Hannover 96 testet in Ilten gegen Twente Enschede

96-Trainer Andre Breitenreiter (rechts) freut sich über die Verpflichtung von Pirmin Schwegler (links). (Foto: Hannover 96)
 

Mit Pirmin Schwegler zogen die „Roten“ einen Kracher an Land

HANNOVER. Keine Zeit verliert Hannover 96, um sich als Aufsteiger personell für die am Freitag, 18. August, beginnende Punktspielserie in der 1. Fußball-Bundesliga zu rüsten. „Wir wollen alle Positionen gleichwertig doppelt besetzen“, ließ 96-Sportdirektor Horst Heldt bereits wissen.
Mit der ablösefreien Verpflichtung des 26-jährigen Abwehrspielers Matthias Ostrzolek vom Hamburger SV, der einen Vertrag bis zum 30. Juni 2020 unterschrieb, sowie des 28-jährigen Torhüters Michael Esser vom Absteiger SV Darmstadt 98 eröffnete der Aufsteiger den Transferreigen. Mit Tom Baller vom künftigen Liga-Konkurrenten Borussia Mönchengladbach zog Hannover 96 einen erst 18 Jahre alten Offensivspieler an Land, der ablösefrei einen Lizenzspieler-Vertrag bis zum 30. Juni 2019 unterschrieb. Eben so lange verpflichtete Hannover 96 Yousef Emghames vom FC Bayern München. Der 19 Jahre alte offensive Mittelfeldspieler aus der A-Juniorenmannschaft der Bayern wechselt ebenfalls ablösefrei von der Isar an die Leine. „Yousef Emghames ist ein hochveranlagter junger Spieler, der im offensiven Mittelfeld flexibel einsetzbar ist. Er wird zunächst in unserem U21-Team trainieren und spielen. Über diesen Weg soll er an den Profibereich herangeführt werden", sagte 96-Sportdirektor Horst Heldt, dem am vergangenen Mittwoch sein bisher größter Transfercoup gelang.
So konnte sich Hannover 96 die Dienste des von zahlreichen Bundesligisten umworbenen Pirmin Schwegler sichern. Der 30 Jahre alte Mittelfeldspieler wechselt ebenfalls ablösefrei von der TSG 1899 Hoffenheim zu den Hannoveranern. Er erhält einen Zweijahresvertrag mit einem weiteren Jahr Option und wird künftig für die „Roten“ mit der Rückennummer 27 auflaufen. Pirmin Schwegler bringt die Erfahrung von 206 Einsätzen im deutschen Fußballoberhaus mit nach Hannover. Darin erzielte er sieben Tore und bereitete 20 weitere vor.
Der 14-malige Schweizer Nationalspieler stand erstmals in der Saison 2006/07 im Trikot von Bayer 04 Leverkusen in einem Bundesligaspiel auf dem Platz, ehe er sich 2009 Eintracht Frankfurt anschloss. Von dort zog es ihn zu Beginn der Saison 2014/15 nach Hoffenheim. „Ich freue mich sehr, dass Pirmin in der kommenden Saison ein Teil unserer Mannschaft sein wird. Wir hatten gute Gespräche und ich bin mir absolut sicher, dass er uns mit seiner großen Erfahrung weiterhelfen wird und darüber hinaus menschlich hervorragend in die Truppe passt“, glaubt 96-Trainer André Breitenreiter. Zuversichtlich gibt sich auch Pirmin Schwegler: „In den Gesprächen mit Hannover 96 habe ich großes Vertrauen gespürt. Von dem Weg, den der Verein eingeschlagen hat, bin ich total überzeugt und ich freue mich sehr, ein Baustein davon zu sein. Jetzt blicke ich mit großer Vorfreude darauf, dass es losgeht.“
Nach Informationen des Sportmagazins KICKER sollen sich die 96er als Konkurrenz zu Oliver Sorg intensiv um den 25-jährigen Julian Korb von Borussia Mönchengladbach bemühen, der allerdings drei Millionen Ablöse kosten soll. Als Alternative auf dieser Position gilt der 30-jährige frühere Nationalspieler Christian Träsch vom VfL Wolfsburg, der erheblich günstiger sein soll.

Hannover 96 startet in Ilten

Bereits terminiert wurde jetzt auch das erste Testspiel von Hannover 96. Die „Roten“ werden nach dem Trainingsstart am 26. Juni ihr großes Sommertrainingslager in Österreich vom 22. bis zum 31. Juli im Falkensteiner Schlosshotel Velden am Wörthersee aufschlagen. Während des Trainingslagers sind mehrere Testspiele geplant, wobei die Gegner noch nicht feststehen.
Fest steht allerdings das erste Testspiel von Hannover 96 außerhalb des Trainingslagers am Sonnabend, 15. Juli, in der „Wahre-Dorff-Arena“ des MTV Ilten in die Hugo-Remmert-Strraße in Ilten. Dort treffen die 96er auf den holländischen Erstdivisionär Twente Enschede. Anpfiff der Partie, die nur zweimal 60 Minuten dauern wird, ist um 19 Uhr.
Wie schon in den vergangenen Jahren geht es bei dem Match in Ilten auch um einen guten Zweck. „Das ist etwas ganz Besonderes für unsere Patienten und Bewohner und es ist uns so möglich, Psychiatrie und psychisch kranke Menschen in der Öffentlichkeit zu thematisieren, den Leuten näher zu bringen und Vorurteile abzubauen", erklärt Carsten Linke, der in Wahrendorff als Sporttherapeut arbeitet. Der ehemalige 96-Verteidiger blickt mit Vorfreude auf die Partie: „Die Partnerschaft zwischen Hannover 96 und dem Klinikum Wahrendorff besteht ja bereits seit Jahren. Wir freuen uns, dass wir dieses Jahr wieder ein Spiel veranstalten können.“ Klaus Depenau