Hannover 96 steckt tief in der Krise - „Schicksalsspiel“ gegen Nürnberg

Bernd Grote aus Isernhagen gewinnt die beiden Sitzplatz-Tickets

REGION (ho). Katzenjammer und Krisenstimmung bei den „Roten“: Europa ist längst abgehakt - jetzt ist Abstiegskampf angesagt! Was ist bloß aus dem Team geworden, das uns noch vor nicht allzu langer Zeit mit berauschenden Europapokal-Abenden begeisterte? Nach der desaströsen 2:4-Niederlage beim VfB Stuttgart, der siebten Saison- Auswärtspleite in Folge, steckt die Mannschaft tief im Abstiegssumpf - sechs Punkte sind es nur noch bis zum Relegationsplatz! Dieses Team ist keine Mannschaft mehr! Der Bezahlsender sky brachte es am Sonntagabend im Beisein von Manager Dufner auf den Punkt und kam zu einer katastrophalen Analyse: Hannover 96 ist die lauffaulste, zweikampfschwächste und unfairste Mannschaft der Liga - vernichtende Attribute, die auf einen Absteiger hinweisen.
Gegen Stuttgart sollte einmal mehr alles viel besser werden. „Wir wollen mutig nach vorne spielen und hinten konsequent verteidigen“. So wieder einmal die Zielsetzung der sportlichen Leitung vor einem Auswärtsspiel. Aber - erreicht die sportliche Leitung die Mannschaft noch? Zweifel sind mehr als angebracht! Zwar steckten die „Roten“ die frühe Führung der schwachen Schwaben weg, drehten den Spieß sogar um und gingen durch zwei grobe Schnitzer des VfB-Keepers Ulreich in Führung. Doch wie schon in Bremen und Hamburg folgte postwendend der Ausgleich - der Anfang vom negativen Ende. Was die Mannschaft dann in Hälfte zwei ablieferte, hatte mit Erstliga-Fußball nichts mehr zu tun. Kopflos, planlos, konzeptlos, ideenlos und kampflos gaben sich die „Roten“ ihrem Schicksal hin. Die teuerste Mannschaft seit Bundesligazugehörigkeit ist eben keine Mannschaft mehr. Spätestens nach dem letzten Auswärtsspiel der Hinserie wird Präsident Martin Kind alles auf den Prüfstand stellen (müssen): Das Trainergespann, den Manager, die Fitness-Verantwortlichen, den Kader und vor allen Dingen die überwiegend glücklichen Heimsiege gegen Wolfsburg, Schalke, Mainz, Augsburg und Frankfurt, die viel zu sehr überbewertet wurden. Und noch mal viel Geld in „die Hand nehmen müssen“ - für neue Spieler und vielleicht sogar für einen neuen Trainer.
Und jetzt steht am Sonnabend um 15.30 Uhr schon ein Schicksalspiel gegen den bisher noch sieglosen 1. FC Nürnberg an. Nicht auszudenken, wenn auch diese Partie verloren geht. Die nächsten Gegner heißen dann Freiburg und Wolfsburg (auswärts), Gladbach (zu Hause), Schalke und Mainz (auswärts) und dann kommen die Bayern… Die Konstellation ist klar: Alles andere als drei Punkte gegen den „Club“ wäre ein Katastrophe in Anbetracht des Spielplans. Trainer und Manager wollten in diesen Tagen die Mannschaft „in die Pflicht“ nehmen - ob Sie es geschafft haben, wird man am Samstag sehen. Ansonsten ziehen ganz dunkle Wolken über den adventlichen Himmel in Hannover auf…!
Mit dabei ist Bernd Grote aus Isernhagen. Er wurde per Zufallsgenerator als Gewinner der beiden Sitzplatzkarten gegen die Nürnberger ermittelt. Kuriosum bei unserem Ergebnis-Tipp-Gewinnspiel: keiner der über 400 Teilnehmer hatte den Stuttgarter 4:2-Sieg „auf dem Schirm“. So kamen alle Einsendungen in die Verlosung, die zumindest den VfB-Sieg vorhergesagt hatten.