan Kießling (45.) und Julian Brandt (71.) zu einem 2:1 (1:1)-Auftaktsieg kam.
Einzig im Abwehrbereich scheint der Klub von Sportdirektor Rudi Völler und Trainer Roger Schmidt durch die verletzungsbedingten Ausfälle der beiden Nationalspieler Ömer Toprak und Tin Jedvaj anfällig zu sein. Daher kommt es es nicht von ungefähr, dass die Leverkusener sich nach Weltmeister Christoph Kramer mit dem 26 Jahre alten chilenischen Nationalspieler Charles Aranguiz noch kurzfristig einen namhaften Spieler verpflichtet haben, der in Sonnabend in der HDI-Arena sein Bundesligadebüt abgeben könnte.
Ein Vorteil für Hannover 96 könnte der Umstand sein, dass die Werkself am gestrigen Dienstag in der italienischen Hauptstadt in den Playoffs der Champions-League bei Lazio Rom (Ergebnis lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor) die schwere Aufgabe zu lösen hatte, für ein Ergebnis zu sorgen, das am Mittwoch, 26. August, im Rückspiel die Teilnahme an der Champions Legue garantiert.
Keine leichte Aufgabe daher für Roger Schmidt, um mit seiner mit Abstand jüngsten Mannschaft der Bundesliga, die Kräfte zwischen den beiden Qualifikationsspielen richtig einzuteilen, um am Sonnabend trotz der Klasse der Offensivkräfte wie Stefan Kießling, Hakan Calhanoglu, Admir Mehmedi, Son Heungh-Min, Julian Brandt oder Karim Bellarabi dafürzu sorgen, gegen die Roten zu bestehen, die ausgeruht in die Begegnung gehen können.
Live dabei beim ersten Heimspiel der „Roten“ gegen den Champions League-Qualifikanten ist auch Uwe G. Reckers aus Wettmar. Er hat wie dreizehn andere Teilnehmer/innen gleich bei unserem ersten Tipp-Gewinnspiel das 2:2-Remis in Darmstadt richtig vorhergesagt und per Zufallsgeneratort die beiden Sitzplatz-Tickets gewonnen!