Hannover 96 will gegen Gladbach zu Hause eine weiße Weste behalten

Wolfgang Moser aus Isernhagen gewinnt zwei Sitzplatz-Tickets

HANNOVER (kd). Es kommt häufig vor, dass eine Pause zu einer Beruhigung des Nervenkostüms beiträgt. Nicht so allerdings bei den Akteuren von Hannover 96 und ihren hartgesottenen Fans, die nach der 0:4-Niederlage beim FC Bayern München vor zwei Wochen schwer zu leiden hatten.
Es war nicht die allgemein erwartete Schlappe beim deutschen Rekordmeister, die für Gesprächsstoff und negative Schlagzeilen sorgte, sondern die Art und Weise, wie die Niederlage der 96er zu Stande kam. So brachte das 4:0 den wahren Leistungsunterschied nicht einmal ansatzweise zum Ausdruck.
Die Elf von Trainer Pep Guardiola beherrschte Ball und Gegner nach Belieben. Hannover 96 enttäuschte dagegen auf der ganzen Linie. Auf Unverständnis stieß auch 96-Trainer Tayfun Korkut mit seiner gewählten Taktik. Nach einem 4-4-1-1 zum Auftakt beim 0:0 in Mainz, einem 4-4-2 in Paderborn (0:2), und dem 4-1-4-1 in Stuttgart (0:1) schickte Tayfun Korkut die „Roten“ in der Allianz-Arena mit einer 5-3-2 Taktik aufs Feld. „Wir wollten defensiv stabil stehen und hatten vor, den Bayern mit einer Fünferkette nicht so viel Raum zu lassen“, sagte der 96-Coach.
Doch ahnte der 40-jährige Hannoveraner Coach bei seiner Aussage noch nicht, dass zahlreiche individuelle Fehler seiner Abwehrspieler, wie die von Felipe, Hiroki Sakai, Marcelo oder Christian Schulz, dazu führten, dass mit dem 2:0 nach nicht einmal einer Viertelstunde durch die Tore von Robert Lewandowski (6.) und Arjen Robben (13.) bereits mehr als eine Vorentscheidung zu Gunsten der Bayern gefallen war. Danach ließen es sich die Bayern nicht nehmen, durch Robert Lewandowski in der 38. Minute noch einmal zum 3:0 nachzulegen, bevor sie sich in der 2. Halbzeit lediglich auf das Mindeste beschränkten und sich mit dem Treffer von Arjen Robben (79.) zum 4:0-Endstand begnügten.
Gut für den Spielverlauf aus Sicht von Hannover 96. Zumal nach dem Spiel in München eine zweiwöchige Länderspielpause anstand, so dass die 96-Spieler in Ruhe über ihre Fehler nachdenken und überlegten konnten, wie sie diese Patzer beheben können. Erst recht, weil am Sonnabend (15.30 Uhr) mit Borussia Mönchengladbach eine Mannschaft in der HDI-Arena zu Gast ist, die nicht wenige zu den ernsthaftesten Konkurrenten der Bayern im Kampf um die Meisterschaft zählen. Die Borussen sind als Tabellendritter zusammen mit der punktgleichen TSG Hoffenheim (beide 13 Zähler) mit nur vier Punkten Rückstand die ernsthaftesten Verfolger des FC Bayern München. Zusammen mit dem FC Bayern München, TSG Hoffenheim und FSV Mainz 05 gehört Mönchengladbach zum privilegierten Kreis der vier Bundesligisten, die nach sieben Punktspielen noch immer ohne Niederlage in der Bundesliga sind.
Eine lohnenswerte Aufgabe also für Hannover 96, mit einem weiteren Heimsieg der Superserie der Gladbacher ein Ende zu bereiten. Zumal es für die 96er auch darum geht, ihre Heimserie mit drei Siegen weiter auszubauen und nicht mit einer Niederlage enden zu lassen. Auch geht es für die Mannschaft von Hannover 96, die weiterhin auf ihre Leistungsträger Lars Stindl, Edgar Prib, Andre Hoffmann oder aller Voraussicht nach auch auf Miiko Albornoz und Leon Andreasen verzichten muss, auch darum, sich wieder in Richtung der internationalen Ränge zu verbessern, nachdem sie durch die Niederlage in München mit 10 Punkten auf den 8. Tabellenplatz abgerutscht ist.
Doch beweist allein der Kader der Gäste mit Weltmeister Christoph Kramer in den Reihen, dass Gladbachs Trainerfuchs Lucien Favre mit Neuzugängen, wie den Nationalspielern Andrè Hahn, Ibrahima Traorè, Thorgan Hazard, Yann Sommer und Fabian Johnson, dafür gesorgt hat, dass bei der Ausgeglichenheit des Aufgebots nicht einmal einer der etablierten Nationalspieler einen Anspruch auf einen Stammplatz erheben kann. „Wir haben jetzt die Möglichkeit zu rotieren und können immer wieder punktuell Spieler schonen“, ließ Gladbachs Sportdirektor Max Eberl in einem Interview wissen. Zweifellos besitzen die Borussen durch ihren starken und ausgeglichenen Kader dadurch die weitaus besseren Voraussetzungen gegenüber den 96ern, die erst noch den Beweis antreten müssen, dass auch ihr zweiter Anzug sitzt. Gelegenheit, das unter Beweis zu stellen, könnte sich bereits am Sonnabend ergeben, falls Tayfun Korkut nach der Länderspielpause tatsächlich gezwungen ist, einige Spieler verletzungsbedingt zu ersetzen, so dass die Stunde der Reservisten schlagen könnte.
Exakt 17 der insgesamt 343 Teilnehmer/innen an unserem Ergebnis-Tipp-Gewinnspiel hatten die 0:4-Niederlage der „Roten“ bei den Bayern richtig vorausgesagt. Auch Wolfgang Moser aus Isernhagen gehörte dazu, der per Zufallsgenerator als Gewinner der beiden Sitzplatz-Tickets gegen den Tabellendritten aus Gladbach ermittelt wurde und nun am Sonnabend gegen die Gladbacher live in der HDI-Arena dabei ist.