Hannover 96 steht gegen Hoffenheim und Werder unter Zugzwang

Uwe Langguth aus Burgwedel gewinnt die Sitzplatz-Tickets gegen Werder

REGION HANNOVER (kd). Hannover 96 muss nach der 0:3 (0:1)-Heimniederlage gegen den Tabellenzweiten Borussia Dortmund durch die Tore von Mats Hummels (43.), Robert Lewandowski (52.) und Marco Reus (90.+1) vor 49.000 Zuschauern in der völlig ausverkauften HDI-Arena weiter um den Klassenerhalt bangen. Das ist die bittere Erkenntnis nach dem 26. Spieltag in der Fußball-Bundesliga.
Während die Dortmunder durch den Sieg die Frage nach der vorzeitigen Kürung des FC Bayern München zur 24. Deutschen Meisterschaft noch bis zum gestrigen Dienstag in Berlin verschieben konnten, verpasste Hannover 96 eine positive Vorentscheidung im Kampf um den Klassenverbleib und hat weiterhin sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang. Doch gibt es für die „Roten“ trotz der deutlichen Niederlage Grund, den entscheidenden Begegnungen im Kampf um den Klassenerhalt weiter mit Zuversicht entgegen zu sehen. Zu eindrucksvoll war der Auftritt von Hannover 96 in der 1. Halbzeit, in der die Hausherren trotz des Ausfalls ihres etatmäßigen Stürmers Artjoms Rudnevs aufgrund einer Sprunggelenkverletzung durch eine glänzende Defensivarbeit zu überzeugen wussten und daher auch die meisten Zweikämpfe für sich entscheiden konnten. Pech für die „Roten“, dass eine Unaufmerksamkeit in der Abwehr zwei Minuten vor dem Pausenpfiff Mark Hummels in Schussposition brachte. Dortmunds Innenverteidiger stand dann auch goldrichtig, als er den Ball aus fünf Metern zur 1:0-Führung für die Dortmunder ins Tor schob. Zuvor hatte aber 96-Abwehrspieler Andre Hoffmann in der 18. Minute Pech, dass sein platzierter Schuss nur den rechten Pfosten traf.
96 machte dumme Fehler
So lag Dortmunds Trainer Jürgen Klopp mit seiner Analyse richtig, als er nach dem Spiel feststellte: „Wir haben die erste Halbzeit kontrolliert, ohne zu glänzen. Nach dem 2:0 war das Spiel in der richtigen Richtung. Das Ergebnis war am Ende deutlicher, als es eigentlich war.“ Da mochte auch sein Hannoveraner Trainerkollege Tayfun Korkut nicht zu widersprechen, als er ergänzte: „Bis zum ersten Gegentor war es kein schlechtes Spiel von uns. Wenn man die gesamte Spielzeit sieht, war es aber letztlich nicht gut genug von uns. Das zweite Tor hat uns weh getan. Wir haben danach noch alles versucht, waren aber nicht durchschlagskräftig genug.“
Eine Vorentscheidung in der unterhaltsamen Partie, in der die Borussen mit ihrem lautstarken Anhang den 96ern nicht nur akustisch überlegen waren, fiel bereits zu Beginn der 2. Halbzeit, als der bis zu diesem Zeitpunkt wenig auffallende Robert Lewandowski nach Pass von Henrikh Mkhitaryan am linken Flügel auf und davon zog und mit einer „Weltklasseleistung“, wie sie Jürgen Klopp umschrieb, das 2:0 für seine Mannschaft erzielte. Der Rest war für die Dortmunder nur noch Formsache, obwohl Tayfun Korkut mit Didier Ya Konan und Jan Schlaudraff zwei Offensivkräfte einwechselte. Zwar bemühten sich die Hannoveraner weiterhin um den Anschlusstreffer, doch waren es die Borussen, die in der ersten Minute der Nachspielzeit nach Pass von Henrikh Mkhitaryan durch den eingewechselten Marco Reus noch das 3:0 erzielten.
Hoffenheim und Werder warten
Nach der nicht unerwarteten Niederlage gegen Borussia Dortmund beträgt der Abstand der „Roten“, trotz der Siege der hinter den 96ern platzierten Teams vom VfB Stuttgart, SC Freiburg und Eintracht Frankfurt, zwar weiterhin sechs Punkte zum Relegationsplatz, doch ist dennoch Vorsicht geboten. So hat es Hannover 96 bis zum Saisonabschluss in den folgenden acht Begegnungen ausschließlich mit Mannschaften zu tun, die ebenso vom Abstieg bedroht sind und noch hinter den „Roten“ platziert sind: TSG 1899 Hoffenheim (A) 26. März, Werder Bremen (H) 30. März, Eintracht Braunschweig (A) 6. April, Hamburger SV (H) 12. April, Eintracht Frankfurt (A) 17. April, VfB Stuttgart (H) 25. April, 1. FC Nürnberg (A) 3. Mai und SC Freiburg (H) 10. Mai.
Besondere Bedeutung wird nach dem Spiel am heutigen Mittwoch bei der TSG 1899 Hoffenheim (20 Uhr) der Abstiegsbegegnung am Sonntag (17.30 Uhr) im Abendspiel zu Hause in der HDI-Arena gegen den punktgleichen Tabellendreizehnten Werder Bremen beigemessen. Beide Teams benötigen mit jeweils 29 Punkten noch voraussichtlich sechs Punkte zum Klassenerhalt. Eine Revanche für die 2:3-Hinspielniederlage käme Hannover daher gelegen. Doch werden auch die Werderaner in der bereits ausverkauften HDI-Arena alles daran setzen, ihren Hinspielsieg zu wiederholen, um ihre Auswärtsbilanz von erst 12 Zählern aufzubessern, während die „Roten“ weiterhin auf ihre Heimstärke und auf die Rückkehr ihres torgefährlichen Stürmers Artjoms Rudnevs hoffen.
Die bittere 0:3-Heimniederlage gegen den BVB hatten acht Teilnehmer/innen von insgesamt 392 Einsendungen bei unserem Ergebnis-Tipp-Gewinnspiel „auf dem Zettel“. Auch Uwe Langguth aus Burgwedel hatte diesen Endstand richtig vorausgesagt. Per Zufallsgenerator wurde er als Gewinner der beiden Sitzplatz-Tickets für das Nord-Duell gegen die Bremer ermittelt.