Hannover 96 verpasst Herbstmeisterschaft

„Einbahnstraßen-Fußball“ gegen SV Sandhausen wurde nicht belohnt

HANNOVER (kd). Hannover 96 hat das erste Saisonziel erreicht. So steht die Mannschaft von Trainer Daniel Stendel nach dem Ende der Hinrunde in der 2. Bundesliga dort, wo sie auch zum Abschluss der Saison 2016/2017 mit dem letzten Spiel am 21. Mai in Sandhausen stehen möchte. Auf dem 2. Tabellenplatz und damit auf einem direkten Aufstiegsplatz.
Zwar reichte es am Sonntag vor 30.296 Zuschauern in der HDI-Arena beim 0:0 gegen den SV Sandhausen nicht zum erhofften Heimsieg, doch lässt sich die Punkteteilung verkraften, da auch die Konkurrenten schwächelten. So kam Tabellenführer Eintracht Braunschweig (34 Punkte) nicht über ein 0:0 beim FC Erzgebirge Aue hinaus. Der bisherige Spitzenreiter VfB Stuttgart zog bei den Würzburger Kickers gar mit 0:3 den Kürzeren und musste nun mit 32 Zählern als Tabellendritter den punktgleichen 96ern auf Grund des drei Treffer schlechteren Torverhältnisses den Vortritt lassen.
„Auf Platz zwei liegen wir voll im Soll“, betonte Daniel Stendel mit Nachdruck, um seiner Mannschaft aber auch noch Nachholbedarf aufzuzeigen. „Wir brauchen ein bisschen mehr Spielkontrolle und müssen ein paar Spielzüge mehr abliefern“, forderte der 96-Trainer, der aber auch nicht vergaß, zu erwähnen, dass seine Mannschaft nun schon seit acht Wochen unbesiegt ist. „In die Rückrunde gehen wir mit drei Punkten Vorsprung auf den Tabellenvierten 1. FC Heidenheim. Das ist auch ein Fortschritt gegenüber dem Saisonstart“, ließ Daniel Stendel gegenüber dem Sportmagazin KICKER wissen.
So hält sich bei den „Roten“ die Enttäuschung über die entgangene Herbstmeisterschaft dann auch in Grenzen, die für die 96er im Falle eines Sieges gegen den SV Sandhausen herausgesprungen wäre. Dass es dazu nicht kam, hatte vielerlei Gründe. So fanden die 96er im gesamten Spiel gegen den Tabellenneunten aus Sandhausen kein probates Mittel, um die massive Abwehr der Gäste aus den Angeln zu heben. Immer wieder fanden sich in der vielbeinigen Abwehr des SV Sandhausen Spieler, die mit Glück, Geschick und Können einen Gegentreffer zu verhindern wussten. Allen voran bei Abwehrchef Daniel Gordon und dem österreichischen Torhüter Marco Knaller, bei dem sich der Verein vom Hardtwald in erster Linie bedanken konnte, dass er nicht mit leeren Händen die Heimfahrt antreten musste.
Aber auch der SV Sandhausen wusste gelegentlich Nadelstiche zu setzen. So in der 37. Minute, als Andrew Wooten unbedrängt zum Schuss kommt. Nur sechzig Sekunden später die klarste Torchance im Spiel, als Jacub Kosecki 96-Abwehrchef Salif Sanè entwischte und völlig freistehend am hannoverschen Torhüter Philipp Tschauner scheiterte, der mit einer hervorragenden Fußabwehr gerade noch einen Rückstand seiner Mannschaft verhindern konnte.
Das war es dann auch, was die Gäste an gefährlichen Aktionen zu Stande brachten, die sich vor allem in der 2. Halbzeit Einbahnstraßenfußball der Hausherren gegenüberstanden, die immer wieder frenetisch von ihren Anhängern angefeuert wurden, die beflügelt von dem deutlichen Rückstand des VfB Stuttgart in Würzburg, das zeitgleich stattfand, zur Höchstform aufliefen. Doch was die 96er auch versuchten, spätestens bei Sandhausens Keeper Marco Knaller war Endstation.
„Wir sind angerannt, haben es probiert, gemacht und getan. So viele Standardsituationen und Torschüsse hatte wir noch nie in einem Spiel“, fand Daniel Stendel. „Heute war das Tor wie vernagelt“, ärgerte sich 96-Torjäger Martin Harnik, der nun mit seinen Mitspielern die Winterpause genießen kann, ehe am Montag, 30. Januar, um 20.15 Uhr die Rückrunde mit dem Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern fortgesetzt wird.