Hannover 96 konnte durch das 2:2-Remis den Abstand zu Eintracht Braunschweig nicht verkürzen

Hans-Jürgen Winter aus Otze gewinnt die beiden Sitzplatz-Tickets gegen Erzgebirge Aue

HANNOVER (kd). Es war ein Derby zwischen dem Tabellenführer Eintracht Braunschweig und Hannover 96, das alles hielt, was es versprach. Kampf, Dramatik und spektakuläre Tore erlebten die Zuschauer beim 2:2 (2:1)-Unentschieden, bei dem die 96er bereits mit 0:2 zurücklagen, ehe sie, wie schon beim 3:1-Sieg über die Würzburger Kickers, eine Aufholjagd starteten, die verdientermaßen noch mit einem Punktgewinn endete.
Die Punkteteilung bezeichneten beide Trainer nach dem Abpfiff dann auch als leistungsgerecht, wobei sich der Tabellenführer aus Braunschweig in der besseren Ausgangslage befindet, da es durch das Remis bei dem Fünf-Punkte-Vorsprung der Eintracht gegenüber dem Tabellenvierten aus Hannover bleibt.
Die Hannoveraner verschliefen einmal mehr die 1. Halbzeit. So brachte Braunschweigs Abwehrspieler Ken Reichel seine Mannschaft in der 17. Minute mit einem sehenswerten Fallrückzieher mit 1:0 in Führung. In der 36. Minute nutzte Onel Hernandez eine Konfusion in der 96-Hintermannschaft zum 2:0 aus, als Waldemar Anton bei dem Lupfer von Ken Reichel die Abseitsposition aufhob.
Glück für die „Roten“, dass nur zwei Minuten später Martin Harnik (38.) mit einem von Saulo Decarli abgefälschten Schuss auf 1:2 verkürzen konnte. Für den verdienten Ausgleich sorgte dann Kenan Karaman (66.) mit einem fulminanten Distanzschuss in den Winkel. Während beim Spitzenreiter Domi Kumbela nach einer Stunde völlig freistehend das 3:1 verpasste und nur zwei Minuten später mit einem Kopfball nur knapp das Tor verfehlte, haderten die 96er in der 75. Minute mit Schiedsrichter Felix Zwayer, als dieser ein elfmeterwürdiges Handspiel von Maximilian Sauer nicht mit einem Strafstoß ahndete.
An dem durch das Länderspiel punktspielfreien kommenden Wochenende bietet sich den Anhängern von Hannover 96 eine gute Gelegenheit, die 96- Spieler persönlich unter die Lupe zu nehmen. Am kommenden Freitag, 11. November, haben die 96-Fans in einem Benefizspiel gegen den FC Carl Zeiss Jena, dem noch ungeschlagenen Tabellenführer der Regionalliga Nordost, von 18 Uhr an nicht nur die Chance, ihre Lieblinge aus nächster Nähe zu beobachten, sondern auch das mit einem Millionenaufwand sanierte Eilenriedestadion an der Clausewitzstraße 4 in Hannover persönlich in Augenschein zu nehmen, das jetzt offiziell nur noch „96 – Das Stadion“ heißt. In dieser Partie muss/sollte Trainer Daniel Stendel jetzt die ein oder andere Alternative in Angriff und Abwehr ausprobieren. So könnte der bis dahin wiedergenesene Manuel Schmiedebach neben Bakalorz auf seine Sechser-Position zurückkehren. Salif Sané, der nach seiner vierwöchigen Sperre auf dieser Position bisher alles andere als überzeugen konnte, sollte für Felipe wieder in die Innenverteidigung rücken, um der wackeligen Abwehr mehr Stabilität zu verleihen. Im Sturm wäre spätestens jetzt Niclas Füllkrug für den zuletzt unglücklich agierenden Artur Sobiech eine Alternative
Die Einnahmen aus diesem Freundschaftsspiel dienen einem guten Zweck. So fließt der vollständige Erlös aus der Veranstaltung, zu der Karten an den bekannten Vorverkaufsstellen sowie an der Abendkasse zu Preisen von 7 Euro bis zu einem überdachten Sitzplatz von 18 Euro erhältlich sind, vollständig der Robert-Enke-Stiftung zu. Einen besonderen Charakter bekommt das Benefizspiel, das anlässlich des siebten Todestags des ehemaligen 96-Torhüters ausgetragen wird, durch die Tatsache, dass es sich mit Hannover 96 und dem FC Carl Zeiss Jena um zwei Vereine handelt, für die der ehemalige 96-Torhüter aktiv gespielt hat.
Nach der Länderspielpause heißt der nächste Gegner Erzgebirge Aue. Die Partie „steigt“ am Sonnabend, 19. November, ab 13.00 Uhr in der HDI-Arena. Es ist müßig zu erwähnen, dass die „Roten“ jetzt endlich einmal mit einer überzeugenden Vorstellung ab der ersten Minute gegen den Drittletzten der Tabelle drei Punkte „einfahren“ müssen. Danach folgen dann die richtungsweisenden Spiele in Düsseldorf, gegen Heidenheim, in Stuttgart und zum Schluss der Hinrunde gegen den SV Sandhausen. Bei bisher 21 Punkten braucht man kein Prophet zu sein, dass nach dem Sandhausen-Spiel mindestens 32 Punkte unter dem Weihnachtsbaum liegen sollten. Ansonsten wird Präsident Martin Kind sicherlich die Trainerfragen stellen (müssen), um den sofortigen Wiederaufstieg zu realisieren. Denn eines ist klar: In dem Kader steckt entschieden mehr Qualität, als in den ersten zwölf Spielen taktisch und spielerisch umgesetzt wurde.
Mit dabei gegen die „Veilchen“ aus Aue ist auch Hans-Jürgen Winter aus Otze. Er hat, wie sechs andere Teilnehmer/innen auch, das 2:2-Remis der „Roten“ in Braunschweig richtig vorhergesagt und per Zufallsgenerator die beiden Sitzplatz-Tickets gewonnen.