Hannover 96 lässt in Ramlingen kein Gegentor zu und macht die Fans glücklich

Adrian Nikci (links) kann sich nur mit Mühe durchsetzen. (Foto: Kamm)
 
96-Neuzugang Salif Sané war bei den Autogrammjägern sehr gefragt. (Foto: Kamm)
 
Auch 96-Präsident Martin Kind suchte den engen Kontakt zu den Fans. (Foto: Kamm)

Tolle Veranstaltung im ausverkauften Ramlinger Stadion mit 2.600 Zuschauern

RAMLINGEN (de). Es wurde wieder das erhoffte Event, wie es sich Ramlingens Vorsitzender Jürgen Stern, Manager Rüdiger Solisch und RSE-Trainer Kurt Becker von dem Spiel ihres SV Ramlingen/Ehlershausen gegenden Bundesligisten Hannover 96 erhofft hatten. In der mittlerweile zwölften Auflage des Freundschaftsspiels zwischen dem Siebtligisten und den Bundesligaprofis siegten die 96er im ausverkauften Ramlinger Stadion standesgemäß mit 5:0 (3:0), was bei herrlichem Sommerwetter keinen der 2600 Zuschauer im ausverkauften Rund störte, die vor allem in der ersten Halbzeit ein tolles und temporeiches Spiel sahen.
So zeigte sich auch 96-Präsident Martin Kind zufrieden, obwohl er sich zur Halbzeit einen 9:0-Sieg seiner Mannschaft gewünscht hatte, um es dem befreundeten Ramlinger Präsidenten Jürgen Stern zu zeigen. „Wir müssen einmal die Fronten gerade rücken“, formulierte es der 96-Präsident augenzwinkernd gegenüber dem Marktspiegel. Hatte sich Jürgen Stern doch vorher gegenüber der Presse all zu mutig gezeigt, als er seinen Tipp abgab: „Wir schießen zwei Tore und verlieren nur mit 2:4.“ Da zeigte sich Dirk Roßmann, der Chef der gleichnamigen Drogeriekette gegenüber dem Marktspiegel schon als tippsicherer, als er einen 6:1-Sieg der „Roten“ prophezeite.
Becker vermutet Bankenkrise
Jeweils ein Tor der Ramlinger gegen die 96er hätte der Jugendabteilung des RSE einen Betrag von jeweils 500 Euro durch die Stadtsparkasse Burgdorf eingebracht. Kurt Becker nannte auf der anschließenden Pressekonferenz den Grund, weshalb sein Spieler Patrick Richter in der 9. Minute nach einem Konter völlig freistehend die Chance zur Führung vergab: „Patrick hat wohl wegen der Bankenkrise darauf verzichtet, die Stadtsparkasse Burgdorf aufgrund dieser Zusage finanziell daran zu beteiligen.“ Mit seiner scherzhaften Bemerkung hatte Kurt Becker nicht nur die Lacher der Zuhörer, sondern auch von 96-Coach Mirko Slomka auf seiner Seite.
Über die Fehlschüsse seiner Landesligaspieler brauchte sich RSE-Jugendwart Carsten Biedritzki dennoch nicht zu grämen. Stand doch mit Burgdorfs Filialleiterin Julia Hovadik von der Sparkasse Hannover ein adäquater Ersatz bereit, die der Jugendabteilung aus Ramlingen ohnehin einen Betrag von 500 Euro zukommen lassen wollte.
Hilfe für Hakan
Um eine weitaus höhere Summe ging es bereits vor dem Anpfiff. So bekamen die Angehörigen des ehemaligen 96-Profis Hakan Bicici, der seit seinem Autounfall in der Türkei im Wachkoma liegt, einen Scheck über 2.500 Euro von Ramlingens Vorsitzenden Jürgen Stern überreicht. Die stolze Summe des Ramlinger Vereins war Dank der Unterstützung von der Deutschen R + S Dienstleistungen GmbH, die durch Anna-Maria Sterthues vertreten war, sowie von Bernd Gessert von der Firma cp- pharma aus Burgdorf zusammengekommen. „Hakan liegt nach dem schweren Unfall weiter im Wachkoma und ist weiterhin auf „24-Stunden-Betreuung“ angewiesen“, sagte Hakans Tante Hülya Häseler, die bei der Scheckübergabe ebenso anwesend war wie 96-Idol Altin Lala und Frank Obermeyer von der 96-Traditionself.
Flotter Beginn begeisterte
Den guten Taten ließen beide Mannschaften in der 1. Halbzeit ein flottes Spiel folgen. Nachdem Patrick Richter in der 8. Minute das Tor von Nationalkeeper Ron-Robert-Zieler knapp verfehlte, stand nach zwanzig Minuten 96-Neuzugang Leonardo Bittencourt im Brennpunkt des Geschehen. Zunächst scheiterte der kleine Dribbler noch mit einem strammen Distanzschuss, doch in der 23. Minute versenkte er den Ball erstmals im Tor des SV Ramlingen/Ehlershausen, als er nach Vorlage von Tim Dierßen den Ball aus der Drehung zunächst an den Innenpfosten setzte, ehe der Ball zur 1:0-Führung über die Linie rollte. Nur acht Minuten später erhöhte der neue Mittelfeldakteur auf 2:0 (31.), indem er RSE Keeper Marcel Maluck frech überlupfte, nachdem Andre Hoffmann quergelegt hatte. In der 38. Minute wurde es dann brenzlig vor dem Tor von Ron-Robert Zieler. Nach einem Kopfball von Marc-Robin Becker sprang der Ball jedoch vom Pfosten zurück in die Mitte, ehe die Roten das Leder in größter Not vor dem einschussbereiten Timo Gieseking klären konnten. Kurz vor dem Halbzeitpfiff traten noch einmal die Akteure des 2:0 in Erscheinung: Mit einem eleganten Heber bediente Leonardo Bittencourt Andre Hoffmann, der in der 45. Minute die 3:0-Halbzeitführung besorgte.
„Das entsprach nicht dem Spielverlauf“, sagte Kurt Becker, der mit seiner Meinung nicht allein dastand und dabei auf die Unterstützung seines Trainerkollegen aus der Bundesliga zählen durfte. Nach dem Seitenwechsel und vielen Wechseln bei beiden Teams starteten die Roten zunächst furios. Adrian Nikci schob in der 47. Minute eiskalt zum 4:0 ein, wenig später verwandelte Jan Schlaudraff einen Strafstoß nach Foul an Edgar Prib (50.) zum 5:0. Diese beiden Aktionen sollten jedoch für längere Zeit die letzten gefährlichen Szenen bleiben. Erst zum Schluss boten sich den 96ern noch einige Chancen, die Ramlingens überragender Torhüter Marcel Maluck aber zunichte machte, so dass es bei diesem Spielstand blieb.
Nach dem Spiel sprachen beide Trainer von einem gelungenen Testspiel und einem tollen Event. „Das war absolut in Ordnung. Die erste Halbzeit war deutlich temporeicher, aber das war verständlich, vor allem bei so vielen Wechseln“, resümierte 96-Cheftrainer Mirko Slomka in einer Pressekonferenz im Anschluss an das Spiel.
Kids waren glücklich 
„Ich bin froh, dass die Veranstaltung wiederum ohne Probleme über die Bühne ging, wobei wir wieder auf die Unterstützung von den VW-Nutzfahrzeugen zählen konnten“, freute sich Cheforganisator Rüdiger Solisch. Während es an der Tageskasse noch einige Restkarten für das Spiel gab, waren bereits zwei Tage vor dem Event alle VIP-Karten zum Preis von 40 Euro ausverkauft. „Wir hätten statt 900 sogar noch mehr Karten verkaufen können“, sagte Jürgen Stern. Wieder einmal hatte es sich die Prominenz aus nah und fern nicht nehmen lassen, bei dem Ereignis dabei zu sein. Aber nicht nur die Prominenten kamen auf ihre Kosten, sondern auch wichtigste Kundschaft. Die Fans und die zahlreichen Kids, die ihre Stars trotz beängstigender Enge einmal aus nächster Nähe erleben konnten. Die 96-Profis waren sich dann auch noch lange nach Spielschluss nicht zu schade, die zahlreichen Autogrammwünsche zu erfüllen.
Hannover 96: Zieler - Avevor (46. Gökdemir), Schulz (46. Ballas), Sané, Pocognoli (46. Pander)- Bittencourt (60. Sylejmani), Stindl (60. Teichgräber), Hoffmann (46. Schlaudraff), Huszti (46. Nikci) - Dierßen (46. Prib), Kadah (60. Capin).
SV Ramlingen/Ehlershausen: Maluck - Gassmann (46. Ankour), Gieseking, Ibanez (46. Lübow), Borowsky (46. Weindl) - Duyar (46. Rüdiger), Tjark Miener (46,. Herold) - Richter (70. Freerk Miener), Hauk (47. Ginger), Zydek (50. Tepper) - Marc-Robin Becker.