Hannover 96 steht vor den „Wochen der Wahrheit“

Sechs Punkte vor Relegationsplatz / Bayern München kommt

REGION HANNOVER (kd). Hannover 96 hat seit dem 14. Februar einen neuen Untermieter. Spätestens seit Freitagabend hat sich nach der 0:2 (0:0)-Niederlage beim FSV Mainz 05 das Abstiegsgespenst bei den „Roten“ einquartiert. Zwar unangemeldet und noch dazu zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt. Ausgerechnet vor dem Gastspiel des Triple-Gewinners FC Bayern München am Sonntag um 17.30 Uhr in der HDI-Arena ist Hannover 96 zurück im Abstiegskampf.
Zwar trennen die 96er noch sechs Punkte von einem Relegationsplatz, den derzeit der SC Freiburg mit 18 Zählern einnimmt. Doch lassen allein die kommenden fünf Begegnungen mit den Heimpartien gegen die führenden Mannschaften vom FC Bayern München, Bayer 04 Leverkusen und Borussia Dortmund sowie den Gastspielen beim FC Augsburg und Hertha BSC Berlin nicht unbedingt darauf schließen, dass die Mannschaft von Trainer Tayfun Korkut ihr Punktekonto von derzeit 24 Zähler entscheidend aufbessern kann. Zu dürftig waren die Leistungen der gesamten Mannschaft am Freitagabend in Mainz gewesen.
Vor allem in der 2. Halbzeit ließen sich die 96er trotz des 0:1-Rückstandes durch das Tor von Yunus Malli (52.) nach glänzender Vorarbeit von Nicolai Müller wenig einfallen und blieben ihrem Stil der 1. Halbzeit treu, weiter in die Breite, statt konsequent nach vorne zu spielen. Allein ihrem überragenden Torhüter Ron-Robert Zieler hatten es die Hannoveraner in der 2. Halbzeit zu verdanken, dass sie beim Tabellensiebten nicht höher als mit 0:1 in Rückstand gerieten. Doch war der Nationaltorhüter in der 3. Minute der Nachspielzeit machtlos, als die Mainzer nach einem Konter über Niki Zimling durch den in der Halbzeit eingewechselten Maxim Chupo-Moting noch zu einem weiteren Treffer und damit zum 2:0 (0:0)-Sieg kamen. Zuvor hatten Dame Diouf und Szabolcs Huszti in der Nachspielzeit die einzigen Chancen der 96er in der 2. Halbzeit zum Ausgleich ausgelassen.
Nun will am Sonntagabend der Rekordmeister aus München die Serie von 46 Bundesligaspielen ohne Niederlage in Hannover weiter auszubauen. Dass die Serie der Elf von Trainer Pep Guardiola ausgerechnet bei 96 reißen könnte, daran glauben wohl nur noch die größten Optimisten.
Zu dominant trat der FC Bayern München in seinen bisherigen 21 Punktspielen der Fußball-Bundesliga auf, in denen der Triple-Gewinner zu 19 Siegen, bei nur zwei Unentschieden, kam. Die Klasse der Bayern bekam zuletzt auch der SC Freiburg zu spüren, dem im Hinspiel noch ein 1:1-Unentschieden gegen die Bayern gelang. Im Rückspiel konnte sich Pep Guardiola trotz des verletzungsbedingten Fehlens von Europas Fußballer Franck Ribery und der Gelb-Sperre seines Torjägers Mario Manzukic erlauben, nicht nur über eine Stunde lang Spieler wie Mario Götze, Bastian Schweinsteiger und Daniel van Buyten auf der Auswechselbank zu belassen, sondern auf einen Einsatz von Leistungsträgern wie David Alaba, Jèrome Boateng und Thiago Alcantara angesichts des bevorstehenden schweren Viertelfinalspiels am heutigen Mittwoch beim FC Arsenal ganz zu verzichten.
Das heutige Champions League Spiel in London wird auch Einfluss nehmen, mit welcher Anfangsformation der FC Bayern am Sonntag in die Partie bei 96 gehen wird. Auf jeden Fall nicht dabei sein werden bei den Gästen die Verletzten Franck Ribery und Xherdan Shaqiri. Bei den Roten sind nach den jüngsten beiden Auswärtspleiten kaum Korrekturen in der Aufstellung zu erwarten, obwohl Spieler wie Leon Andreasen, Philippe Sanè, Artur Sobiech, Sebastian Pocognoli oder auch Jan Schlaudraff, die unter dem neuen HSV-Trainer Mirko Slomka zumeist in der Startformation standen, auf einen Einsatz vom Anpfiff an hoffen.