Hannover 96 muss am Montag bei Kickers Offenbach antreten

Nach dem 3:1-Sieg gegen Greuther Fürth steht die 1. Pokalrunde an

HANNOVER (kd). Nach zwei Spieltagen in der 2. Fußball-Bundesliga steht Hannover 96 dort, wo die 96-Anhänger ihre Mannschaft auch am letzten Spieltag, dem 21. Mai 2017, beim Pflichtspiel gegen den SV Sandhausen sehen wollen – an der Tabellenspitze! Sechs Punkte und 7:1-Tore weisen die 96er als Tabellenführer nach dem 3:1 (1:0)-Sieg vor 38.400 Zuschauern in der HDI-Arena gegen die Spvgg Greuther Fürth auf. Nachdem nun auch mit dem VfB Stuttgart der vermeintlich größte Konkurrent um den Wiederaufstieg bei Fortuna Düsseldorf mit 0:1 das Nachsehen hatte, sind es mit Hannover 96 und Erzfeind Eintracht Braunschweig nur noch zwei Mannschaften, die ohne Punktverlust die Tabelle anführen.
Doch es ist nicht alles Gold, was bei den „Roten“ glänzt. Wie schon beim 4:0-Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern, bei dem sich die 96er in der Anfangsphase unerklärliche Schwächen leisteten, stand der Tabellenführer aus Hannover auch gegen die SpVgg Greuther Fürth in der 2. Halbzeit neben der Spur. Und dies trotz einer 1:0-Führung durch den Treffer von Iver Fossum (23.) nach Flanke von Felix Klaus.
Was allerdings in der 2. Halbzeit geschah, war für die lautstarke Anhängerschar der Hannoveraner nur schwer nachvollziehbar. Von der Überlegenheit der Hausherren war nichts mehr zu erkennen. Was nichts mit der Verletzung von Artur Sobiech zu tun haben dürfte, der sich in der 33. Minute nach einem von ihm verursachten Foulspiel an Nico Giesemann selber eine Außenbanddehnung im linken Knie zuzog, so dass er gegen Martin Harnik ausgetauscht werden musste.
Wie schlimm es für die 96er in der 2. Halbzeit aussah, belegt allein die Tatsache, dass die Fürther zwischen der 50. und 70. Minute vier glasklare Torchancen vergaben. Die größte Möglichkeit der Franken vergab völlig freistehend Robert Zulj, der an 96-Keeper Philipp Tschauner scheiterte, der mit einem Reflex den Ausgleich verhinderte. Wie man es besser macht, belegte im Gegenzug Bastian Maier (74.) mit dem Treffer zum 2:0, dem Martin Harnik (85.) sogar noch das Tor zum 3:0 folgen ließ, so dass der Ehrentreffer durch Veton Berisha (90.) in der Schlussminute zum 1:3- Endstand nicht mehr als ein Schönheitsfehler war.
Am Wochenende legen die Profis eine Punktspielpause ein, da die 1. Runde des DFB-Vereinspokals stattfindet. Die „Roten“ müssen als Profiverein reisen. Das Los führt Hannover 96 am Montagabend, 22. August, zum Bieberer Berg, wo die Mannschaft von 18.30 Uhr an im neuen Offenbacher Stadion vor ausverkauftem Haus mit 20.500 Zuschauen auf den Traditionsverein Kickers Offenbach trifft, der durch Lizenzentzüge und Insolvenzen mittlerweile in der 4. Liga gelandet ist. Dort nimmt die Mannschaft in der Regionalliga Südwest den letzten Tabellenplatz ein, obwohl die Mannschaft von Trainer Oliver Reck bisher ungeschlagen blieb und aus ihren bisherigen zwei Spielen vier Punkte holte. Allerdings wurden den „Kickers“ wegen Einleitung eines Insolvenzverfahren neun Punkte abgezogen, so dass sie jetzt mit Minus fünf Punkten das Tabellenende der Regionalliga Südwest zieren.
Für Hannover 96 noch lange keine Grund, die Hausherren zu unterschätzen. Zumal der langjährige Werder-Bremen Keeper nach seinen Trainerstationen beim FC Schalke 04, MSV Duisburg und Fortuna Düsseldorf nun in Offenbach alles daran setzen will, trotz des Punktabzugs in der Regionalliga eine gute Rolle zu spielen, um so wenigstens wieder den Sprung in die 3. Liga zu schaffen. Mit dazu beitragen soll auch der Bieberer Berg als Kultstätte. Nur in wenigen Stadien kann man die Emotionen und das Fußball-Fieber so real erleben wie in der Heimat des OFC, in der nach Aussage der Offenbacher das Spielfeld so nah ist, dass man den Rasen fast riechen kann.