Hannover 96 muss gegen Aufsteiger Ingolstadt drei Punkte einfahren

Kerstin Görlich aus Ahlten gewinnt die beiden Sitzplatz-Tickets

HANNOVER (kd). Es bleibt dabei. Hannover 96 verpasste durch die 1:2 (0:1)- Niederlage vor 52.214 Zuschauern im Borussia-Park beim Tabellenfünften Borussia Mönchengladbach den erhofften Befreiungsschlag im Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga und muss sich nach 13 Spielen als Tabellenfünfzehnter mit nur 11 Punkten weiter ernsthaft Sorgen um den Klassenerhalt machen.
Dennoch gibt die erneute Niederlage Anlass zur Hoffnung auf Besserung. Im Gegensatz zu den letzten Spielen, in denen die 96er trotz überraschender Auswärtserfolge zumeist durch reine Abwehrschlachten mit gelegentlichen durchaus erfolgreichen Konterattacken von sich reden machten, wusste die Mannschaft von Trainer Michael Frontzeck bei dem Champions League Teilnehmer trotz der Niederlage zu überzeugen und hätte durchaus ein Unentschieden verdient gehabt.
Treffender, als es nach dem Spiel Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl ausdrückte, hätte man das Spiel nicht beschreiben können: „Hannover 96 hat es richtig gut gemacht. Sie standen defensiv sehr kompakt und haben uns ein schweres Heimspiel bereitet. Sie haben bei uns ihre Qualität unter Beweis stellen können und gezeigt, dass sie auch Spiele drehen können. Um so erleichterter sind wir natürlich, dass es letztlich doch noch mit den drei Punkte geklappt hat." Mit Lob geizte auch Andrè Schubert nicht, als der neue Borussen-Erfolgstrainer nach dem Spiel freimütig zugab: „Ich freue mich sehr über diesen Sieg, denn er war ein hartes Stück Arbeit. Hannover 96 hat meiner Mannschaft alles abverlangt, defensiv gut gestanden, zwischenzeitlich hoch gepresst und es uns sehr schwer gemacht. Wir haben nicht wirklich zu unserem Spiel gefunden. In einigen Situationen hatten wir zudem das nötige Quäntchen Glück gehabt, dass die 96er ihre Chancen nicht genutzt haben."
Dabei wird der Borussen-Coach in erster Linie an die beiden Möglichkeiten von Uffe Bech gedacht haben, die der quirlige Däne in der 49. Minute mit einem Schuss an den Außenpfosten und insbesondere in der 75. Minute vergab, als er nach einem Alleingang völlig freistehend die Chance zur 2:1-Führung vergab. Zuvor war es der stark ersatzgeschwächten 96-Mannschaft, die mit Hiroshi Kiyotake, Leon Andreasen, Hiroki Sakai, Felix Klaus und Mevlüt Erdinc gleich fünf Ausfälle zu beklagen hatte, noch in der 65. Minute durch Artur Sobiech gelungen, aus dem Gewühl heraus die 1:0-Führung der Gladbacher durch den überragenden Ibrahima Traorè aus der 34. Minute zum mehr als verdienten 1:1-auszugleichen. Als alles bereits mit einer gerechten Punkteteilung rechnete, schlug Borussia Mönchengladbach in der 84. Minute durch ihren bis dahin wenig überzeugenden brasilianischen Torjäger Raffael doch noch zu und sorgten mit dem 2:1-Siegtreffer für Tristesse bei den 96ern, auf die bereits am Sonnabend um 15.30 Uhr in der HDI-Arena ein weiteres richtungsweisendes Heimspiel zukommt, wenn der FC Ingolstadt 04 zu Gast ist.
Der Aufsteiger aus Ingolstadt, der sich den Fußballfreunden inzwischen auch außerhalb ihrer bayerischen Heimat eher unter dem Begriff als die "Schanzer" einen Namen machte, gehört zu den positiven Überraschungen der Saison. Nach dem jüngsten 3:1 (0:1)-Erfolg am Sonntag im Aufsteigerduell gegen den SV Darmstadt 98 konnten sich die Ingolstädter mit 19 Punkten von Rang 10 bereits auf den 8. Tabellenplatz verbessern. Und dies, obwohl die „Schanzer“ bis zum Sonntag nur sieben Tore benötigten, um so weit oben in der Tabelle zu stehen. Für die „Roten" wird das Gastspiel der Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl mit Sicherheit kein Selbstläufer werden. Mit bereits 12 Auswärtspunkten sind die Ingolstädter nach dem FC Bayern München (16 Zähler) und Borussia Dortmund (13 Punkte) die drittbeste Auswärtsmannschaft der Liga. Alles andere als ideale Voraussetzungen für die Mannschaft von Hannover 96, die mit einem Sieg gegen Werder Bremen mit erst drei Punkten aus sechs Heimpartien zusammen mit der TSG Hoffenheim und Werder Bremen die schwächsten Heimmannschaft der Liga ist. Was bei den „Schanzern“ ebenso beeindruckt, ist die Tatsache, dass sie mit nur zehn geschossenen Toren zwar über den torungefährlichsten Angriff der Liga verfügen. Auf der anderen Seite hat nur Bayern München mit fünf Gegentoren eine bessere Abwehr als der FC Ingolstadt 04, der erst zehn Gegentore in 13 Spielen zuließ.
Daher darf man gespannt sein, ob es den „Roten“ am Sonnabend gelingt, das bayerische Abwehrbollwerk zum Einsturz zu bringen. Zwar muss Hannovers Trainer Michael Frontzeck weiter auf seinen Spielgestalter und Torjäger Hiroshi Kiyotake verzichten, doch sind auch die Gäste von schwerwiegenden Ausfällen betroffen. Mit Konstantin Engel und Markus Suttner fallen jetzt gleich zwei Defensivspezialisten längerfristig wegen Verletzungen aus, die wesentlich mit dazu beigetragen haben, dass der Aufsteiger bisher erst zehn Gegentore kassierte.
Live dabei am Sonnabend in der HDI-Arena ist Kerstin Görlich aus Ahlten, die die knappe 1:2-Niederlage der „Roten“ in Gladbach, wie auch 16 andere Teilnehmer/innen, bei unserem Ergebnis-Tippspiel richtig vorhersagte und per Zufallsgenerator die beiden Sitzplatz-Tickets gewonnen hat.