Hannover 96 muss gegen SC Paderborn die Kehrtwende schaffen

Christoph Ross aus Uetze hat die beiden Sitzplatzkarten gewonnen

HANNOVER (kd). Diese Niederlage tut weh. Zumal die 1:2 (0:1)-Schlappe von Hannover 96 beim Hamburger SV so überflüssig wie ein Kropf war. Ein verschossener Foulelfmeter (23.) von Joselu nach Foul von Rafael an der Vaart an Salif Sanè sowie ein Eigentor von Marcello (26.), der auch noch in der 50. Minute einen Schuss von Marcell Jansen unhaltbar zum 2:0 für den Hamburger SV ins eigene Netz abfälschte, waren zu viele Gastgeschenke, die der Tabellenzehnte aus Hannover den abstiegsgefährdeten Hamburgern mitgebracht hatte.
Nach 1:8-Punkten aus den drei Spielen der Rückrunde ist der Traum der „Roten“ von der Qualifikation zur Europa-League vorerst ausgeträumt. Auf bereits sieben Punkte ist nun der Abstand zu den internationalen Plätzen angewachsen. Genau so viele Punkte trennt die 96er nach dem Rückrundenfehlstart übrigens von den direkten Abstiegsrängen. Zwar besteht nach der spielerisch guten Leistung der Hannoveraner beim Hamburger SV noch kein Grund zur Panik, um die Abstiegsglocken läuten zu lassen. Daher kann man 96-Präsident Martin Kind beipflichten, wenn er als Gast im „Doppelpass“ nicht von einer Krise seiner Kicker spricht, sondern von einem Ergebnisproblem, das seine Mannschaft hat.
Und eben das besagte Ergebnisproblem könnte für seine Mannschaft zu einem echten Problem werden. Spätestens dann, wenn auch die Heimbegegnung am Sonntag um 17.30 Uhr gegen den zuletzt so erfolglosen Aufsteiger SC Paderborn 07 wiederum mit einer Niederlage enden sollte. Lediglich einen Dreier holte Hannover 96 am 16. Dezember beim 2:0-Sieg gegen den FC Augsburg aus den letzten neun Spielen. Viel zu wenig, um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Zumal es dann den „Roten“ nicht einmal gelingt, gegen einen schwachen Hamburger SV wenigstens einen Punkt mitzunehmen.
Daher kann man Sky-Reporter Kai Dittmann nur beipflichten, als er kommentierte: „96-Trainer Tayfun Korkut muss sich heute wie im falschen Film vorgekommen sein, als er das Ergebnis mit den Realitäten auf dem Platz verglich.“ So sprach nicht nur das Eckenverhältnis von 10:3 für Hannover 96, sondern die Gäste aus Hannover waren auch die spielerisch deutlich überlegene Mannschaft in der mit 51.779 ausverkauften Hamburger Imtech-Arena. Der HSV konnte sich lediglich in Sachen Leidenschaft mit dem Namensvetter aus der Niedersachsenmetropole als ebenbürtig erweisen. Ansonsten beherrschten die 96er ihren schwachen Gegner eindeutig.
Selbst nach dem Anschlusstreffer durch einen Kopfball des eingewechselten Artur Sobiech in der 66. Minute nach Vorarbeit von Marcelo boten sich den Hannoveranern noch genügend Möglichkeiten zum Ausgleich. Positiv machten sich bei den 96ern die Einwechslungen des portugiesischen Neuzugangs Joao Pereira in der Halbzeitpause für den erneut indisponierten Hiroki Sakai sowie des Torschützen Artur Sobiech (63.) für Christian Schulz bemerkbar. Für viel Alarm sorgte trotz seiner späten Einwechslung in der 85. Minute auch noch Leonardo Bittencourt, der für Hiroshi Kiyotake ins Spiel kam.
Am Sonntag zählen ab 17.30 Uhr in der HDI-Arena gegen den SC Paderborn 07 allerdings keine Ausreden mehr. Das Spiel muss gegen den seit zehn Spielen sieglosen Aufsteiger gewonnen werden. Zum einen, um den Negativstart endlich vergessen zu lassen. Zum anderen auch noch Revanche für die 0:2-Hinspielniederlage zu nehmen, bei der Paderborns Moritz Stoppelkamp in der Nachspielzeit mit einem Befreiungsschlag vom eigenen Strafraum aus 82 Meter mit dem 2:0 für mediale Präsenz sorgte.
„Wir müssen ab sofort unsere Torchancen besser nutzen", forderte dann auch noch einmal 96-Manager Dirk Dufner. Wohl wissend, dass sich seine Angreifer mit erst 23 erzielten Treffern in der Vergangenheit bereits schwer taten. Durchaus vorstellbar, dass 96-Coach Tayfun Korkut am Sonntag dem Rat von 96-Ikone Dieter Schatzschneider folgen wird und 96-Angreifer Joselu mit Artur Sobiech von Beginn an einen zweiten Stürmer zur Seite stellen wird. Noch zu früh wird gegen Paderborn ein Einsatz von Edgar Prib und Leon Andreasen kommen, die erst in dieser Woche wieder ins Training einsteigen können. Auch mit der Rückkehr von Didier Ya Konan wird am Sonntag nach seinem Trainingsrückstand noch nicht gerechnet.
Live dabei bei der Partie gegen den Aufsteiger ist Christoph Ross aus Uetze, der bei unserem Tipp-Gewinnspiel - wie 21 andere Teilnehmer/innen auch - die 1:2-Niederlage der „Roten“ in Hamburg richtig voraussagte. Der Zufallsgenerator bescherte ihm damit die beiden Sitzplatztickets am Sonntag gegen den SC Paderborn.