Hannover 96 muss wieder in die Spur kommen

Martin Görlich gewinnt die Sitzplatz-Tickets gegen Bochum

HANNOVER (kd). Der 19. Spieltag am vergangenen Wochenende in der 2. Bundesliga wird nicht nur Hannover 96 aufgrund der blamablen 1:4 (0:2)- Niederlage bei der SpVgg Greuther Fürth in nachhaltiger Erinnerung bleiben. Zwei Tage darauf machte sich am Sonntagmittag Eintracht Braunschweig daran, zu Hause die durch die Niederlage der 96er die gerade erworbene Tabellenführung mit einem Heimsieg gegen den FC St. Pauli Hamburg zu verteidigen.
Doch auch die im eigenen Stadion bis dato noch unbesiegten Braunschweiger Löwen patzen und mussten durch die sensationelle 1:2 (0:1)-Niederlage gegen den Tabellenletzten der punktgleichen Mannschaft von Hannover 96 bei gleicher Punktzahl (35 Zähler) und gleicher Tordifferenz (+ 10) aufgrund der mehr geschossenen Tore den „Roten“ die Führung kurzfristig wieder überlassen. Neuer Tabellenführer ist jetzt aber der VfB Stuttgart, der im Montagabendspiel Fortuna Düsseldorf souverän mit 2:0 besiegte.
In Fürth zeigten die Hausherren, wie Abstiegskampf richtig geht und siegten nach einem couragierten und leidenschaftlichen Vortrag verdient, obwohl die 96er auch durch Fehlentscheidungen des Schiedsrichters benachteiligt wurden. Nach anfänglicher Überlegenheit der Gäste kamen die Hausherren bei ihrer ersten klaren Möglichkeit prompt in der 16. Minute zum Führungstreffer. Zu allem Überfluss zeichnete dafür mit Serdar Dursun ein ehemaligen Hannoveraner mit einem herrlichen Fallrückzieher aus, der von 2008 an drei Jahre lang in der 2. Mannschaft der 96er auf Torejagd ging.
Doch damit noch nicht genug. Mit ihrer zweiten Möglichkeit erhöhten die Franken in der 21. Minute durch einen Freistoß auf 2:0, wobei der aufgerückte Innenverteidiger Marcel Franke allerdings im Abseits stand. Nach diesem Doppelschlag war von den Gästen wenig Gegenwehr zu sehen, da der Tabellenführer mit der kompromisslosen Spielweise der Hausherren nicht klar kam. Stattdessen hätte Serdar Dursun beinahe das 3:0 erzielt, doch konnte Edgar Prib in der 32. Minute im letzten Moment (32.) klären. Den Gästen fiel auch in der restlichen Spielzeit der ersten Hälfte wenig ein, so dass die Fürther mit dem Zwei-Tore-Vorsprung in die Pause gingen.
In der 2. Halbzeit kam Hannover 96 mit mehr Schwung aus der Kabine. Als Oliver Sorg in der 46. Minute abzog ab und Fürths Keeper Balàzs Megyeri unglücklich abklatschen ließ, war Artur Sobiech zur Stelle und verkürzte auf 1:2. Doch entschied Schiedsrichter Robert Kempter zum Entsetzen der 96er auf Abseits, was eine Fehlentscheidung war. Genau so wie nach einem Zweikampf zwischen Marco Caligiuri und Artur Sobiech, bei dem der 96-Stürmer in der 53. Minute im Strafraum zu Fall kam, doch der Pfiff von Robert Kempter ausblieb, obwohl Hannovers Stürmer am Fuß getroffen wurde.
Nur wenig später war 96-Keeper Philipp Tschauner machtlos, als Khalde Narey (64.) auf der rechten Seite auf und davon zog und mustergültig zu Serdar Dursun querlegte, der aus kurzer Distanz keine Mühe hatte, das 3:0 zu erzielen, dem nur drei Minuten später Veton Berisha (67.) nach präzisem Pass von Patrick Sontheimer das 4:0 folgen ließ, dem Edgar Prib (87.) drei Minuten vor dem Abpfiff mit einem direkten Freistoß nur noch den Ehrentreffer zum 1:4-Endstand entgegen zu setzen hatte.
Allerdings bleibt Hannover 96 wenig Zeit, die Schmach der Fürth-Pleite aufzuarbeiten, nachdem sie bereits beim mühsamen 1:0- Auftaktsieg zur Rückrunde am Montag vergangener Woche auch gegen den 1. FC Kaiserslautern nicht zu überzeugen wussten.
Bereits am heutigen Mittwoch trifft der Bundesligaabsteiger von 20.45 Uhr an in der HDI-Arena im Achtelfinale des DFB Pokals auf keinen geringeren als Eintracht Frankfurt, die zu den positiven Überraschungen der diesjährigen Bundesligasaison zählen und völlig überraschend den 3. Tabellenrang in der Bundesliga belegen.
Trotz der späten Anstoßzeit von 20.45 Uhr und der schwachen Vorstellung der 96er in Fürth sind die Fans heiß auf die „Roten“ und natürlich in erste Linie auch auf die Bundesliga mit einer so erfolgreichen Mannschaft, wie es derzeit die Eintracht aus Frankfurt ist. So wurden bis zum Wochenende bereits rund 30.000 Karten verkauft, so dass am heutigen Mittwochabend mit einem gut gefüllten Haus gerechnet werden kann. Die „Roten“ können wohl bis auf die Verletzten Manuel Schmiedebach und Uffe Bech aller Voraussicht nach ihre stärkste Formation aufbieten.
Das nächste Punktspiel muss Hannover 96 am kommenden Montag, 13. Februar, erneut auf einem Abend bestreiten, wenn von 20.15 Uhr an der Tabellenzwölfte VfL Bochum in der HDI-Arena zu Gast ist, von dem sich die 96er im Hinspiel 1:1- Unentschieden trennten. Über dieses Spiel werden wir in einer Vorschau, sowie einem Rückblick auf das Pokalspiel, in unserer Sonnabend-Ausgabe berichten.
Live dabei gegen die Bochumer ist Martin Görlich aus Ahlten, der bei unserem Ergebnis-Tipp-Gewinnspiel als Einziger(!) die 1:4-Schlappe der 96er in Fürth richtig getippt und somit die beiden Sitzplatz-Tickets gewonnen hat.