Hannover 96 muss sich gegen Aufsteiger Dynamo Dresden behaupten

Am Sonntag wird in der HDI-Arena eine spannende Auseinandersetzung erwartet

HANNOVER (kd). Trainer Daniel Stendel vom Zweitligisten Hannover 96 sprach in der Länderspielpause in einem Interview mit dem Sportmagazin KICKER das aus, was die Fans des Zweitligisten hören wollen, als er die Frage, ob er damit einverstanden wäre, wenn sein Verein die aktuelle Zweitliga-Tabelle bis zum Saisonende einfrieren könne, treffend mit der Aussage beantwortete: „Wir sind Zweiter, oder? Um es noch einmal in aller Deutlichkeit zu sagen. Alles, was reichen würde, um nächstes Jahr wieder in der 1. Liga zu spielen, würden wir sofort annehmen.“
Eine Aussage seines leitenden Angestellten, mit der sich 96-Präsident Martin Kind vor dem Heimspiel am Sonntag, 11. September, ab 13.30 Uhr in der HDI-Arena gegen Dynamo Dresden sofort anfreunden kann. So bestätigte der 72-jährige Fußballchef am Freitag bei einem Unternehmerfrühstück in der HDI-Arena, das auf Initiative der Traditionsabteilung vor 400 Gesellschaftern, Unternehmern und Vorständen aus Hannover zu Stande kam, zum wiederholten Male, dass ein weiteres Jahr in der 2. Liga den Verein die Summe von 50 Millionen Euro kosten würde.
Martin Kind machte auch deutlich, dass der Kader und die Personalkosten im Umfeld der Profimannschaft bei einem Nichtaufstieg deutlich gekürzt werden müssten, um finanziell überleben zu können. Daher kam für ihn ein Verkauf von Salif Sanè selbst für einen zweistelligen Millionenbetrag nicht in Frage, da der sofortige Wiederaufstieg in die Bundesliga über allem steht. Um so mehr ist die Elf von Trainer Daniel Stendel daher am Sonntag gegen den Zweitligaaufsteiger aus Dresden gefordert, den zweiten Heimsieg einzufahren.
Die Länderspielpause nutzten beide Vereine zu Testspielen gegen Bundesligisten, die trotz ansprechender Leistungen der beiden Zweitligisten verloren gingen. So zog Dynamo Dresden durch ein Tor von Mario Gomez beim VfL Wolfsburg mit 0:1 den Kürzeren. Hannover 96 trat unter Ausschluss der Öffentlichkeit bei Borussia Mönchengladbach an. Die „Roten“ unterlagen im Borussia Park trotz einer zwischenzeitlichen Führung durch das Tor von Babacar Gueye nach vorausgegangenem Pfosten- und Lattenschuss von Niclas Füllkrug (21.) noch durch die Treffer von Andrè Hahn (34.) und Nico Schulz (43) mit 1:2.
Erfreulich aus Sicht der 96er, dass Trainer Daniel Stendel für die Abwehr nun mit dem wieder genesenen Felipe sowie dem norwegischen Nationalspieler Stefan Strandberg zusätzliche Alternativen zur Verfügung stehen, so dass Salif Sanè dadurch auf seine Lieblingsposition im Mittelfeld als „Sechser“ rücken könnte. Das könnte sich vielleicht bereits am Sonntag um 13.30 Uhr positiv gegen den spielstarken Aufsteiger Dynamo Dresden bemerkbar machen, der als Tabellenfünfter mit 5 Punkten und einem Torverhältnis von 4:3 Treffern, ebenso wie die 96er, noch ungeschlagen ist.
In erster Linie ein Verdienst von Trainer Uwe Neuhaus sowie Manager Ralf Minge, die es verstanden haben, trotz einiger Abgänge eine leistungsstarke Mannschaft auf die Beine zu stellen, die bisher nicht nur als Neuling in der 2. Liga aufhorchen ließ, sondern auch im DFB-Pokal das Kunststück fertig brachte, den Bundesligaaufsteiger RB Leipzig mit 5:4 (2:2) nach Elfmeterschießen auszuschalten. Die „Dynamos“, die stets zu den Auswärtsspielen mit einer zahlenmäßig großen Fangemeinde anreisen, können sowohl auf eine starke Abwehr mit Niedersachsens Fußballer des Jahres Marvin Schwäbe zählen, der es als Torhüter des VfL Osnabrück bis zum U-21-Nationalspieler brachte. Mit Niklas Kreuzer, Fabian Müller sowie Florian Ballas, der von der Reserve der 96er über den 1. FC Saarbrücken und FSV Frankfurt jetzt bei Dynamo Dresden den Sprung in die 2. Liga schaffte, verfügen die Gäste über einen stabilen Abwehrblock, der alles daran setzen will, um den torgefährlichen 96-Angriff an die Kette zu legen. Der 96-Coach dagegen hat bei Stürmern wie Martin Harnik, Niclas Füllkrug, Felix Klaus, Kenan Karaman, Babacar Gueye und nach seiner Genesung Artur Sobiech sowieso die Qual der Wahl,wen er von Beginn an aufstellen soll.
Aber auch Dresdens Trainer Uwe Neuhaus verfügt mit dem früheren Wolfsburger Stefan Kutschke und dem Ex-Bielefelder Pascal Testroet über zwei torgefährliche Angreifer, die ihren renommierten hannoverschen Sturmkollegen in nichts nachstehen, so dass am Sonntag ab 13.30 Uhr in der HDI-Arena eine spannende Auseinandersetzung zu erwarten ist, in der die 96er gewinnen müssen, um ihre Aufstiegsambitionen nicht zu gefährden.