Hannover 96 muss in Mainz wieder das Toreschießen entdecken

Birgit Binder aus Arpke gewinnt die begehrten Bayern-Tickets

REGION HANNOVER (kd). Die gute Nachricht vorweg. Bereits am Freitagabend kann der Tabellenzehnte Hannover 96 von 20.30 Uhr an in der Mainzer Coface-Arena beim Tabellennachbarn 1.FSV Mainz 05 den Beweis antreten, dass nach einem perfekten Rückrundenstart mit zwei Siegen die mehr als verdiente 0:2 (0:2)-Niederlage vor 61.307 Zuschauern beim FC Schalke 04 nur ein Ausrutscher und kein Rückfall in die Vergangenheit war.
Da erwarben sich die Hannoveraner den zweifelhaften Ruhm, die schlechteste Auswärtsmannschaft der Fußball-Bundesliga zu sein. Mit nur drei Auswärtspunkten und neun Auswärtsniederlagen wollen die 96er endgültig ihren Ruf als Punktelieferant auf fremden Plätze loswerden.
Auf Schalke wussten die 96er nur in den Anfangsminuten durch ein gut organisiertes Abwehrverhalten zu überzeugen, als die Elf von Trainer Tayfun Korkut die Räume sehr eng machte und den Blau-Weißen nur wenige Torchancen erlaubte. Das ändert sich kurz vor Ende der 1. Halbzeit, als die Schalker mit zwei schnellen Angriffen über die Flügel das Abwehrbollwerk der 96er knackten. Lohn für die Knappen war dann auch eine mehr als verdiente 2:0-Halbzeitführung durch den überragenden Jefferson Farfan (39.) und den erst 18-jährigen Nachwuchsspieler Max Meyer (44.). Wer geglaubt hatte, die Gäste könnten in der 2. Halbzeit noch einmal für eine Wende im Spiel sorgen, wurde bereits nach wenigen Minuten enttäuscht. Auch im zweiten Spielpart dominierten nur die wie entfesselt aufspielenden Schalker, denen sich gegen völlig chancenlose 96er auch zahlreiche Torchancen boten, die Torhüter Ron-Robert Zieler als der mit Abstand beste 96er aber zu verhindern wusste.
Dabei hatte sich Trainer Tayfun Korkut vor dem Spiel in Gelsenkirchen noch zuversichtlich gezeigt. „Wir haben in den ersten beiden Spielen ein gutes Gefühl entwickelt und Selbstvertrauen getankt.“ Im Spiel war davon allerdings wenig zu sehen. Vor allem die Abwehrspieler Marcelo und Christian Schulz wurden das ein oder andere Mal überlaufen und waren an beiden Gegentoren beteiligt. Ob sich Hannovers neuer Trainer am Freitag zu personellen Änderungen durchringt, bleibt abzuwarten, obwohl mit dem Sengalesen Salif Sané, Sebastian Pocognoli, Leon Andreasen und Hiroki Sakai gleich vier Nationalspieler als Alternative zur Verfügung stehen, die in der Hinrunde zumeist in der Stammelf standen. Da die gegen Schalke 04 enttäuschende 96-Mannschaft aber in den ersten beiden Spielen mit jeweils 3:1- Siegen beim VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach zu überzeugen wusste, wird es aller Voraussicht nach nicht zu großen personellen Veränderungen kommen.
Für den FSV 05 Mainz kam es nach zwei Rückrundensiegen ebenfalls zu einem Rückschlag. So zog die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel beim VfL Wolfsburg mit 0:3 (0:0) den Kürzeren, nachdem sie zuvor sogar in fünf Partien ohne Niederlage geblieben war. „Eine Halbzeit lang haben wir in Wolfsburg sehr gut mitgehalten", ärgerte sich Thomas Tuchel. Ricardo Rodriguez (59.), Bas Dost (66.) und Luiz Gustavo (75.) waren es es dann, die mit ihren Toren zum 3:0-Sieg der Wolfsburger einnetzten. Mit bisher fünf Siegen und zwei Unentschieden wollen die Mainzer auch gegen Hannover 96 ihre Heimstärke unter Beweis stellen. Erst recht, weil sie noch aus einem weiterem Grund auf einen Sieg hoffen. So zogen die Mainzer am 4. Spieltag trotz einer 1:0-Führung durch ihren mit acht Treffern torgefährlichsten Angreifer Nicolai Müller(12.) noch durch Tore der 96-Stürmer Mame Diouf (31.), Artur Sobiech (37.), Didier Ya Konan (80.) und Mittelfeldspieler Edgar Prib (87.) mit 1:4 (1:2) den Kürzeren. Dass seine Mannschaft am Freitag in Mainz unter Druck steht, ist dem 96-Trainer trotz eines Vorsprungs von sieben Punkten zu den Abstiegsplätzen durchaus bewusst. Zumal in der Woche darauf am 23. Februar mit dem Tripple-Gewinner FC Bayern München ein Gegner in Hannover zu Gast ist, der sich kaum eine Blöße geben wird, wie bisher 18 Siege und nur zwei Unentschieden belegen.
Das Vertrauen unserer Leserinnen und Leser in das „neue 96-Team“ war durchaus vorhanden: Über die Hälfte der 819 (!) eingegangenen Ergebnis-Tipps sah die „Roten“ auf Schalke vorne. Zu den Tipps, die auf „Königsblau“ setzten, gehörte auch der von Birgit Binder. Wie 22 andere Teilnehmer/innen auch tippte sie auf ein 2:0 für S04. Der Zufallsgenerator wollte es so, dass die heißbegehrten Sitzplatz-Tickets für das längst ausverkaufte Bayern-Spiel am 23. Februar nach Arpke gingen.