Hannover 96 setzt gegen Mainz 05 auf die Unterstützung der Fans

Harald Berwing aus Lehrte gewinnt die beiden Sitzplatz-Tickets

HANNOVER (kd). Das Heimspiel am Sonnabend, 6. Februar, ab 15.30 Uhr in der HDI-Arena gegen den Tabellenachten 1. FSV Mainz 05 bereits als ein Schicksalsspiel für Hannover 96 zu bezeichnen, wäre wohl zu hoch gegriffen und daher auch übertrieben. Doch ist es nicht verkehrt, mit Nachdruck darauf hinzuweisen, dass den Hannoveranern nur noch 17 Spiele bleiben, um den Kopf aus der Schlinge zu ziehen.
Genauer gesagt, droht den 96ern als Tabellenletzter der Fußball-Bundesliga mit nur 14 Punkten der Abstieg in die 2. Liga, wenn nicht noch ein Wunder geschieht, sonst müssen sich die Fans der „Roten" wohl oder übel darauf einstellen, dass zum Saisonende die seit 2002 laufende Bundesligazugehörigkeit mit dem Gastspiel am 14. Mai beim voraussichtlichen Deutschen Meister FC Bayern München endet. Statt München, Dortmund, Berlin oder Leverkusen werden dann die Gegner VfL Bochum, SV Sandhausen, 1. FC Heidenheim oder SpVgg Greuther Fürth heißen.
Es ist nicht allein die Tabellenlage mit bereits sieben Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz, die Sorgen bereitet, sondern die mangelnde spielerische Klasse der Spieler von Hannover 96. Während die Mitabstiegskonkurrenten, wie der VfB Stuttgart oder Werder Bremen, punkten konnten, kassierten die 96er zum Rückrundenstart gegen den SV Darmstadt 98 (1:2) und Bayer 04 Leverkusen (0:3) zwei Niederlagen. In der Winterpause wurden zwar fünf Neuzugänge geholt, von denen in Leverkusen drei Spieler in der Startformation standen. Allein, es half alles nichts. Selbst die Verpflichtung eines renommierten Bremer Meistertrainers, wie des 54-jährigen Thomas Schaaf blieb bisher ohne erkennbare Wirkung. Von der Anfangseuphorie ist bereits nach wenigen Wochen nichts mehr zu spüren.
In welch desolater Außendarstellung sich der Tabellenletzte derzeit präsentiert, verdeutlicht das Beispiel des Brasilianers Marcelo, der bisher in allen 19 Spielen zum Einsatz kam. Trotzdem verabschiedete sich der Brasilianer unmittelbar nach der 0:3- Niederlage in Leverkusen von seinen Mannschaftskameraden, um sich in die Türkei abzusetzen, um bei Besiktas Istanbul einen Vertrag zu unterschreiben. Im Gegenzug verpflichteten die Hannoveraner von Besiktas Istanbul den Innenverteidiger Alexander Milosevic, der gegen Mainz 05 sein Startdebüt für die Roten geben soll. Immer vorausgesetzt, die Formalitäten konnten bis Ende der Wechselfrist am 1. Februar noch rechtzeitig abgewickelt werden. Zudem ist für die 96er noch ein Zubrot von 2 Millionen Euro vom türkischen Spitzenklub für Marcelo im Gespräch, so dass es noch ein lohnenden Geschäft für die Hannoveraner werden könnte, sofern man nicht noch selber vom Klassenerhalt überzeugt ist.
Da auch die Sperre für Christian Schulz und Salif Sanè aufgrund ihrer 5. gelben Karte abgelaufen ist, stehen Thomas Schaaf am Sonnabend gegen Mainz zumindestens wieder zusätzliche Alternativen zur Verfügung, um noch für die Wende zu sorgen und so die dringend benötigten drei Punkte zu holen. Wie prekär auch der neue 96-Trainer die Lage einschätzt, verdeutlicht seine Aussage: „Wir können nicht das, was innerhalb eines ganzen Jahres passiert ist, in zwei oder drei Wochen komplett umbauen. Durch die getätigten Veränderungen nehmen wir wesentlich mehr am Spiel teil", behauptet Thomas Schaaf. „Wir haben jetzt eine bessere Ordnung auf dem Platz. Nur eine Veränderung fehlt noch, die Ergebnisse stimmen nicht."
Da auch die Zeit drängt, bedarf es nicht nur eines gelungenen Kurzpassspiels, wie es die „Roten“ zeitweise in Leverkusen vor 28.790 Zuschauern in der Bay Arena trotz der Gegentreffer von Stefan Kießling (44.) mit einem Kopfball sowie der beiden Treffer von Chicharito (63.) mit einem Foulelfmeter und einem Alleingang in der 87. Minute, die zur 0:3-Niederlage führten, praktizierten. Gegen Mainz 05, die am Montag noch den dänischen Angreifer Emil Berggren (22) für eine geschätzte Ablösesumme von 2,5 Millionen Euro von Eintracht Braunschweig verpflichteten, hilft nur noch bedingungslose Leidenschaft und Kampf, um so mit einem Sieg aus dem Tal der Tränen herauszukommen. Zudem bedarf es höchster Aufmerksamkeit der Hannoveraner, um so die Mainzer Leistungsträger Julian Baumgartlinger, Yunus Malli oder Christian Clemens in Schach zu halten, die bei Trainer Martin Schmidt wohl die einzigen Spieler sind, die neben Torhüter Loris Karius eine Stammplatzgarantie haben. Ein Wiedersehen wird es für die 96er übrigens mit dem 27-jährigen Leon Balogun geben, der sich in Mainz zu einem außergewöhnlich guten Innenverteidiger entwickelt hat, nachdem er vor über fünf Jahren Hannover 96 verließ, um über Fortuna Düsseldorf, SV Darmstadt 98 und jetzt FSV Mainz 06 sein Glück in der Fremde zu suchen und auch zu finden.
Live dabei bei diesem eminent wichtigen Spiel ist Harald Berwing aus Lehrte, der wie neun andere Teilnehmer/innen auch, die 0:3-Schlappe der „Roten“ in Leverkusen bei unserem Ergebnis-Tipp-Gewinnspiel richtig vorhersagte und per Zufallsgenerator die beiden Sitzplatz-Tickets gewonnen hat.